Dreharbeiten in Gengenbach: Die Hauptdarsteller Lars Eidinger und Bjarne Mädel. | Foto: Alessandra Hamsch

Gengenbach wieder Filmkulisse

Wasser statt Wein: Dreharbeiten mit Hindernissen

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Von Alessandra Hamsch
Statt „Kamera ab“ hieß es „Wasser marsch“: Die historische Altstadt Gengenbach wurde zur Kulisse der Dreharbeiten für den Kinofilm 25 km/h. Doch das Wetter machte es der Filmcrew nicht leicht. Der Drehtermin musste im Vorfeld bereits einmal wegen Gewitterwarnung verschoben werden, im zweiten Anlauf dann sollte er klappen. Doch Geduld war gefragt. Der zum Teil heftige Regen hielt die Filmcrew letztlich nicht davon ab, das „badische Weinfest“ vor der historischen Kulisse der Gengenbacher Altstadt in den Kasten zu bringen. Der Film soll am 13. September 2018 in die Kinos kommen.

Ein „echtes“ Badisches Weinfest

In Gengenbach wurde eine Szene gedreht, die auf einem Badischen Weinfest spielt. Während der Dreharbeiten wurde die Innenstadt für Autofahrer gesperrt. Für die Fußgänger gab es bis auf den unmittelbaren Drehort keine Einschränkungen. Die Filmcrew musste jedoch Geduld beweisen, denn statt Wein floss das Wasser vom Himmel in Strömen. Ursprünglich sollte bereits am Dienstag vergangener Woche gedreht werden. Wegen Unwetterwarnungen musste der Drehstart verschoben werden. „Hätten Sie lieber den alten Termin gelassen. Heute ist das Wetter schlechter,“ kommentiert eine Gengenbacher Statistin. „Letzte Nacht war es kalt. Man bekam Decken, alles war gut organisiert.“ In den Drehpausen bekamen die Statisten die Stars selten zu Gesicht. „Alexandra Maria Lara ist ein toller Typ. Aber sie war viel vor dem Spiegel“, stellt eine Statistin fest.

260 Statisten mussten sich gedulden

Für die 260 Statisten gab es Catering und Kaffenachschub. „Wir Statisten mussten viel warten. In einer Nacht waren wir von sieben Uhr abends bis halb sechs Uhr morgens am Set.“ In der darauffolgenden Nacht verzögerte sich der Dreh erneut wegen heftiger Regenschauer.

Verregnetes Weinfest: Warten war angesagt in Gengenbach

Die 160 Statisten blieben gelassen, denn auch in dieser Nacht gab es erneut reichlich Kaffee und sie machten es sich in einer Halle bequem. „Auch wenn nicht gedreht wird bekommen wir unser Geld“, sagt einer der Wartenden. Für zehn Stunden Arbeit gibt es im Schnitt 85 Euro plus 15 Euro Nachtzuschlag, jede weitere Stunde wird mit neun Euro vergütet.

Nicht die ersten Dreharbeiten

Die Gengenbacher Bevölkerung ist an Staraufgebot gewöhnt, denn bereits Tim Burton drehte für „Charlie und die Schokoladenfabrik“ mit Jonny Depp in der Hauptrolle eine Szene in dem malerischen Städtchen. Axel Armbruster, Chef von der Pfeffermühle, hatte bereits damals ein Catering für ungefähr 300 Leute veranstaltet. „Diesmal haben sie für die Besatzung ein eigenes Cateringteam, aber wir machen die Stände für das Weinfest. Die Essensauswahl kam übrigens von uns“, berichtet Armbruster. Durch den Regen gehen ihm keine Einnahmen verloren, denn er wird trotzdem entlohnt.

Risiko liegt bei den Produzenten

Das volle Risiko dagegen tragen die beiden Produzenten Oliver Ziegenbalg und Markus Goller. Auf die Frage, was passiert wenn es durchregnet, kommentierte Oliver Ziegenbalg mit einem Augenzwinkern: „Dann verfluchen wir Baden. Es kann nicht sein, dass es durchgängig regnet. Wir hoffen auf zwei Stunden ohne Regen.“ Wie die Pressestelle von Sony Pictures berichtet, konnte der Dreh in Gengenbach trotz Verzögerung letztlich stattfinden: „Wir haben gegen 22 Uhr angefangen und bis 6.30 Uhr gedreht.“
Damit gab es für alle beteiligten ein Happy End – wie es im Kino ja auch sein sollte.

 

Hier die Hauptdarsteller im ABB-Interview:

 

Der Film 25 km/h ist das neuste Projekt von Drehbuchautor und Produzent Oliver Ziegenbalg sowie von Regisseur und Produzent Markus Goller. Das Erfolgsduo ist bekannt durch den Komödien-Hit „Friendship“. Im Zent-rum des Films steht die abenteuerliche Reise des Geschwisterpaars Georg (Bjarne Mädel, „Der Tatortreiniger“) und Christian (Lars Eidinger, „Terror – Ihr Urteil“), die mit dem Mofa mit 25 Stundenkilometern quer durch Deutschland reisen.
Die unterschiedlichen Brüder Georg und Christian treffen nach 20 Jahren Entfremdung bei der Beerdigung des Vaters aufeinander. Der Tischler Georg hat seinen Vater bis zum Tode gepflegt, währenddessen hat sein Bruder als Top-Manager Karriere gemacht. Nach einer durchzechten Nacht mit reichlich Alkohol beschließen die Brüder ihren Jugendtraum wieder aufleben zu lassen: Mit dem Mofa wollen sie Deutschland erkunden. Auf der Reise durchleben die beiden in die Jahre gekommenen Brüder viele Abenteuer. Zum Beispiel steppen sie auf dem Badischen Weinfest. Während sie schräge Bekanntschaften machen und wahnwitzige Situationen erleben, stellen sie fest, dass es bei dem Trip nicht nur darum geht, quer durch Deutschland zu fahren, sondern wieder zueinander zu finden.
Die Idee zum Film bekam Oliver Ziegenbalg bei einem Sri-Lanka Aufenthalt vor eineinhalb Jahren. „Mit dem Mofa durch Deutschland ist die einzige Möglichkeit Deutschland zu zeigen“, erklärt der Autor. Oliver Ziegenbalg gibt zu: „80 Prozent von mir stecken im Film.“
25 km/h sei für ihn ein sehr persönlicher Film. Er habe in der Geschichte viele private und auch Erlebnisse von Bekannten verarbeitet. Bis zum Drehstart dauerte es nur eineinhalb Jahre. Drehbeginn war der erste August und die Dreharbeiten werden bis Mitte September 2017 anhalten. Für den Film sind 37 Drehtage eingeplant, es wird gedreht in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Berlin-Brandenburg. Für Gengenbach als Drehort habe er sich entschieden, weil Gengenbach „wahnsinnig schön“ sei, denn „wir wollten im Film die ländlichen Regionen in ihrer Schönheit zeigen.“