Gasthaus auf der Hornisgrinde
Auf einer alten Postkarte ist das ehemalige Hotel auf der Hornisgrinde zu sehen, daneben der Turm. Was heute von dem Gebäude dort noch steht, soll abgerissen werden und Platz für die neue Grinde-Hütte machen. | Foto: Repro Berthold Gallinat

Planung für Grinde-Hütte

„Die Idee war schon lange in den Köpfen“

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Wenn es auf der Hornisgrinde wie zurzeit stürmt und regnet, sollen Wanderer dort künftig ebenso Unterschlupf und Bewirtung vorfinden wie die Ausflügler, die bei schönem Wetter die weite Sicht ins Rheintal genießen: Auf dem höchsten Berg im Nordschwarzwald soll eine Gaststätte mit dem Namen „Grinde-Hütte“ entstehen. Sie rückt an die Stelle des ehemaligen Hotels auf dem Berg, das schon lange leer steht.

Wir wollen im April loslegen

„Wir warten auf die Baugenehmigung, und Ende März wird entschieden, ob es eine ELR-Förderung (Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum) geben wird“, erklärt Markus Huber, Vorsitzender der Seebacher Waldgenossenschaft. Diese hatte das Gelände, das jahrzehntelang in Militärbesitz war, vor mehr als 20 Jahren für einen symbolischen Euro zurückgekauft. „Wir wollen im April mit dem Abriss loslegen, Mitte Juni soll der Rohbau stehen“, sagt Huber. Ab Weihnachten 2018 soll die Hütte geöffnet sein – dieses Ziel habe sich Architekt Albert Vögele aus Freudenstadt gesetzt und sei keine Vorgabe der Waldgenossenschaft.

Projekt wird insgesamt rund 2,5 Millionen Euro kosten

Insgesamt rund 2,5 Millionen Euro kostet das Projekt, an dessen Ende eine „reine Wanderhütte“ stehen soll, in der man „gut regional essen“ und eventuell auch Feste und Geburtstage feiern können soll, erklärt Markus Huber. Betreiber wird die Familie Zepf sein, die das Hotel Forsthaus Auerhahn in Baiersbronn führt. Als Hotel sei die Grinde-Hütte aber nicht geplant, auch wenn dies möglich wäre. „Wenn Übernachtungen, dann im einfachen Stil, und davon gibt es in der Umgebung bereits viele Angebote“, erklärt Huber.

Grinde-Hütte Markus Huber
Die Pläne für die Grinde-Hütte zeigt Markus Huber, Vorsitzender der Waldgenossenschaft Seebach, vor dem ehemaligen Hotel. | Foto: Stefanie Prinz

Das Gebäude, das dann im Frühjahr abgerissen werden soll, war früher, bevor es vom Militär beschlagnahmt wurde, bekanntlich schon ein Hotel – „und in der Zeit damals war hier oben mehr los als heute unten am Mummelsee“, sagt der Vorsitzende der Waldgenossenschaft. Im Jahr 2000 wurde das Haus von der französischen Besatzung wieder freigegeben. „Die Idee, wieder eine Gaststätte aufzubauen, war schon lange in den Köpfen.“ Allerdings sei der Brand des Mummelseehotels 2008 dazwischengekommen. Als die Gemeinde Seebach den Hornisgrindeturm saniert hatte und im Anbau (siehe Hintergrund) eine provisorische Bewirtung begonnen wurde, habe man gesehen, dass der Bedarf da sei.

Bausubstanz ist zu alt für einen Umbau

Die Entscheidung, das frühere Hotel nicht umzubauen, sondern abzureißen, habe sich die Waldgenossenschaft nicht leicht gemacht. Letztlich sei aber die Bausubstanz zu alt: der Keller feucht, die Böden unterschiedlich hoch und das Haus für das Vorhaben insgesamt zu groß. Etwa halb so groß wie das bestehende Gebäude soll einmal die Grinde-Hütte werden und innen 120 Sitzplätze bieten. „Wir wollen mit der Hütte die Heimat präsentieren“, sagt Markus Huber, und das sowohl durch die heimische Küche mit regionalen Produkten als auch durch die Materialien: Für die Außenfassade ist witterungsbeständiger Seebacher Granit vorgesehen, dazu kommt heimisches Holz. „Das Gebäude soll dabei moderner aussehen als andere Hütten.“

Das ist ein gutes Wanderziel

Das Erdgeschoss ist barrierefrei geplant, ein Aufzug in eine Galerie in der oberen Etage ist aber nicht vorgesehen. Von dort geht der Blick über eine große Glasfassade in Richtung See ins Tal, genauso von einer Sonnenterrasse und einem Wintergarten aus, bei dem zusätzlich Dach und Seitenwände geöffnet werden können. „Die gute Aussicht ist ein wichtiger Grund, warum die Leute hier hochkommen“, sagt Markus Huber. „Es sind ungefähr 1,5 Kilometer vom See, wir sind nah an der B 500, das ist also ein gutes Wanderziel.“

Waldgenossenschaft hofft auf engere Bustaktung zur Hütte

Zwar fahren bereits Busse auf die Hornisgrinde, „wir hoffen aber, dass er enger getaktet wird“. Um dem vor allem im Sommer häufigen Parkchaos am Mummelsee entgegenzuwirken, baut die Seebacher Waldgenossenschaft gegenüber der Bushaltestelle einen weiteren Parkplatz, der aber wohl erst in etwa zwei Jahren fertig sein wird. Einen zu großen Besucheransturm, unter dem die Natur leiden könnte, befürchtet Markus Huber künftig nicht. Auch sei das Gelände so gut mit Wegen erschlossen, dass man nicht fürchten müsse, dass Menschen querfeldein über das Gelände laufen.

Der Nationalpark Schwarzwald plant im Anbau des Hornisgrindeturms, wo bisher provisorisch bewirtet wird, eine Rangerstation. Einen Zeitplan gibt es dafür bisher nicht, die Pläne werden gemeinsam mit der Gemeinde Seebach und dem Landesbetrieb Vermögen und Bau entwickelt. Die Station ist auf der Hornisgrinde zwar außerhalb des Nationalparks angesiedelt, aber „die Hornisgrinde ist für viele Touristen schon jetzt ein wichtiges Ausflugsziel, von dem aus sie dann weiter in den Nationalpark wandern“, erklärt Nationalparkleiter Wolfgang Schlund. „Es war daher ein besonderer Wunsch der Gemeinde Seebach, dort eine Rangerstation zu errichten, gewissermaßen als Eingangstor in den Nationalpark, sodass die Gäste dort auch vor Ort Informationen über das Schutzgebiet bekommen können.“
Die Station soll Anlaufstelle für die Gäste des Nationalparks sein, in der sie sich informieren können. Das sei umso wichtiger, da es auf der Hornisgrinde ein sensibles Hochmoor gebe und mit jedem Besucher die Belastung der Natur steige. Daher will der Nationalpark in der Rangerstation auch über Regeln im Schutzgebiet aufklären; zudem kann sie ein Startpunkt für Führungen sein. Auch weitere Stationen sind, neben einer bestehenden im Tonbachtal, ebenfalls außerhalb der Grenzen des Nationalparks geplant: in Allerheiligen, in der Glashütte Buhlbach und an der Alexanderschanze, dazu kommt das deutlich größere Infozentrum in Herrenwies.