Das Feuerwehrgerätehaus West in Balzhofen kann voraussichtlich erst im April 2019 – und damit circa vier Monate später als geplant – seiner Bestimmung übergeben werden. | Foto: Margull

Gerätehaus West in Balzhofen

Die Feuerwehr muss sich gedulden

Die Inbetriebnahme des Feuerwehrgerätehauses West wird sich voraussichtlich um vier Monate verzögern. Der Grund: Die zweite Submission für die Außenanlage erbrachte erneut sehr hohe Kosten, so dass der Gemeinderat von einer Vergabe der Arbeiten absah. Auf Vorschlag der Verwaltung hob das Gremium einstimmig auch die zweite Ausschreibung auf und erhofft sich nun ein günstigeres Ergebnis durch eine freihändige Vergabe nach erneuter Angebotseinholung. Eigentlich sollte der Neubau in Balzhofen Ende 2018 bezogen werden, jetzt rechnet die Stadt mit einer Eröffnung Ende April 2019.

Ausschreibung zum zweiten Mal aufgehoben

„Das Vorgehen ist mit der Feuerwehr abgestimmt“, erläuterte Oberbürgermeister Hubert Schnurr. Bereits die erste Ausschreibung der Entwässerungs- und Belagsarbeiten war aufgehoben worden, da laut Verwaltung „nur ein deutlich überteuertes Angebot“ eingegangen war. Bei der jetzigen zweiten Ausschreibung hatten sechs Firmen die Unterlagen angefordert und zwei ihre Angebote abgegeben. Das wirtschaftlichste unterbreitete eine Bühler Firma mit rund 658 600 Euro. Es lag allerdings 245 079 Euro oder 37,2 Prozent über der Kostenberechnung. Damit wären die Gesamtkosten für das Feuerwehrgerätehaus von knapp 2,89 Millionen Euro auf 3,52 Millionen nach oben geschnellt.
Gründe für den hohen Preis sind laut Verwaltung neben dem offensichtlich geringen Wettbewerb (nur zwei Angebote) die derzeitige Konjunkturlage und der Ausführungszeitraum. Die Prüfung habe keine einzelnen Ausreißer nach oben ergeben, vielmehr sei ein durchgängig sehr hohes Preisniveau erkennbar. OB Schnurr plädierte dafür, den Auftrag jetzt nicht zu vergeben, und bezeichnete die erneute Aufhebung der Ausschreibung als „richtigen Weg“. Dadurch biete sich rechtlich die Möglichkeit einer freihändigen Vergabe. Hierbei können Firmen direkt angesprochen werden, um zum Beispiel den Ausführungszeitraum an die Bedürfnisse des Unternehmens anzupassen und somit ein günstigeres Angebot zu erhalten.

Hohe Preise am Bau

„Die Preise am Bau sind durch die gute Konjunkturlage in die Höhe gestiegen“, betonte Peter Hirn (SPD). Die Möglichkeit, Firmen gezielt anzusprechen, sollte genutzt werden. Die zeitliche Verzögerung sei ein „kleiner Dämpfer“, aber mit den Hauptbetroffenen, sprich der Feuerwehr, abgesprochen. „Ein neuer Bewerber kennt den Vorschlag von heute, warum sollte er es billiger machen?“, hegte Margret Burget-Behm (CDU) zunächst Zweifel, ob das Vorgehen Hand und Fuß hat, stimmte aber nach einigen Ausführungen der Verwaltung doch zu. So hofft OB Schnurr auf günstigere Preise im Herbst/Winter/Frühjahr, konstatierte aber auch, dass ein gewisses Restrisiko bleibe („dann haben wir Pech gehabt“).

Hoffen auf bessere Konditionen

Die hohen Preise seien „der Marktsituation geschuldet“, so Karl Ehinger (FW). Seine Fraktion trage den Verwaltungsvorschlag mit, auch wenn ein gewisses Risiko bestehe. „Prognosen sind immer schwierig“, meinte Walter Seifermann (GAL). Er sehe aber gute Chancen, ein günstigeres Angebot zu erhalten. Momentan seien die durch die Glasfaser-Verlegung in der Region die Kapazitäten der Unternehmen knapp.
„Willkommen in der Realität“ – für Lutz Jäckel (FDP) war es klar, dass die kalkulierten Kosten nicht zu halten sind. „Der Markt bestimmt den Preis“, die Auftragsbücher der Firmen seien dieses Jahr fast voll. „Alle guten Dinge sind drei“, so kommentierte er das jetzige Vorgehen, bat die Verwaltung aber, bei künftigen Kostenberechnungen etwaige Aufschläge einzukalkulieren.