Hochbetrieb auf dem Eis und auf den Rängen herrscht, wenn der ESC Hügelsheim seine Heimspiele austrägt. | Foto: Collet

Eishockey

Coronavirus: ESC Hügelsheim zwischen Zuversicht und Existenzangst

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Die Verantwortlichen des Eishockey-Regionalligisten ESC Hügelsheim befinden sich derzeit in der gleichen Situation wie die Kollegen in anderen Sportvereinen: Sie wissen nicht, wann und wie es weitergeht. Bei den Baden Rhinos treiben die Funktionäre neben dem sportlichen Aspekt auch die wirtschaftlichen Sorgen um. Auch das unterscheidet den ESC nicht von vielen anderen Clubs, wobei es bei den Hügelsheimern die Besonderheit gibt, dass sie über eine vereinseigene Eishalle verfügen. Das ist vor dem Hintergrund der aktuellen Lage gleichzeitig Fluch und Segen.

„Wir sind Herr im eigenen Haus und können hier grundsätzlich machen, was wir wollen“, nennt der ESC-Vorsitzende Peter Seywald das Positive zuerst. Um dann hinzuzufügen: „Wir müssen die finanziellen Belastungen in Eigenregie meistern.“ An vorderster Stelle stehen dabei die Energiekosten. Strom und Heizöl schlagen mit rund 130.000 Euro zu Buche. Geld, das erst einmal erwirtschaftet werden muss.

„Da aufgrund der Hallenschließung im März die Einnahmen aus Publikumslauf, Eisdisco und Wirtschaftsbetrieb weggefallen sind, fehlen schon einmal 30.000 Euro“, sagt Seywald.

Wir brauchen 600 bis 800 Besucher, um zu überleben.

Peter Seywald, Vorsitzender des ESC Hügelsheim

Der Blick des ESC-Chefs ist derweil nach vorne gerichtet: „Bis Ende August sollten wir Klarheit haben, wie viele Zuschauer wir bei unseren Heimspielen in die Halle lassen dürfen. Wir brauchen 600 bis 800 Besucher, um zu überleben. Ansonsten können wir die Stromkosten nicht bezahlen“, so die Rechnung. Seywalds Folgerung: „Wenn wir nur wenige Fans reinlassen dürfen, wäre das katastrophal. Dann bräuchten wir, wie eigentlich vorgesehen, in der zweiten Septemberwoche erst gar kein Eis mehr zu machen.“

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Winkel unterstützt Duhamel

Trotz aller Bedenken, die auch die Sorgen um wegbrechende Sponsorengelder umfassen, ist Seywald zuversichtlich, dass es bei den Baden Rhinos weitergeht. Er liegt damit auf einer Linie mit Pascal Winkel. Der Zweite Vorsitzende und Sportliche Leiter kümmert sich zusammen mit dem neu verpflichteten Trainer Cedrick Duhamel – den wirtschaftlichen Zwängen zum Trotz – akribisch um die Zusammenstellung des Mannschaftskaders für die nächste Saison.

„Natürlich ist ein bisschen Existenzangst im Spiel, aber wir lassen uns nicht kopfscheu machen und müssen mit der kritischen Situation professionell umgehen. Dabei geht es ja auch darum, unsere rund 100 Jugendlichen gut zu versorgen,“ sagt Winkel, der dem künftigen Chefcoach Duhamel als Assistenztrainer zur Seite stehen wird.

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Verstärkung für die Defensive im Visier

Bei den Personalplanungen sieht er die Rhinos auf einem guten Weg. „Ein Großteil der Mannschaft bleibt uns erhalten, unter anderem hat auch Martin Vachal zugesagt“, versichert Winkel. Verstärkung soll es für die Defensive geben, die sich in der vergangenen Runde als instabil erwiesen hat. „Nur Schlusslicht Mannheim hat mehr Gegentore kassiert als wir. Da müssen und werden wir etwas tun“, kündigt Winkel an.