In der Fautenbacher Straße stand das ursprüngliche „Tivoli“-Kino. In dem einstigen Gasthaus wurde 1920 der erste Film in Achern gezeigt. Im heutigen Kommunale Kino in der Ratskellerstraße wird das Jubiläum im kommenden Jahr gebührend gefeiert. | Foto: Archiv Roland Spether

Verein „Tivoli“

Der Acherner Kino-Tradition verpflichtet

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Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Getreu diesem Motto feiert der Verein „Kommunales Kino“ im kommenden Jahr den 100. Geburtstag des Filmtheaters „Tivoli“. Anlass gibt die Tatsache, dass im Jahr 1920, also vor 100 Jahren, im Acherner „Tivoli“ der erste Film gelaufen ist. Gefeiert wird mit einem umfangreichen Programm, an dessen Auswahl sich auch die Acherner Kinofans beteiligen können: In jedem Monat stehen insgesamt acht nationale und internationale Filme aus einer bestimmten Dekade der Filmgeschichte zur Auswahl – im Januar werden zwei Filme aus den „Goldenen Zwanziger Jahren“ gezeigt. Außerdem wird es einen Kurzfilmwettbewerb geben – wer mitmachen möchte, kann Videos zum Thema „100“ einreichen.

Erwartungen mehr als erfüllt

Der erst im vergangenen Jahr gegründete Verein legte mit dem Kommunalen Kino im „Tivoli“ einen fulminanten Start hin: „Im Schnitt haben wir 800 bis 900 Gäste pro Monat – im gesamten Jahr 2019 werden es rund 12 000 Besucher sein“, sagt Vorsitzender Joachim Fischer, der, wie er freimütig einräumt, mit einer solchen Resonanz nicht gerechnet hat. Auch der Verein selbst hat sich prächtig entwickelt: Er zählt mehr als 100 Mitglieder, darunter zahlreiche Frauen und Männer, die sich aktiv am Geschehen beteiligen, Dienste an Kasse und Snackbar übernehmen und bei vielen anderen Gelegenheiten präsent sind.

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Die Kino-Fans entscheiden über das Programm

Und solche „Gelegenheiten“ wird es im Jubiläumsjahr viele geben. Höhepunkt ist der Festakt am 14. Oktober 2020. Die Festrede hält Carl Bergengruen, Geschäftsführer der „Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg. Im Mittelpunkt stehen natürlich die Filme: In jedem Monat stehen, beginnend mit den Zwanziger Jahren im Januar bis zum aktuellen Jahrzehnt im November, jeweils vier deutsche und vier internationale Filme zur Auswahl. Im Januar kann das Publikum entscheiden zwischen folgenden Streifen: „Metropolis“, „Das Cabinet des Dr. Caligari“, „Nosferatu“ und „Der Golem – wie er in die Welt kam“ sowie „Der General“, „Panzerkreuzer Potemkin“, „Gier“ und „Die Passion der Jungfrau von Orléans“.

Historische „Wochenschau“ soll gezeigt werden

Diese von vereinseigenen Film-Experten Thomas Mäntele getroffene Vorauswahl findet sich auf einem Flyer, erhältlich im „Tivoli“ und auch in der Acherner Geschäftsstelle des ABB. Welche Streifen in den beiden Kategorien „Deutsch“ und „International“ die meisten Stimmen des Publikums erhalten, werden jeweils am zweiten und vierten Donnerstag kommenden Jahres zu sehen sein. Wer mitmachen möchte, gibt den ausgefüllten Flyer spätestens am letzten Donnerstag des Vormonats im „Tivoli“ ab. Kombiniert werden soll die Vorführung der „Dekaden-Filme“ nach dem Willen der Vereinsverantwortlichen möglichst mit einer „Wochenschau“ aus dem gleichen Jahrzehnt.

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Voller Ideen stecken Joachim Fischer (rechts) und Thomas Mäntele. Sie bereiten das Jubiläumsprogramm für das Kommunale „Tivoli“-Kino vor. | Foto: Michael Moos

Video-Wettbewerb

Weitere Höhepunkte im Jubiläumsjahr sind der Video-Wettbewerb – Einzelheiten können Interessenten unter der Mailadresse technik@tivoli-achern.de anfordern – aber auch verschiedene Veranstaltungen auf der Kleinkunstbühne des „Tivoli“. Dazu gehört ein weitere Auftritt des nicht zuletzt durch seine ABB-Kolumnen bekannten „Bruddlers“ Otmar Schnurr. Ein Glanzlicht ist im Januar die Aufführung der Filmerzählung „Palermo flüstert“, zu der auch der Regisseur und Drehbuchautor Wolf Gaudlitz in Achern erwartet wird. Und auch sonst stecken Joachim Fischer und Thomas Mäntele voller Ideen: So soll zum Beispiel künftig vor jedem Film ein Kurzfilm gezeigt werden. „Wir wollen auf diese Kunstform aufmerksam machen und außerdem die einst gepflegte Kultur des Vor-Films wieder einführen.“