Rund 500 „Schwarzwälder“ bei der Mitgliederversammlung in Baiersbronn.
Rund 500 „Schwarzwälder“ bei der Mitgliederversammlung in Baiersbronn. | Foto: Kuhnert

Große Umstrukturierung geplant

Dramatischer Mitgliederschwund: Schwarzwaldverein plant neues Leitbild

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Bestärkt auf ihrem Weg, den Schwarzwaldverein zu erneuern und fit zu machen für die Zukunft, sieht sich die Vereinsleitung nach der jüngsten Mitgliederversammlung. Dazu waren am Samstag mehr als 500 Mitglieder und Funktionsträger nach Baiersbronn (Landkreis Freudenstadt) gekommen. Die Leitung des zweitgrößten Wandervereins Deutschlands mit Sitz in Freiburg informierte dort die Basis über teils einschneidende Strukturänderungen im Vereinsgefüge.

Von unserem Mitarbeiter Hannes Kuhnert

Aus rund 150 der über 220 eigenständigen Ortsgruppen zwischen Karlsruhe und Konstanz, Basel und Calw waren Mitglieder in die Schwarzwaldhalle gekommen, um die Relaunche des Vereins zu diskutieren. Entscheidungen standen nicht an. Diese sollen bei der 150. Hauptversammlung am 29. Juni in Konstanz getroffen werden.

Ein unverbindliches Meinungsbild jedoch ergab, dass trotz mancher Bedenken der weitaus größte Teil der anwesenden Mitglieder den Weg der Vereinsleitung mitgehen will.

Umstrukturierungen in Vorstand und Bezirken

Dabei soll ein neues Leitbild verabschiedet und das Vorstandsgremium von 32 auf 13 Mitglieder verschlankt werden. Die bisher 16 Bezirke will der Verein in vier Regionen bündeln, de Fachbereiche in fünf Ressorts gliedern, wobei dem „Natursport“ Raum für Ski-und Fahrradfahren gegeben wird. Mit der neuen „mittelbaren Mitgliedschaft“ sollen Mitglieder der Ortsvereine gleichzeitig Mitglieder des Hauptvereis werden.

Viele Ortsgruppen geben auf

Um den Schwarzwaldverein steht es nicht gut, die Ortsgruppen brechen ihm weg. In den vergangenen zehn Jahren haben 24 Ortsgruppen aufgegeben, 13 fusionierten und 28 Ortsgruppen mit rund 8000 Mitglieder wurden nach intensiver Beratung gerettet. Von 1992 bis heute schmolz die Mitgliederzahl um dramatische 35 Prozent von 92.000 auf 60.000.

Wird es den Verein in einigen Jahren noch geben?

„Wenn wir jetzt nicht gegensteuern, wird es den Schwarzwaldverein in wenigen Jahren nicht mehr geben“, redete Präsident Georg Keller Klartext. Der Verein müsse schlanker, transparenter, schlagkräftiger und moderner werden.

Wollen den Schwarzwaldverein erneuern: Hauptgeschäftsführer Mirko Bastian (links) und Präsident Georg Keller.
Wollen den Schwarzwaldverein erneuern: Hauptgeschäftsführer Mirko Bastian (links) und Präsident Georg Keller. | Foto: Kuhnert

Seit zwei Jahren, in Expertenrunden und fünf Regionalkonferenzen mit insgesamt 600 Mitgliedern beschäftigt sich der Verein mit seiner Erneuerung.

Dabei wurden ein neues Leitbild und eine neue Satzung erarbeitet. Der Strukturwandel, so erklärte Hauptgeschäftsführer Mirko Bastian in Baiersbronn, stehe am Anfang des Prozesses, die inhaltliche Erneuerung werde folgen.

Leidenschaftliche Diskussionen in Baiersbronn

Die Entwürfe von Leitbild und Satzung wurden in Baiersbronn leidenschaftlich diskutiert, dabei fehlten Stimmen aus den Mitgliederreihen nicht, die eindringlich an das Wirgefühl des Traditionsvereins appellierten.

Die Pläne
Der Schwarzwaldverein will seine Bezirke in fünf Regionen bündeln. Die heimische Region Mitte/Nord soll sich – nach bisherigen Erkenntnissen – zusammensetzen aus folgenden Bereichen: Hornisgrinde, Renchtal, Kinzigtal, Ortenau und Kniebis.