AUF RUND 34 STUNDEN veranschlagt die Stadtverwaltung Achern den Aufwand für die Reinigung der Straße nach dem Fastnachtsumzug. | Foto: dan

Offizielles Verbot in Renchen

Beim Konfetti scheiden sich die Geister

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Von Sandra Neuburger

Behördlich verordnetes Verbot von Konfetti– Ja oder Nein, das ist die Frage, die sich in diesem Jahr stellt. Die Antworten der Städte und Gemeinden in der Region fallen zum Teil recht unterschiedlich aus.

Kein Konfetti in Kappelrodeck

Während es in Renchen ein derartiges Verbot geben soll, verzichten Achern, Ottenhöfen und Rheinau darauf, ein solches auszusprechen. In Kappelrodeck wiederum sei der Konfettieinsatz ohnehin „nicht Brauch“ und deshalb auch kein „behördliches Verbot“ notwendig, so Bürgermeister Stefan Hattenbach.

Narrhalla Achern verbietet Papierschnipsel

In Achern selbst hat es nach Informationen aus dem Rathaus noch nie ein von der Stadt verordnetes Konfetti-Verbot gegeben. Allerdings habe die Narrhalla Achern, „als für den Umzug verantwortlichen Verein“, in den vergangenen beiden Jahren ein solches ausgesprochen. Jedoch hätten sich nicht alle Zünfte daran gehalten, so die Stadt. „Die betreffenden Zünfte durften deshalb im Folgejahr nicht mitlaufen“, bestätigt Ralph Kiefer, Präsident der Narrhalla Achern. Die winzigen weißen Papierschnipsel gehören für ihn aber auf jeden Fall zum närrischen Treiben dazu: „Sie dienen der Interaktion mit dem Publikum.“

Reinigungsaufwand bei 34 Stunden

Trotzdem muss eben manchmal aufgrund der Witterung darauf verzichtet werden. „Bei Regen und Wind gibt es kein Konfetti“, sagt der Präsident. Wenn der Wind zu stark sei, trage dieser das Papier überall hin und wenn die „Massen an Konfetti“ bei Regen nass würden, erschwere das die Reinigung unnötig. Es sei ohnehin manchmal viel zu viel. Das habe dann nichts mehr mit Fastnacht an sich zu tun. Deshalb müssten manche Zünfte auch eine Kaution hinterlegen, so Kiefer. Das sei der Fall, wenn bei den Kontrollen von Polizei und Ordnungsamt festgestellt würde, dass sie „Unmengen“ an Konfetti im Wagen hätten. „Das Geld geht dann an die Stadt Achern, als Beteiligung an den Reinigungskosten.“ Den Gesamtzeitaufwand für die Reinigung beziffert die Stadt Achern mit ungefähr 34 Stunden. Vier Mitarbeiter des Bauhofs sind dafür mit ebenso vielen Kehrmaschinen im Einsatz.

Verbot aus „Eigenschutz

In Rheinau hält man es mit der Regelung ähnlich. Ein Konfetti-Verbot werde, laut Ordnungsamt, von den veranstaltenden Vereinen „oft aus Eigenschutz“ ausgesprochen. Ganz anders sieht man es in Renchen. Wie von Bürgermeister Bernd Siefermann auf Anfrage zu erfahren war, gibt es bei der Stadt ein Konfetti-Verbot.
Die Reinigungskosten nach einem Umzug seien „enorm“, so der Bürgermeister. Besonders bei Regenwetter könne das Konfetti die Entwässerungssysteme der Straßen verstopfen. Die Reinigung, „zum Beispiel der Setzkästen“, könne dann „sehr teuer werden“.

Saubere Fastnacht „erspart Ärger“

In Kappelrodeck bereitet die Narrenzunft Narrhalla 1811, laut Bürgermeister Stefan Hattenbach, die Umzüge in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde vor – ohne Konfetti. „Wir legen sehr viel Wert darauf, dass die Fastnacht mit Niveau, hoher Qualität, originell, aber sauber stattfindet.“ Das erspare Ärger und Reinigungskosten.