Vor der Fertigstellung: Mit dem Aufbringen der Asphaltdecke kommen die aufwendigen Sanierungsarbeiten auf L83 bis zum Sand nun verspätet in die Zielgeraden. Bis Ende Juni bleibt die Strecke voraussichtlich gesperrt. | Foto: Margull

Ausbau bis Ende Juni geplant

Dauerbaustelle Sandstraße bei Bühlertal: Arbeiten gestalten sich schwierig

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Am Wiedenfelsen bringt plötzlich auftretendes Wasser im Bereich der Kurvenschleife die Bauarbeiten auf der Teilstrecke der L83 vom Wiedenfelsen bis zum Sand ins Stocken. Ursprünglich sollte die Strecke bereits Ende Oktober vergangenen Jahres fertig sein. Nun wird es nach Angaben des Regierungspräsidiums Karlsruhe wohl Ende Juni, bis die Streckensperrung aufgehoben sein wird.

Schwierige Verbindungen über Passhöhen waren von jeher wichtig für Handel und Versorgung. Und so ist davon auszugehen, dass die Straße von Bühlertal in Richtung Schwarzwaldhöhe bis zum Sand schon recht früh eine wichtige Transversale zwischen der Rheinebene und der Bühlerhöhe, dem hinteren Murgtal sowie der dort angrenzenden Umgebung war.

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Angesichts der Schwierigkeiten, die es in den vergangenen Monaten bei der Sanierung dieser wichtigen Verbindung gab, ergibt sich eine vage Vorstellung, wie viel Mühe es bereitet hat, diese kurvenreiche Straße auf Granitfels zu bauen.

Tiefe Risse im Asphalt

„Die im Bau befindliche Strecke der Landstraße 83 von Bühlertal nach Sand bis zur B500 bleibt, vorbehaltlich der Witterungsverhältnisse, voraussichtlich bis Ende Juni weiter gesperrt“, bestätigt das Regierungspräsidium Karlsruhe. Seit Jahren entwickelten sich tiefe Risse im Asphalt, die darauf hinwiesen, dass sich im Untergrund der Straße Bewegungen abspielen.

Nach einer eingehenden Untersuchung stellte sich heraus, dass die betagten Stützmauern gründlich saniert werden müssen. Dies offensichtlich in kaum vorhersagbarem Ausmaß. Mittlerweile ist diese wichtige Verkehrsanbindung zur Max-Grundig-Klinik sowie der Eisbahn Wiedenfelsen seit 23. April 2019 gesperrt.

Plötzlich sprudelt Wasser

Ursprünglich sollte die gut frequentierte Straße bereits Ende Oktober vergangenen Jahres fertig sein. Doch plötzlich auftretendes Wasser direkt an der Straße beim ehemaligen Hotel Wiedenfelsen hat den Planern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Problem: Eingebrachter Beton würde weggeschwemmt und stauendes Wasser entwickelt bei entsprechendem Frost vehemente Sprengkraft.

„Der untere Teil der Mauer sollte verankert werden. Aber nach dem Bohren setzte ein ständiger Wasserfluss aus den Löchern ein. Dann war klar: Das Wasser müssen wir in den Griff bekommen“, stellt Iris Bieberstein im Gespräch mit dieser Redaktion fest.

Arbeiter graben metertief

Dann wurde üppig gegraben, bis zu vier Meter tief, um die nicht versiegende Wasserader zu fassen. „Und das Wasser muss ja auch abgeleitet werden. Also wurde die komplette Straße vorbei am Gebäude bergab aufgegraben und die Leitung an die dort liegenden Rohre angeschlossen“, schildert Ingenieurin Bieberstein das aufwendige Verfahren.

Hinzu kommt die Wettersituation in dieser Höhe. „Vor zwei Wochen lag hier auf der Straße noch eine leichte Schneeschicht, denn die Temperaturen sind Ende Februar und Ende März noch einmal richtig stark gefallen“, setzt die Oberbaurätin auseinander. Alles Faktoren, die vor allem Arbeiten mit Zement und Beton wesentlich hinauszögern.

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Nach der Fertigstellung der Fahrbahnschleife beim Wiedenfelsen und den weiteren an den Entwässerungseinrichtungen sowie dem vom Wiedenfelsen abgehenden Wanderweg, steht der neue Termin der wohl endgültigen Fertigstellung „schätzungsweise Ende Juni“, sagt Iris Bieberstein schmunzelnd.

Es gibt noch einiges zu tun

Bis dorthin gibt es noch einiges zu tun. Zum Schluss folgen dann wie immer nach einer Straßensanierung diverse Leitplanken, Parkbuchten und die Markierungsarbeiten. Unabhängig davon gibt es noch einen holprigen Streckenabschnitt, der in naher Zukunft auf der Agenda steht.

Die teilsanierte Straße wird wohl neben der obligaten Frequentierung auch durch den Besucherstrom des Nationalparks in Zusammenhang mit dem Besucherzentrum am Ruhestein gut genutzt werden. Die Strecke kann aufgrund der Steigungen und starken Windungen als alpine Strecke bezeichnet werden. Das schlägte sich auch in den Kosten nieder: Rund fünf Millionen Euro wird diese Streckensanierung kosten.