Das Festival kann kommen: (von links) OB Hubert Schnurr, der künstlerische Festivalleiter Patrick Fuchs, Bürgermeister Wolfgang Jokerst, Fachbereichsleiter Klaus Dürk und Geschäftsführer Stefan Oechsle von der Firma Josef Oechsle. | Foto: Maier

Festival am 17. Und 18. Mai in Bühl

Ein Programm nicht nur für Bluegrass-Fans

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Die musikalische Bandbreite ist weit gesteckt: Das 17. Internationale Bühler Bluegrass-Festival lotet einmal mehr die Grenzen zu anderen Genres wie Blues, Folk und Jazz aus. Und das, so ist schon jetzt festzuhalten, mit Erfolg: Denn 60 Prozent der Karten sind sowohl für den Festivalauftakt unter dem Motto „Bluegrass unter Hebebühnen“ (Freitag, 17. Mai, 20 bis 23.30 Uhr, Firma Josef Oechsle) als auch für das Konzert im Bürgerhaus Neuer Markt (Samstag, 18. Mai, 17 bis 23.30 Uhr) schon verkauft. Und so hoffen die Organisatoren auf ausverkaufte Konzerte an beiden Festivaltagen und – wie im Vorjahr – auf rund 1 000 Musikfans aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland.

Ein Festival mit Blick über den Tellerrand

Ein ereignisreiches Wochenende steht laut Oberbürgermeister Hubert Schnurr Mitte des Monats Mai in Bühl bevor. Denn gleich nach dem zweitägigen von der Stadt jährlich ausgerichteten Festival ist am 19. November die offizielle Übergabe des Feuerwehrgerätehauses Bühl-West in Balzhofen. Auf ein „tolles Festival mit außergewöhnlichen Musikern und Botschaftern der Bluegrassmusik“ freut sich auch Bürgermeister Wolfgang Jokerst. Vielfältig wie im Vorjahr, wenn nicht noch mehr, sei das Festival „mit Blick über den Tellerrand“.
„Ein Programm nicht nur für Bluegrass-Fans“ kündigt der musikalische Leiter Patrick Fuchs an. Er freut sich deshalb sehr, beim Festivalauftakt die Dortmunder Band Dieselknecht, die sich Americana auf Deutsch auf ihre Fahnen geschrieben hat, sowie die Henhouse Prowlers aus Chicago (USA) präsentieren zu können, die viele musikalische Einflüsse in ihre „Weltmusik im Bluegrass-Sound“ integriert.
Auch das Kölner Duo Stereo Naked mit dem neuseeländischen Kontrabassisten Pierce Black und der Singersongwriterin und Banjospielerin Julia Zech – in Bühl von Joon Laukamp (Mandoline, Fiddle) zum Trio erweitert – lotet laut Fuchs am Festivalsamstag die Grenzen des Bluegrass aus und hat seine neue EP mit deutschen Texten im Gepäck.

Duo aus Nashville als Stargast

Einen wilden Ritt durch Bluegrass, Country und Blues verspricht das Virtuosenduo Rob Ickes (Dobro) und Trey Hensley (Gitarre), derzeit einer der angesagten Acts in Nashville. Ebenfalls aus den USA reisen Jeff Scroggings & Colorado an. Der mehrfache nationale Banjo-Champion Jeff Scroggins muss bei diesem Gastspiel auf ein Familientreffen auf der Bühne verzichten. Sein Sohn Tristan ist aufgrund anderweitiger Verpflichtungen verhindert, für ihn springt Jesse Brock ein, der 2009 und 2015 von der International Bluegrass Music Association zum Mandolin Player of The Year gekürt worden war. Die vergangenen drei Jahren sahnte übrigens Sierra Hull (sie gastierte im Vorjahr in Bühl) diesen Titel ab, und die Chancen dafür stehen laut Fuchs auch 2019 nicht schlecht. Bluegrass Breakdown heißt die dritte deutsche Band beim Bühler Festival. Die 1982 gegründete Formation aus Berlin hat sich dem Newgrass verschrieben, also der etwas moderneren Form des Bluegrass. Aus Kanada stammt die Lonesome Ace Stringband, die Old-Time-Musik in modernem Gewand spielt. Fuchs: „Da fallen Akkorde, die hat es vor 80, 100 Jahren in der Oldtime-Musik nicht gegeben.“
„Das Bühler Festival hat sich einen internationalen Stellenwert erarbeitet und ist in Deutschland mittlerweile ,das’ Festival“, betont Klaus Dürk, der städtische Fachbereichsleiter Bildung – Kultur – Generationen. Als gut wertet er die Entscheidung, die Bandbreite des Festivals über den Bluegrass hinaus zu öffnen. Und diese Entwicklung stößt auch bei dem Festival-Initiator Walter Fuchs, der 2016 die künstlerische Leitung an seinen Sohn abgegeben hat, auf Zustimmung: „Ich freue mich riesig, dass Patrick als mein Nachfolger neue Impulse gesetzt hat.“

Open-Air-Konzerte am Johannesplatz

Doch Bewährtes wird beibehalten, so die kostenlosen Open-Air-Konzerte am Johannesplatz (Samstag, ab 11.30 Uhr) und der Festivalauftakt in der Werkstatt der Firma Josef Oechsle, der auch ein jüngeres Publikum ansprechen soll. Und so räumt Geschäftsführer Stefan Oechsle mit seinem Team auch dieses Mal seine Werkstatt aus – je ein guter Tag Arbeit für Auf- und Abbau – und schafft Platz für die Bluegrassmusik. Oechsle: „Das ist eine Herzenssache.“
Weitere Infos und Kartenservice online unter: www.buehl.de