Franziska Müller sammelt fleißig für den Erhalt des Klinik-Standorts in Achern. | Foto: Stefanie Prinz

10.000 Unterschriften als Ziel

Bürgerinitiative kämpft für den Klinik-Standort Achern

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Rund 8 200 Menschen haben sich bisher mit ihrer Unterschrift für den Erhalt des Klinikstandorts Achern ausgesprochen. „Vielleicht schaffen wir noch die 10 000“, hofft Franziska Müller von der neu gegründeten Bürgerinitiative. Sie hat sich dieses, wie sie sagt, „eigentlich utopische Ziel“ gesetzt, bevor die ausgefüllten Listen am 19. April dem Kreistag übergeben werden sollen.

Viele Unterschriften aus der Nachbarschaft

Beteiligt hätten sich daran nicht nur Bürger aus Achern und der näheren Umgebung: Eine Überraschung seien besonders viele Unterschriften von Einwohnern von Bühlertal und Bühl gewesen, aber auch Menschen aus Appenweier und Baden-Baden. „Viele Bürger wollten sich erst einmal informieren, aber alle haben sich dann für den Standort Achern ausgesprochen“, sagt Franziska Müller, die selbst seit 30 Jahren dort arbeitet.

Oberkirch „keine Konkurrenz“

Auch wenn in Achern momentan mehr gewirbelt werde, sei das Krankenhaus in Oberkirch „ganz und gar keine Konkurrenz“, schließlich sei man ein Standort, betont Müller. Bei der Zusammenlegung der Standorte seien die Fördervereine Achern und Oberkirch getrennt geblieben, daher habe man auch bei der Gründung der Bürgerinitiative (BI) eine Vermischung nicht als förderlich angesehen. „Welche Abteilungen dann in Oberkirch angesiedelt werden, muss man sehen.“

Klinik „gut aufgestellt“

Das Acherner Krankenhaus sieht die BI gut aufgestellt: „Wir haben eine gute internistische Abteilung, eine gute Chirurgie mit dem Spezialgebiet Wirbelsäulenchirurgie, und auch die Gynäkologie darf nicht vergessen werden“.

Wunsch nach mehr Kooperation

Diese Abteilungen sollten ihrer Meinung nach ausgebaut und gefördert werden. „Wir fordern, dass man diese Spezialeinheiten stärkt – mit Kleinkram kann man kein Geld verdienen.“ Deshalb wünscht sich die Bürgerinitiative, dass Kooperationen innerhalb des Ortenau Klinikums gestärkt werden und beispielsweise größere Standorte Patienten an kleinere Häuser abgeben.

Sanierung oder Neubau

Falls die Vier-Standort-Variante komme und Achern erhalten bleibe, müsse man in die Altsubstanz des bisherigen Krankenhauses viel Geld stecken und prüfen, es dafür Fördermittel vom Land gibt. „Falls man neu baut, stellt sich die Frage, ob man eine Nachnutzung für das alte Haus findet oder es abreißt.“

Medizinische Versorgung wichtiges Kriterium

Für die Bürgerinitiative sei gar nicht von Bedeutung, ob das Krankenhaus beibehalten oder ein neues Gebäude auf der grünen Wiese gebaut wird – wichtig sei der Standort Achern: „Wir sind hier in einer zentralen Lage“, erklärt Franziska Müller: Achern sei für die vielen in der Region ansässigen Firmen im Fall von Betriebsunfällen wichtig, ebenso für die Schulen, noch dazu wachse die Bevölkerung in Achern und der Umgebung stetig – und bei der Entscheidung, wo Menschen sich niederlassen, sei eine ausreichende medizinische Versorgung in der Nähe ein wichtiges Kriterium.

Ohne Geschrei und Pöbelei, sondern mit Niveau

„Jeder will seinen Arbeitsplatz behalten, noch dazu haben wir mehr als 100 Ausbildungsplätze“, führt Müller weiter aus. Deshalb beteiligen sich alle Mitarbeiter und sammeln weiter Unterschriften, sie selbst sei „neben der Arbeit gefühlt 24 Stunden dafür unterwegs“. „Man muss immer wieder Impulse setzen“, sagt Franziska Müller, die betont, dass die Bürgerinitiative „ohne Geschrei und Pöbelei, sondern mit Niveau“ für ihre Sache kämpfen will.

Positive Reaktionen

Die Reaktionen darauf von Gemeinde- und Kreisräten sowie Bürgermeistern sei positiv. Gerade Acherns OB Klaus Muttach sei „24 Stunden für uns erreichbar, seit wir die BI gegründet haben“, so Müller.

„Man soll merken, dass es uns gibt“

Als nächsten Schritt will man die Unterschriftenaktion ausweiten und dafür in Einkaufsmärkte und Firmen gehen. Auch im Krankenhausausschuss des Kreisrats will die BI Präsenz zeigen: „Man soll merken, dass es uns gibt“.

Termin
Podiumsdiskussion am Dienstag, 8. Mai, um 19.30 Uhr im Bürgersaal des Rathauses am Markt in Achern.