Demo im Flughafen: Mit Plakaten bekräftigte die Initiative „Parents4Future“ ihre Forderungen.
Demo im Flughafen: Mit Plakaten bekräftigte die Initiative „Parents4Future“ ihre Forderungen. | Foto: Krause-Dimmock

Initiative „Parents4Future“

Demo im Baden-Airport: „Stiller Aufschrei“ gegen den Flugverkehr

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„Liebe GroKo, das war mut- und kraftlos“, rügte Michael Gast „das kleine Reförmchen namens Klimaschutzpaket“. Während die Initiative „Parents4Future“, der auch er angehört, in der Abflughalle des Baden-Airports teilweise satte Forderungen vortrug, saß die Kanzlerin bereits in ihrem Flieger – auf dem Weg zur Klimaschutzkonferenz. Und genau so soll es nicht sein, lautete das Credo.

Von unserer Mitarbeiterin Christiane Krause-Dimmock

Fliegen sei ein Umweltkiller und obendrein noch so günstig, dass die Bahn und andere öffentliche Verkehrsmittel kaum mithalten könnten. Genau wie das Benzin gehöre auch das Kerosin besteuert, und die Kohlendioxid-Steuer müsse mit Hochdruck umgesetzt werden. Mit Transparenten machten die Teilnehmer der Demo mit dem Titel „Der stille Aufschrei“ auf ihre Forderungen aufmerksam.

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Demo in der Freizeit

„Netto Null ab 2035“ hieß es darauf etwa zu lesen, die Kerosinsteuer wurde eingefordert, und die Stimmung in der Gruppe spiegelten Aufschriften wie „Klimaschutzprogramm – es ist zum Heulen, Berlin“ oder „Fliegen gefährdet die Existenz Deiner Kinder und Enkel“. Zuweilen klang es gar drastischer. „Shut down FKB“, hieß es da, während wenige Meter entfernt die Urlauber ihr Gepäck aufgaben. Anders als der Nachwuchs, der freitags schuleschwänzend auf die Straße geht, haben die Erwachsenen ihre Demo in die Freizeit gelegt, sind mit Bus, Bahn und Fahrrad angereist.

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Der Zuspruch war mit gerade 15 Teilnehmern eher übersichtlich. Dennoch verstanden es die Akteure, sich gut zu positionieren. So wurden die Einchecker nicht etwa angesprochen. Vielmehr erlebten sie in der Warteschlange etwas Abwechslung. Denn die muntere Demo-Gruppe rollte kurzerhand Picknickdecken aus, nahm Platz und trug zu Gitarrenmusik Lieder vor, die bekannt klangen, allerdings in Sachen Text eine sehr eigene Note erhalten haben.

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Boarding Pass von „Cryinair“

Dass die Urlauber ihre Koffer zurückhalten würden und umbuchen, nämlich auf Bahn oder Balkon, das hatte freilich niemand erwartet. Sinn und Zweck war es vielmehr, auf die Hintergründe aufmerksam zu machen. Damit das auch so richtig runtergeht, hat sich die Initiative „Parents4Future“ einen eigenen „Priority Boarding Pass“ drucken lassen, der sehr an den von Ryanair erinnerte. „Cryinair“ stand darauf zu lesen und dass das Gate „as soon as possible“ schließe.

Rückseitig gab es dann noch eine Menge Lesestoff. So seien es nur etwa drei Prozent der Menschheit, die pro Jahr in einen Flieger steigen – eine Reisemöglichkeit, die in Deutschland jährlich mit über zehn Milliarden Euro subventioniert werde und mit Abstand die klimaschädlichste Fortbewegungsmöglichkeit sei. Einmal nach Stansted fliegen, da kämen pro Kopf schon mal 204 Kilogramm Kohlendioxid auf die Umweltwaage.