Mehr Geld für die Mitarbeiter der Stadt Achern fordert Oberbürgermeister Klaus Muttach. Nachdem der Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss seinen Vorstoß abgelehnt hat, entscheidet nun der Gemeinderat. | Foto: dpa

Arbeitsplatzattraktivität

„Bonbons“ für die Bediensteten der Stadt Achern?

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Soll die Stadt Achern ihren Bediensteten einen Bonus gewähren? Oberbürgermeister Klaus Muttach ist dafür, weil er die kommunale Konkurrenzfähigkeit auf dem „leergefegten Arbeitsmarkt“ erhalten möchte. Nachdem der Kreistag ein ähnliches Programm bereits beschlossen hat, will Muttach einem „Wettbewerbsnachteil“ entgegenwirken. Ob die Vergünstigungen eingeführt werden, entscheidet nun der Gemeinderat.

Ob die Entscheidung Muttachs klug war, die „Offensive der Stadtverwaltung für attraktive Arbeitsplätze“ im Zusammenhang mit der Kindergartenbedarfsplanung im Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss des Gemeinderats zur Abstimmung zu stellen, darf angesichts des Verlaufs der Diskussion in diesem Gremium bezweifelt werden. Der Ausschuss verweigerte die Zustimmung zu dem kompletten Tagesordnungspunkt und verwies das Thema in den Gemeinderat.

Beschwerliche Bewerbersuche

Fakt ist, dass die Umsetzung des aktualisierten Konzepts für die Kindertagesstätten in Achern mit einem erheblichen Personalbedarf verbunden ist. Dafür geeignete Bewerber zu finden, ist nach den Worten des Oberbürgermeister zunehmend schwierig. Das gilt aber auch in anderen Bereichen der Verwaltung: Laut Muttach gab es beispielsweise auf die Ausschreibung einer Stelle im Baurechtsamt „keine einzige Bewerbung“.

Gesundheits- und Mobilitätsförderung

Des Oberbürgermeisters Rezept: Mitarbeiter sollen mit einem monatlichen „Mobilitätszuschuss“ und einem Beitrag zur „Förderung der Gesundheit“ angelockt beziehungsweise bei der Stange gehalten werden. Bei Mobilitätszuschuss (25 Euro) soll wahlweise ein Fahrtkostenzuschuss zu einem Job-Ticket gezahlt oder eine Kostenbeteiligung an einem Fahrrad-Leasingvertrag übernommen werden.

460 Menschen sollen profitieren

Bei dem Zuschuss zur Förderung der Mitarbeitergesundheit (20 Euro) steht eine Beteiligung an den Nutzungsgebühren eines Fitnessstudios und die Beteiligung an Gesundheitskursen zur Wahl. Oberbürgermeister Muttach ließ in diesem Zusammenhang keinen Zweifel daran, dass von diesen „Bonbons“ nicht nur für neue Mitarbeiter profitieren sollen, sondern alle Bediensteten der Stadt – insgesamt 460 Menschen.

„Bauchschmerzen“ bei Kostenkalkulation

Im Ausschuss stießen die Ideen Muttachs freilich auf Zurückhaltung. „Bauchschmerzen“ bereitete den Bürgervertretern die ihrer Ansicht nach noch nicht kalkulierbaren Kosten einer solchen Aktion. Karl Früh (CDU) und Heike Schwenk (ABL) drückten ihre Verwunderung darüber aus, dass die Verwaltung diese Frage mit der Entscheidung über den Kindergartenbedarfsplan gekoppelt hat.

Kein „Schnellverfahren“ trotz „problemloser“ Finanzierung

„Es geht um einen großen Betrag, der nun im Schnellverfahren durchgedrückt werden soll“, warnte Heike Schwenk, während Karl Früh dafür plädierte, die Angelegenheit im Zusammenhang mit den Haushaltsberatungen zu diskutieren. Da half auch nicht des Oberbürgermeisters Hinweis, dass die Mehrkosten für das zusätzlich benötigte Kindergartenpersonal ebenso wie für das Bonusprogramm offenbar problemlos im laufenden Haushalt finanziert werden kann.