Ein reizvolles Ambiente kennzeichnet das Acherner „Tivoli“. Die Eigentümerfamilie strebt die Wiedereröffnung als Kommunales Kino und Veranstaltungsstätte an. | Foto: Michael Moos

Acherner Kino

Die Lichter sollen nicht ausgehen im „Tivoli“

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„Ich denke, dass wir eine tragfähige Lösung haben“. Siegfried Stinus ist „guten Mutes“, dass das Acherner „Tivoli“ als Kino erhalten bleibt. Als Vertreter der Eigentümerfamilie strebt Stinus die Gründung eines Trägervereins an.

Markt hat sich verändert

Uwe Bauer hatte als Betreiber Ende vergangenen Jahres die Konsequenzen aus dem sich rasant verändernden Markt gezogen und das Handtuch geworfen. Kurz vor Weihnachten war Schluss im „Tivoli“: Romy Schneider und Hans Albers waren in „Der letzte Mann“ zu sehen – exakt der Film, der 1955 als allererster Film im Acherner Kino gezeigt wurde. Damals noch unter der Leitung von Else Belikan, bevor Bauers Vater Gerd das Kino am 1. Januar 1970 übernahm.

„Gemischte Nutzung“

Seit dem „letzten Mann“ blieb zum Leidwesen vieler Fans die Leinwand dunkel in dem Acherner Kino. Das soll nicht so bleiben. Die Familie Stinus ist mit Investitionen in Vorleistung getreten und hat das Innere erstmal gründlich reinigen lassen. Siegfried Stinus will das „Tivoli“ nach dem Vorbild zahlreicher „Kommunaler Kinos“ wiedereröffnen, strebt dabei aber eine „gemischte Nutzung“ an.

Ein Raum, der Atmosphäre hat

Dabei denkt der Acherner Unternehmer auch an Kleinkunstabende und andere Veranstaltungen – schließlich verfügt das Kino seit der umfassenden Renovierung im Jahr 1991 auch über eine Kleinkunstbühne mit entsprechender Beleuchtungs- und Lautsprecheranlage. Stinus schwärmt vom Ambiente in dem Saal: „Ein Raum, der Atmosphäre hat.“ Er steht im Kontakt mit dem Landesverband Kommunale Kinos (LKK) in Baden-Württemberg, dessen Geschäftsführer er demnächst in Achern erwartet. Auch Gespräche mit der Filmförderanstalt will Stinus führen.

Blockbuster werden nicht zu sehen sein

Das Programm kommunaler Kinos wie etwa in Freudenstadt, Alpirsbach, Breisach oder Oberkirch könnte auch ein Vorbild für Achern sein. „Blockbuster werden hier nicht zu sehen sein“, sagt Stinus. Die werde man den großen Lichtspielhäusern der Region überlassen müssen.

Projektionsanlage fehlt noch

Noch allerdings kann im „Tivoli“ überhaupt kein Film gezeigt werden: Es fehlt schlicht an einer geeigneten Projektionsanlage. Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass sich Fans laut Stinus noch gedulden müssen: „Die Eröffnung ist nicht vor Herbst.“