TEIL DER WEBERHAUS-ERFOLGSSTORY: In seinem Werk in Wenden produziert das badische Fertighausunternehmen für den Markt nördlich der Mainlinie. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens präsentierte man dort jetzt beste Bilanzzahlen. | Foto: pr

Erfolgszahlen aus Rheinau-Linx

Die Stereoanlage als Einbrecher-Schreck im WeberHaus

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Hans Weber erzählt die Anekdote gern: Wie er Ende der 70er-Jahre mit dem Auto durchs Sauerland fuhr und in Wenden-Hünsborn eine große Wiese mit Kühen entdeckte. „Irgendwo hier müsstest Du Dein zweites Werk hinsetzen. Mittendrin in Deutschland und mit Autobahnanschluss“, sagte sich der Fertighaus-Unternehmer. Der daraufhin von ihm angesprochene Rathauschef hat sich dann aber erst einmal in Webers Heimatstadt Rheinau-Linx erkundigt, „mit wem er es denn da eigentlich zu tun hätte“.

„Danach waren wir begeistert“, erinnert sich heute ein Redakteur des Wendener Amtsblatts. Das Werk im Ortsteil Hünsborn ist dort der größte Arbeitgeber und hat in den 40 Jahren seines Bestehens auch kräftig zur Erfolgsstory von WeberHaus beigetragen. Aus diesem Anlass hat sich der 81 Jahre alte Weber ans Steuer gesetzt und ist ins Sauerland gefahren, um dieses Mal dort vor 25 Wirtschafts- und Fachpresseredakteuren die Bilanz vorzustellen. Und die kann sich sehen lassen: Mit 250 Millionen Euro Umsatz haben die Badener erneut einen Rekord erzielt. Mittlerweile ist das 35 000. WeberHaus gebaut – es steht im Zollernalbkreis. „Wir profitieren vom derzeitigen Boom der Fertighausbranche. Die Auftragslage ist nach wie vor gut“, sagt die Geschäftsführende Gesellschafterin Heidi Weber-Mühleck mit badischem Understatement. Denn die Werke sind für mehr als zwölf Monate ausgelastet.

WeberHaus für mehr als zwölf Monate ausgelastet

WeberHaus könnte noch mehr Häuser herstellen, verdeutlicht Technik-Geschäftsführer Gerd Manßhardt im Gespräch mit den BNN. Aber es sei schwierig, an qualifiziertes Personal vor allem für die Vor-Ort-Montage zu kommen – und Risiken in Sachen Qualität wolle man nicht eingehen. Eine Möglichkeit, die Produktivität weiter zu steigern, sei die Automatisation in den Werken zu erhöhen. Für dieses Jahr rechne man mit einem Umsatz von 260 Millionen Euro mit 1 170 Mitarbeitern, sagt der kaufmännische Geschäftsführer, Stephan Jager.

Jedes fünfte neue Einfamilienhaus in Deutschland ist ein Fertighaus

Mittlerweile ist bundesweit jedes fünfte neue Einfamilienhaus ein Fertighaus. Das Werk in Wenden produziert für den deutschen Markt nördlich der Mainlinie, für Belgien und Luxemburg. Das Management denkt darüber nach, ob es künftig auch für den englischen Markt zuständig ist. 75 Prozent der Häuser werden aber im Stammwerk in Rheinau-Linx hergestellt – auch für die Schweiz. Die Auslandsaktivitäten wolle man nicht allzu sehr forcieren, so Vertriebs-Geschäftsführer Peter Liehner.

„Objektbau mit enormem Potenzial“

Herausforderungen für das Unternehmen seien die steigenden Preise für Bauteile – Jager nennt exemplarisch OSB-Holzplatten – und für Bauland. Bei WeberHaus weiß man, dass die Zinswende irgendwann kommen wird und bereitet sich entsprechend vor. Konkret wird der sogenannte Objektbau ausgebaut, auch um in Industriegebieten und Städten mehr zum Zuge zu kommen. Im vergangenen Jahr fertigte WeberHaus zwölf Objekte wie Mehrfamilienhäuser, Ärztezentrum und Gewerbehallen. „Wir lagen bei 19 Millionen Euro Umsatz im Objektbau. Mittelfristig halte ich 50 Millionen Euro für erreichbar“, prognostiziert Manßhardt. Auch bei diesen Projekten sind die Badener fix. Ab Dezember wird beispielsweise in Bühl ein 33-Zimmer-Hotel realisiert, „die Bauzeit wird 19 Wochen beantragen“.

Haus lässt sich per Alexa und mit Apples HomeKit steuern

Weitere gute Zukunftschancen sehe WeberHaus, indem das Unternehmen Vorreiter etwa bei der Haustechnik bleibe, so Prokurist Klaus-Dieter Schwendemann. Im neuen Musterhaus in Wenden lassen sich beispielsweise Lichtszenen, Rollläden, Musik und Temperatur per Apple HomeKit oder der Amazon-Sprachassistentin Alexa steuern. „Warum eine Alarmanlage mit Sirene ins Haus holen, wenn eine Stereoanlage vorhanden ist?“, fragt er. Dann lässt er einen Einbruchsversuch simulieren – es gehen alle Lichter an, die Rollläden hoch, und die Soundanlage verschreckt den Dieb mit einem schrillen Alarmton.

Firmen-Visitenkarte:

• Firma/Sitz: WeberHaus GmbH & Co. KG (Rheinau-Linx)
• Gründungsjahr: 1960
• Produkte: Individuelle Architektenhäuser und vorgeplante Baureihen in Fertigbauweise
• Geschäftsführende Gesellschafter: Hans Weber, Christa Weber, Heidi Weber-Mühleck
• Umsatz: 250 (2016: 240) Millionen Euro
Gebaute Häuser: 745 (2016: 750)
• Jahresüberschuss: keine Angaben
• Exportanteil: 15 (2016: 15 Prozent)
• Mitarbeiterzahl: 1 144 (2016: 1 104)
• Homepage: www.weberhaus.de