Der Jubel der Siegerinnen: Pia Leweling, Katrin Hahn, Richarda Zorn, Johanna Müller-Scheffsky und Nele Iwohn (von links) nach der vorzeitigen Meisterschaft des Volleyball-Zweitligisten VC Offenburg. | Foto: Daniel Hengst

Bald beginnt neue Zeitrechnung

Der Schmerz ist beim VCO inzwischen vorbei

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Souveräner Meister der Zweiten Bundesliga Süd sind die Volleyballerinnen des VC Offenburg bereits – nach 20 Siegen in bislang 20 Saisonspielen holte die Equipe von Chefcoach Florian Völker 59 Punkte. Allein das Satzverhältnis von 60:8 spricht deutlich von der Dominanz. Der Tabellenzweite Neuwied hat 44 Zähler (50:26).  Und dennoch: wenn Team und Verantwortliche am Samstag, 13. April, nach dem Saisonfinale Zuhause gegen Vilsbiburg II den Pokal entgegen genommen und mit den Fans gefeiert haben, dann bricht, wie berichtet, eine neue Zeitrechnung an.

Ein Team in der Dritten Liga

Der VCO startet neu durch, mit einem Seniorinnenteam in der Dritten Liga. „Der Schmerz ist vorbei“, meint Teammanager Florian Scheuer angesichts des Szenarios, das auf die erfolgsverwöhnten Offenburger zukommt. Natürlich sei dieser Weg so von vorneherein nicht gewollt gewesen, „da ist man dann schon enttäuscht, wenn alles das, was aufgebaut wurde, nicht weiter entwickelt werden kann.“ Aber inzwischen sei es Okay.

Abschiedspartie mit vielen Weggefährten

Nun wollen die Offenburger ihr Ziel verwirklichen, die Runde ohne Niederlage zu beenden, um dann nach der Begegnung mit Vilsbiburg der Liga Adieu zu sagen. „Wir haben dazu alle Weggefährten der vergangenen zehn Jahre eingeladen, ehemalige Spielerinnen ebenso wie Trainer und sonstige Verantwortliche aus diesem Kapitel Erfolgsgeschichte des Volleyballsports in Offenburg.

Zwei Mal Florian: Erfolgstrainer Florian Völker (am Mikrofon) mit dem nicht minder für den Erfolg verantwortlichen Teammanager Florian Scheuer. | Foto: Daniel Hengst

„Das hätte vor zehn Jahren keiner geglaubt“, so der Teammanager angesichts der aktuellen Bilanz, und wir können als reiner Volleyball-Verein auf das Erreichte stolz sein. Scheuer verweist nicht nur auf das hohe Niveau der Ausbildung mit zuletzt sieben bis acht Trainings pro Woche, mit einem Club, der den Spielerinnen über die sportliche Betätigung hinaus auch Heimat war.

Starker Rückhalt bei den Fans

Der VCO genieße zudem starken Rückhalt bei seinen Anhängern. „Als wir im Angesicht des ersten Titelgewinns eine Fanfahrt zum Entscheidungsspiel nach Neuwied anboten, sind 150 Schlachtenbummler mit gereist. Vorige Runde in Straubing waren 50 Fans dabei. Die waren in der Halle deutlich besser zu hören, als die Einheimischen. Das sind Momente, die bleiben für die Ewigkeit.“

Lob aus dem Offenburger Rathaus

Kurz nach der vorzeitigen Meisterschaft gratulierten auch Offenburgs Oberbürgermeister Marco Steffens und Sportbürgermeister Hans-Peter Kopp zu dem „herausragenden Erfolg. „Nach 2016 und 2018 ist dies der dritte Meister-Titel in vier Jahren. Das ist eine tolle Team-Leistung von Vereinsführung, Spielerinnen und Trainer-Stab. Zudem konnte der VCO den Titel sehr überzeugend und souverän verteidigen“, so Kopp laut einer Pressemitteilung aus dem Offenburger Rathaus.

Stadt will VCO angemessen würdigen

Diese Leistung sei auch deshalb so hoch zu bewerten, weil ja die sportliche Perspektive nicht so sei, wie es sich das Team sicherlich wünschen würde. Das habe jedoch die Motivation für Training und Spiel nicht geschmälert. Die Stadt will nun eine angemessene Würdigung des Teams vorbereiten. Der Liga-Fahrplan sah für die Offenburgerinnen erst mal ein spielfreies Wochenende vor, nun steht die Top-Begegnung der Zweiten Bundesliga Süd der Frauen an, wenn der VCO als bereits feststehender Meister an diesem Samstag,  (19 Uhr) beim Tabellenzweiten VC Neuwied 77 aufschlägt.

Vilsbiburg II zum Saisonfinale in Offenburg

Eine Woche später steht das nächste Heimspiel an, es gastiert in der Sporthalle Nord-West der zweite Anzug des Bundesligisten VC Wiesbaden – aktuell auf Rang zehn beheimatet. Am Samstag, 7. April, folgt die Partie beim Vierten TV Holz bevor die zweite Mannschaft des Bundesligisten Rote Raben Vilsbiburg zum Rundenabschluss nach Offenburg kommt.

Eine verrückte Situation

Abstieg nach Meisterschaft heißt es dann. Dazu kommt, das Regionalligateam VCO II hat beste Chancen, es der Ersten gleichzutun und auch den Pott zu holen. Derzeit steht die Mannschaft mit 35 Punkten an der Tabellenspitze. „Eine verrückte Situation“, kommentiert der Teammanager, letztlich müsse der VCO aus zwei Top-Teams eines formen, um dann in der Dritten Liga anzutreten.

VCO will alle Spiele dieser Zweitliga-Saison gewinnen

Natürlich wäre es dem Teammanager am liebsten, die Reserve wird Meister und steigt regulär in die dritthöchste deutsche Volleyball-Spielklasse auf. Der Blick für das neue Frauenteam geht somit (vorerst) nicht mehr nach Stuttgart, Sonthofen oder Wiesbaden sondern nach Umkirch, Sinsheim oder Karlsruhe-Beiertheim. Das Niveau gehe dann schon eher Richtung Hobbyvolleyball, so Scheuer.