Einer der berühmtesten Torwarte der Geschichte wurde einst in Achern operiert. Jetzt wurde sein Leben verfilmt. Foto: Archiv dpa | Foto: Archiv dpa

Berühmter Torwart als Patient

Bert Trautmann lag vor 33 Jahren im Krankenhaus Achern

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Derzeit läuft „Trautmann“ in den Kinos – die Geschichte eines großen deutschen Fußball-Torwarts, der in England Geschichte schrieb. Bernd Trautmann lebte von 1923 bis 2013. 1986 wurde der ehemalige Kriegsgefangene, Torwart von Manchester City und „Held von Wembley“ im Krankenhaus Achern an den Knien und seinen „magnetischen Händen“ operiert. Dr. Helmut Renner erinnert sich an einen besonderen Patienten.

Von unserer Mitarbeiterin Michaela Gabriel

„Er war ein umgänglicher und zuvorkommender Mann ohne jegliche Allüren“, weiß der heutige Abteilungsleiter für arthroskopische Chirurgie am Klinikum Achern/Oberkirch noch. Damals arbeitete er als Oberarzt in der Chirurgie des Kreiskrankenhauses Achern und behandelte die „Altersbeschwerden eines Torwarts“. So titelte der Acher- und Bühler Bote am 4. Juni 1986.

Kniegelenke operiert

„Ich habe ihn an den Kniegelenken arthroskopisch operiert“, weiß Renner noch. Außerdem habe er bei der Operation der Hände des Torwarts durch den damaligen ärztlichen Direktor, Professor Walter Zimmermann, mitgewirkt. „Wir haben damals fast alles gemacht, und das Acherner Kreiskrankenhaus war weithin bekannt“, so Helmut Renner.

Er kam zu uns, um sich zu bedanken

Ehefrau schon in Achern behandelt

Der gute Ruf des Hauses sei aber nicht der Grund gewesen, warum sich der berühmte Fußballer in Achern im Alter von 62 Jahren an beiden Knien und Händen operieren ließ. „Er kam zu uns, um sich zu bedanken“, erzählt Helmut Renner. Seine Frau war Jahre vorher nach einem Flugzeugabsturz auf der Hohritt mehrere Monate im Acherner Krankenhaus behandelt worden.

Geschrumpfte Sehnenplatten

Bei seinem Besuch habe man ihm die Diagnose gestellt, und irgendwann habe er sich dann zur Operation entschlossen: Dabei sei es vornehmlich um seine Hände gegangen. Eine Schrumpfung der Sehnenplatten hatte schon seit Jahren die Bewegungsfähigkeit seiner Finger eingeschränkt.

Ein zufriedener Patient

Zusätzlich wurden die Abnutzungserscheinungen in beiden Knien behandelt. „Er kam noch zwei- bis dreimal zu ambulanten Nachuntersuchungen“, weiß Helmut Renner. Alles sei gut geworden, und der Patient sei sehr zufrieden gewesen.

Helmut Renner, 1986 Oberarzt in der Chirurgie des Acherner Kreiskrankenhauses, behandelte Bert Trautmann | Foto: emg

Fussball-Mission im Ausland ermöglicht

Danach habe er nichts mehr von Bernd Trautmann gehört. Die Behandlung in Achern fiel in eine Zeit, in der der ehemalige Manchester-Star Aufbauarbeit für den Fußball in Ländern wie Pakistan, dem Jemen und Malta leistete.

Lebensabend in Valencia

Im Jahr 1991 zog er mit seiner dritten Frau Marlis in die Nähe von Valencia. 2011 wurde er in die „Hall of Fame“ des deutschen Sports aufgenommen Er gründete eine Stiftung, die mittels Fußball die deutsch-britische Verständigung fördert.

Man City bis ins hohe Alter treu

2013 starb er im Alter von 89 Jahren. Bis ins hohe Alter soll der gebürtige Bremer Bernd Trautmann Spiele von Manchester City besucht haben. 15 Jahre bis 1964 spielte er für die Premier-League-Mannschaft. Legendär ist das Cup-Finalspiel im Mai 1956.

Glückwunsch von der Queen

Bernd, genannt Bert, Trautmann brachte nach einem Zusammenstoß mit einem gegnerischen Spieler den Titelsieg seiner Mannschaft mit einem gebrochenen Halswirbel über die Zeit und wurde von der Queen beglückwünscht – woran er sich später nur noch bruchstückhaft erinnerte.