Die Werfthalle der DRF Luftrettung auf dem Gelände des Baden-Airparks verfügt über 15 Wartungsdocks für Hubschrauber und Ambulanzflugzeuge. | Foto: Patrick Seeger

Tag der offenen Tür

DRF Luftrettung seit 20 Jahren im Baden-Airpark

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Vor 20 Jahren bezog die DRF Luftrettung ihr Operation Center am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden. Die Rettungsorganisation verbucht steigende Einsatzzahlen. Bei einem Tag der offenen Tür stellt die DRF Luftrettung ihre Arbeit vor.

Die DRF Luftrettung hat allen Grund zum Feiern: Vor 20 Jahren haben die Luftretter ihr Operation Center am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden bezogen. Aus diesem Anlasse stellt sich die Rettungsorganisation am kommenden Samstag der Öffentlichkeit vor. Es ist der erste Tag der offenen Tür, den die DRF Luftrettung auf ihrem Gelände ausrichtet, betont Florian Rabe, der Leiter der Stabsstelle Zentrales Projektmanagement der DRF Stiftung Luftrettung. Die Besucher haben dabei ausgiebig die Gelegenheit, das Operation Center, das operative Herzstück der Luftrettung, zu besichtigen, und sich über die Arbeit der DRF Luftrettung zu informieren.

Schnelle Notfallrettung aus der Luft und sichere Patiententransporte mit Hubschraubern und Ambulanzflugzeugen – dafür steht die Organisation mit Hauptsitz in Filderstadt, die 1972 auf Initiative der Björn-Steiger-Stiftung als Deutsche Rettungsflugwacht e.V. gegründet und 2008 zur heutigen DRF Luftrettung umstrukturiert wurde. Diese besteht aus einem gemeinnützigen Förderverein, einer Stiftung des bürgerlichen Rechts und einer gemeinnützigen AG. Zur Finanzierung tragen unter anderem die mehr als 400 000 Fördermitglieder bei.

Von Oos in den Baden-Airpark

Die Wartung der Helikopter war seit 1980 am Flugplatz Oos angesiedelt. Im Zuge der Konversion der damaligen kanadischen Airbase ergab sich 1999 die Möglichkeit des Umzuges. Das von der DRF Luftrettung gekaufte Areal an der Laval Avenue E 312 in unmittelbarer Nachbarschaft zur Start- und Landebahn des Baden-Airports ermöglichte es, die damals betriebenen Ambulanzflugzeuge von Stuttgart nach Söllingen zu verlegen und bot zudem die Option einer Erweiterung, die im Jahr 2013 mit dem Bau eines zusätzlichen Verwaltungsgebäudes und neuer Werfthallen auch genutzt wurde. So ist das Operation Center heute mit 15 Wartungsdocks für mehr als 50 Hubschrauber und Ambulanzflugzeuge ausgestattet. In den angrenzenden Werkstätten können Techniker zudem Hubschrauberkomponenten wie Triebwerke, Rotorköpfe oder Luftfahrzeugbatterien instandsetzen.

Werft wartet alle DRF-Hubschrauber

Die DRF Luftrettung wartet in der Werft im Baden-Airpark sämtliche Hubschrauber ihrer deutschlandweit 29 Luftrettungsstationen sowie die Helikopter von zwei Standorten in Österreich. Mehr als 200 von insgesamt 670 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der DRF Luftrettung sind im Operation Center beschäftigt.
Der Tätigkeitsbereich ist weit gesteckt. Neben dem technischen Betrieb mit Werft werden von Söllingen aus alle weltweiten Luftrettungseinsätze koordiniert. Die DRF Luftrettung bildet seit 2004 eigenständig Hubschrauberpiloten aus und kooperiert künftig auch mit Lufthansa Aviation Training in diesem Bereich. Die Organisation betreibt außerdem einen eigenen luftfahrtzugelassenen Entwicklungsbetrieb. Ansässig ist ferner die Zentrale Koordinierungsstelle Baden-Württemberg (ZKS), die landesweit alle Intensivtransporte disponiert.

Die Hubschrauber sind oft die schnellsten Notarztzubringer. | Foto: Patrick Seeger

Die Einsatzzahlen steigen

Die Einsatzzahlen steigen. Immer häufiger wird die DRF alarmiert, denn oft sind die Hubschrauber der schnellste Notarztzubringer. Laut Florian Rabe gab es im vergangenen Jahr rund 40 000 Einsätze, 2017 waren es noch 38 000. Aktuell weist die DRF für das laufende Jahr bereits 17 869 Einsätze auf.
Auch die Zahl der Auslandsrückholungen (300) hat zugenommen. Hierzu heben die beiden Learjets von der Söllinger Piste ab. Diese mit modernster Technik ausgestatteten fliegenden Intensivstationen sind mit zwei, bei längeren Flügen mit drei Piloten, einem Notarzt und einem Notfallsanitäter besetzt und können ohne nachzutanken bis zu viereinhalb Stunden in der Luft sein. Aber auch Flüge nach Südafrika oder Asien sind kein Problem. „Jeder Einsatz ist einzigartig“, so Rabe. Und bleibt in Erinnerung, besonders dann, wenn Kinder betreut werden und alles gut ausgeht.

Tag der offenen Tür

Die DRF Luftrettung öffnet am Samstag, 29. Juni, ihre Türen und lädt die Besucher dazu ein, zwischen 10 und 17 Uhr auf dem Gelände im Baden-Airpark, Laval Avenue E 312, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Verschiedene Hubschrauber und ein Ambulanzflugzeug stehen zur Besichtigung bereit. Die Gäste können den Technikern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und sich an Informationsständen über die Arbeit der Luftretter informieren.
Als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb für spezialisierte Berufe wie Avioniker oder Fluggerätemechaniker informiert die DRF Luftrettung auch über Karriere- und Ausbildungsmöglichkeiten. Kinder können in Kursen lernen, wie sie im Notfall helfen. Platz zum Toben gibt es in einer Hüpfburg. Auf einem Parcours können Besucher Quizfragen beantworten. Unter den Teilnehmern werden als Preise unter anderem „Flüge“ im Flugsimulator verlost. Vorführungen von Nachtsichtgeräten, eine Drohnenausstellung und vieles mehr ergänzen das Angebot.
Die DRF Luftrettung bittet die Besucher, ausschließlich die drei kostenlos zur Verfügung stehenden, ausgeschilderten Parkplätze (A, B und C) auf dem Gelände des Airparks zu nutzen. Von diesen fahren kostenlose Shuttlebusse im Zehn-Minuten-Takt zum Veranstaltungsgelände und wieder zurück. Die Anfahrt ist nur über die Hauptzufahrtsstraße zum Airpark über Söllingen oder Hügelsheim möglich. Die Zufahrt über das Schiftunger Tor ist an diesem Tag gesperrt.
Weitere Information gibt es im Internet www.drf-luftrettung.de