Frank König arbeitet mit seinem Team an einem Dokumentarfilm über die badische Revolution. Die Planungs- und Recherchephase hat bereits begonnen. | Foto: aha

Dokumentarfilmer Frank König

„Die Badische Revolution“ soll 2022 in Offenburg gezeigt werden

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„Es wird unser zweiter und letzter Dokumentarfilm sein.“ „Die Badische Revolution. Forderungen des Volkes“ ist das neueste Projekt des Acherner Filmemachers Frank König. „Wir wollen es nochmal auf die Spitze treiben und alles rausholen.“ Zukünftig sollen auch Spielfilme auf der Agenda von Visiris, der Produktionsfirma von Frank König, stehen.

Von unserer Mitarbeiterin Alessandra Hamsch

An dem Erfolg seines ersten Dokumentationsfilms „Illenau. Die Geschichte einer ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt“, mit mehr als 5 500 Kinobesuchern möchte er anknüpfen. „Ich glaube, dass wir die Zahlen noch toppen werden“, so seine Einschätzung. Passend zum Jubiläum, soll der Film bei der Festkombination aus Offenburger Freiheitsfest und „Heimattage Baden-Württemberg“, das vom 10. bis 12. September 2022 stattfindet, seine Premiere feiern. Die Veranstalter der „Heimattage Baden-Württemberg“ rechnen mit 50 000 Besuchern.

Anno 1847: Startschuss für Demokratiebewegung

Am 12. September 1847 gab die Versammlung der „Entschiedenen Freude der Verfassung“ im Gasthaus Salmen in Offenburg den Startschuss für die badisch deutsche Demokratiebewegung. Die 13 Offenburger Forderungen, darunter Presse-, Religionsfreiheit und allgemeines Wahlrecht, formulierten erstmals die wichtigsten Grundrechte, die in die spätere demokratische Verfassung einflossen.

Ich wäre froh, wenn Leute auf uns zukommen, die Lust haben an dem Projekt mitzuarbeiten

Beratung durch Experten

Zur filmischen Ausarbeitung sollen mehrere Experten hinzugezogen werden, unter anderem Carmen Lötsch vom Kulturamt Offenburg. König hat auch Kontakte zur Heckergruppe Offenburg und zur Biedermeiergruppe aufgenommen. „Wir wollen auch einen Blick in die Gegenwart werfen“, verrät König. Das Ganze solle aber mit der Festungsstürmung in Rastatt enden. „Es gibt auch Themen in Achern, welche uns interessieren“, erklärte er. „Ich wäre froh, wenn Leute auf uns zukommen, die Lust haben an dem Projekt mitzuarbeiten und es zu unterstützen.“

Crowdfunding nicht ausgeschlossen

Momentan sei man noch in der Ideen- und Recherchephase, berichtet König. Besonders Sponsoren werden noch gesucht und auch ein Crowdfunding sei zur Realisierung nicht ausgeschlossen. „Es muss Schlag auf Schlag kommen.“ Die passenden Uniformen zu bekommen sei eine Schwierigkeit, deshalb sei man über jede Hilfe dankbar. „Zur Not müssen wir die verschiedenen Fundus abklappern“, scherzte König.

Statisten gesucht

Denn eins ist auch klar – es werden viele, viele Statisten benötigt. „Mein Ziel wäre, wenn 100 Soldaten gegen 100 Revolutionäre in einer großen Schlacht gegeneinander kämpfen könnten“, sagte König. Toll wäre es, wenn man das Gefecht bei Kandern am Originalschauplatz drehen könne. Über genaue Drehorte habe man sich aber noch nicht geeinigt und sei für Vorschläge offen. „Ich glaube generell Fußballmannschaften wäre dafür geeignet, weil sie gut rennen können“, sagte König. Aber auch Frauen und ältere Personen seien als Statisten gefragt. Auf der Homepage könne man sich zeitnah für eine Statistenrolle per Formular bewerben. Nähere Informationen gibt es über den Newsletter, der Link ist auf der Homepage zu finden. Dort steht auch immer genau drin, was gerade wann gebraucht wird, erklärte König. Das Besondere, man kann von der Idee bis zum fertigen Film dabei sein und das regionale Projekt unterstützen.

Ich möchte keine Untertitel, aber dennoch den Badischen Charme erhalten

Profis für Hauptrollen

Für die Hauptrollen wolle man auf professionelle Schauspieler zurückgreifen. Hier sei der passende Dialekt eine Herausforderung, denn man muss darauf achten, dass jeder den richtigen Dialekt spricht. Während Struve in München geboren wurde, stammte Hecker beispielsweise aus Baden. „Ich möchte keine Untertitel, aber dennoch den Badischen Charme erhalten“, erklärte König. Zudem ist es ihm wichtig, die Ereignisse aus der Sicht des Volkes zu erzählen. Dabei schrecke man auch nicht vor aktuellen Umfragen zu der Thematik zurück.

Frank König
Mit dem Dokumentarfilm „Illenau. Die Geschichte einer ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt“, die zahlreiche Besucher in die regionalen Kinos lockte, machte sich Frank König als Acherner Filmemacher einen Namen. Sein neuester Dokumentationsfilm über die Badische Revolution soll ab 2022 bei den „Heimattagen Baden-Württemberg“ in Offenburg erstmals zu sehen sein. Für das Medium Film interessierte er sich seit seiner Kindheit. Seine Vorbilder sind Stanley Kubrick, Martin Scorsese und David Lynch. „Ich schaue jeden Tag einen Film“, verrät der Filmfan. Seit er 18 Jahre alt ist, dreht er Videos.
Nach dem Germanistik-Studium am KIT, bei dem er seine analytischen Fähigkeiten für das Verständnis von Medien und Stoffen schulte, wagte er den Schritt zur Selbstständigkeit und gründete die Ortenauer Filmproduktionsfirma Visiris. Seitdem hatte er zusammen mit Daniel Gerhard und Emre Özlü zahlreiche Werbe- und Musikvideos produziert. Frank König scheut auch nicht davor zurück, allein und mit wenig Equipment im Ausland zu drehen, wie unter anderem Musikvideos für den Gospelrapper Simon-S in Jerusalem.