Kooperation Studium Plus
Kooperation besiegelt: Ralf-Oliver Prost, Eva Hildenbrand, Anne Najderek, Ralf Schneider und Christian Wetzel, Studiendekan für Maschinenbau (von links), bei der Unterzeichnung – dazu wurde eine eigens ausgefräste Uhr überreicht. | Foto: Stefanie Prinz

Pioniere mit „Studium Plus“

Berufliche Schulen Achern und Hochschule Offenburg starten Kooperation

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Neue Wege in der Ausbildung gehen die Hochschule Offenburg und die Beruflichen Schulen Achern gemeinsam. „Wir sind stolz darauf, in Achern Pioniere zu sein“, sagte Schulleiter Ralf Schneider bei der Unterzeichnung der Kooperationspapiere für „Studium Plus: Studium+Ausbildung“. Die Verbindung aus Studium und Berufsausbildung führt zu einem Doppelabschluss und wird schon seit mehreren Jahren angeboten; neu an der Offenburger Hochschule ist eine besonders enge Verzahnung von Theorie und Praxis – die ersten Teilnehmer haben die Ausbildung in Achern und Oberkirch begonnen.

Möglich sind die Kombinationen aus den Studiengängen Angewandte Informatik, Elektro- und Informationstechnik, Maschinenbau sowie Mechatronik und Autonome Systeme und den Ausbildungsberufen zum Fachinformatiker, Elektrotechniker, Mechatroniker und Industriemechaniker. Für letztere Ausbildung können die Beruflichen Schulen Achern besucht werden; dort wird derzeit geprüft, ob zum Wintersemester 2019 auch die Ausbildung zum Werkzeugmechaniker angeboten werden kann, sagte Eva Hildenbrand, Koordinatorin für „Studium Plus“ an der Hochschule.

Erste Teilnehmer in Achern gestartet

Die Progress-Werk Oberkirch AG (PWO) ist einer der ersten teilnehmenden Betriebe und stellte die ersten zwei Auszubildenden ein, die jetzt nach einem Jahr im Unternehmen und an der Berufsschule in Achern ins erste Semester starten. Zwei weitere Azubis beginnen dort in diesem Jahr. Das Modell, das beide Bildungswege verbindet, gibt es in Baden-Württemberg bereits seit rund 15 Jahren, neu in Offenburg ist eine besondere Verzahnung im zweiten Jahr. Wer an dem Modell teilnehmen will, bewirbt sich bei einem Kooperationsunternehmen, wo das erste Jahr verbracht wird. Im zweiten Jahr beginnt das Studium: Anders als die regulären Studenten besuchen die Teilnehmer dann an einem Tag pro Woche die Berufsschule, die Vorlesungspläne werden entsprechend aufwendig daran angepasst.

Studium und Ausbildung werden verzahnt

Studiensemester, Praxisphasen und Praxissemester wechseln sich ab; die Berufsausbildung findet entweder firmenintern oder in der Berufsschule statt – neben Achern auch Offenburg und Lahr – und endet mit der Abschlussprüfung bei der IHK Südlicher Oberrhein, das Studium mit einem Bachelor. Durch die Länge der Ausbildung von insgesamt 4,5 Jahren und den doppelten Abschluss unterscheidet sich das Studium Plus vom Studium an der Dualen Hochschule, das Praxisphasen beinhaltet und mit dem Bachelor abgeschlossen wird. Die Teilnehmer am neuen Modell werden über die gesamte Dauer des Programms vergütet.

Mehrwert für junge Menschen und Arbeitgeber

„Das System bietet einen Mehrwert sowohl für die jungen Menschen als auch für den Arbeitgeber“, so Ulrich Schindler, Leiter der gewerblich-technischen Ausbildung bei PWO, während Schulleiter Schneider und Ralf-Oliver Prost, Abteilungsleiter Technik an den Beruflichen Schulen Achern, das Modell als zukunftsweisendes Projekt bezeichneten. Damit soll dem demografischen Wandel entgegengewirkt werden, denn immer mehr Schüler erreichen das Abitur und wollen studieren. „Viele Abiturienten machen auch eine Ausbildung, schließen ein Studium an und gehen den Unternehmen so wieder verloren“, so Anne Najderek, Prorektorin der Hochschule Offenburg. Mit dem Modell wolle man dabei neue Wege eröffnen.