Bands aus Übersee und Europa gastieren beim 16. Internationalen Bühler Bluegrass-Festival. Im Bild das Finale im vergangenen Jahr. | Foto: pr

Bluegrass-Festival in Bühl

„Die Szene ist immer in Bewegung“

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„Die Szene ist immer in Bewegung“, sagt Patrick Fuchs. Und gleiches lässt sich mit Fug und Recht auch von dem künstlerischen Leiter des Internationalen Bühler Bluegrass-Festivals behaupten. Ob die US-Band „Pert Near Sandstone“ in Rotterdam, ob die Kanadier „Murder Murder“ in Norddeutschland, ob „Ila Auto“ im  norwegischen Oslo – die Bands, die am 11. und 12. Mai bei der 16. Festivalauflage in Bühl auf der Bühne stehen, sie alle hat Patrick Fuchs schon persönlich erlebt. Europaweit ist er in Sachen Bluegrass unterwegs. „Der Live-Eindruck ist der wichtigste“, sagt der hauptberufliche Kontrabassist der Essener Philharmoniker, der in seiner Heimatstadt Bühl seit 2016 für die Auswahl der Bands zuständig ist und diese Aufgabe von seinem Vater Walter Fuchs übernommen hat.
Ein kurzer Stopp führt ihn in die Zwetschgenstadt, abends zuvor war er noch in München, um eine neue Bluegrassband kennenzulernen. Allein zehn deutsche Gruppen hat er auf seiner Liste, eine bis zwei kommen bestimmt auch mal nach Bühl, verspricht Fuchs mit Blick auf die Programmgestaltung der nächsten Jahre. Dass das Bühler Festival für Fans und Künstler gleichermaßen attraktiv ist, verdeutlichen die Bewerbungen, die gleich dutzendweise bei dem künstlerischen Leiter eingehen.

Die Stadt Bühl als „Bluegrass-Fenster“

Das Programm 2018 ist indes schon längst festgezurrt. Einmal mehr will sich die Stadt Bühl als Veranstalter des jährlichen Festivals als „Bluegrass-Fenster“ (Fuchs) präsentieren mit Musikern sowohl aus Europa als auch aus Übersee. Insgesamt sind sechs Gruppen angekündigt. Von Oldtime und traditionellem Bluegrass bis hin zu Einflüssen aus Folk, Rock und Punk ist der musikalische Bogen wiederum weit gesteckt.
„Wir wollen eine große Bandbreite zeigen“, verdeutlicht Fuchs – und mit dem Festivalauftakt (11. Mai, 20 Uhr) unter dem Motto „Bluegrass unter Hebebühnen“ auch ein jüngeres Publikum ansprechen. Der Erfolg im vergangenen Jahr – 450 Fans kamen zur Eröffnung in die Halle des Hauptsponsors, der Firma Josef Oechsle im Industriegebiet Süd – hat laut Fuchs gezeigt, das diese Atmosphäre genau die richtige ist, um junge Leute anzuziehen.

Oldtime-Power mit „Pert Near Sandstone“ gibt es zum Auftakt. | Foto: pr

Wilder Abend zum Auftakt

Einen richtig wilden Abend verspricht Fuchs zum Auftakt: Oldtime-Power mit „Pert Near Sandstone“ aus Minnesota samt „Clogging“ des Tänzers und Musikers Matt Cartier, das den stampfenden Rhythmus der Band zusätzlich verstärkt.  Die zweite Band des Abends, „Murder Murder“ aus Kanada, bewegt sich zwischen Bluegrass, Punk und Alternative Country und ist laut Fuchs sehr beliebt in der Clubszene ihres Heimatlandes.
Nach den Open-Air-Auftritten am Festivalsamstag (ab 11.30 Uhr, Johannesplatz, bei freiem Eintritt) verspricht das Abendprogramm (ab 17 Uhr, Bürgerhaus Neuer Markt) Konzertatmosphäre. Das multinationale Trio „St. Beaufort“, 2013 in Berlin gegründet, wartet mit Oldtime, Folk, Americana und Bluegrass auf und will in Bühl auch seine neue CD präsentieren.

 

Sierra Hull wurde sowohl 2016 als auch 2017 in den USA zum „Mandolin Player of the Year“ gewählt. | Foto: pr

Von Oldtime bis Rock und Punk

Nach dem großen Erfolg von „Curly Strings“ aus Estland im vorigen Jahr gastiert eine weitere Band aus Nordeuropa in Bühl: Die fünf Musiker von „Ila Auto“ aus der norwegischen Hauptstadt Oslo haben eigene Lieder in ihrer Landessprache, aber auch traditionelle englischsprachige Bluegrass-Songs im Repertoire. Dass das Bühler Bluegrass-Festival Generationen vereint, zeigen die weiteren Verpflichtungen: Da ist zum einen die erste 26-jährige Sierra Hull, die 2016 und 2017 in den USA zum „Mandolin Player of the Year“ gewählt wurde (im Duo mit dem Kontrabassisten Ethan Jodziewicz), und zum anderen die lebende Legende Peter Rowan, die sich mit 75 Jahren nochmals auf den Weg von Übersee nach Europa macht. Der erfahrene Gitarrist und Songwriter, einst Mitglied der legendären „Bluegrass Boys“ des Bluegrass-Gründervaters Bill Monroe, ist an der Seite der italienischen Band „Red Wine“ zu erleben.
Weitere Informationen gibt es im Internet.