Gründung der Musik- und Kunstschule Achern-Oberkirch am 9. November 1992: Am Tisch Willi Stächele (Oberkirch) und Reinhart Köstlin (Achern), dahinter (von links) Klaus Brodbeck (Renchen), Ewald Panther (Sasbach), Valentin Doll (Sasbachwalden), Thomas Grieser (Oppenau) und Klaus-Peter Mungenast (Kappelrodeck) bei der Unterzeichnung des Vertrags. | Foto: Roland Spether

Musikschule in Achern

Eine Erfolgsgeschichte interkommunaler Zusammenarbeit

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Von Michael Karle

Die Musik- und Kunstschule Achern-Oberkirch feiert Geburtstag. Vor 25 Jahren, am 9. November 1992, trafen sich im Kappelrodecker Zuckerbergschloss die Stadtchefs von Achern und Oberkirch, Reinhart Köstlin und Willi Stächele mit den Bürgermeister der weiteren fünf Verbandsgemeinden – Klaus Brodbeck (Renchen), Ewald Panther (Sasbach), Valentin Doll (Sasbachwalden), Thomas Grieser (Oppenau) und Klaus-Peter Mungenast (Kappelrodeck) – um die interkommunale Zusammenarbeit zu besiegeln und die Satzung zu unterschreiben.

Machen wir das Beste daraus

Dem Gründungsakt wohnten auch Rudolf Heidler und Hansjörg Stürzel bei, die heute noch die Kunst- und Musikschule Achern-Oberkirch leiten. Reinhart Köstlin gab 1992 dem Zweckverband einen guten Wunsch mit auf den Weg. „Die Kunst- und Musikschule liegt nun ganz in unserer Hand. Machen wir das Beste daraus.“

Einst „nur“ Zweigstelle

Der Blick in die Vorgeschichte der heutigen Musik- und Kunstschule zeigt, dass 1973 in Offenburg eine städtische Musikschule gegründet worden war. Bereits zwei Jahre danach bildete sich in Achern eine Zweigstelle dieser Musikschule, ein weiteres Jahr danach startete die Zweigstelle Oberkirch. Der Unterricht in Achern fand in den Räumen des Gymnasiums, der Realschule, der Förderschule und im Pavillon der Grund- und Hauptschule statt. Sieben Lehrkräfte bildeten im Gründungsjahr in Achern 98 Schüler aus, bereits zwei Jahre danach wurden zwei Kurse für „Musikalische Grundausbildung“ eingerichtet.

Musikpreis als Forum für Begabte

Im Mai 1982 wurde Rudolf Heidler Leiter der Zweigstelle Achern, Hansjörg Stürzel ein Jahr später in Oberkirch. 1992 besuchten in Achern 307 Mädchen und Jungen den Unterricht bei 25 Lehrkräften. Musizierstunden und Konzerte kennzeichneten die öffentlichen Auftritte. Erstmals 1985 gehörte der Musikpreis der Stadt Achern zu einem wichtigen Forum der besonders begabten Musikschüler. Schon früh waren Musikschüler aus Achern und Oberkirch auch bei den Wettbewerben „Jugend musiziert“ erfolgreich.

Weg in die Selbstständigkeit

Nachdem die Stadt Offenburg angesichts der Größe der Musikschule mit etwa 4 000 Schülern eine Änderung der Rechtsform anstrebte, entschied man sich in Achern und Oberkirch für eine gemeinsame und selbstständige „Musik- und Kunstschule Achern-Oberkirch“.

Alleinstellungsmerkmal

Zum Schritt von der Musikschule zur Musik- und Kunstschule hatte ein erfolgreiches Projekt der Zweigstelle Achern für ein einjähriges „Förderprogramm zur Entwicklung der Gesamtmusischen Begabung von Kindern im Alter von fünf bis neun Jahren“ beigetragen. „Hiermit konnten wir ein echtes Alleinstellungsmerkmal entwickeln“, so Rudolf Heidler. Preisträgerkonzerte, musikalische Früherziehung und gesamtmusische Förderung, ein Kammerchor Achern, Schülerkonzerte, Orchesterauftritte und -Freizeiten kennzeichnen die Aktivitäten der Musikschule seit den ersten Jahren.

Schulkooperationen spielen große Rolle

Heute verfügt die Musik- und Kunstschule Achern-Oberkirch über zwei starke Standorte, kooperiert in allen Belangen und entwickelt ihre Strukturen, wie es aktuelle Erfordernisse und Gegebenheiten mit sich bringen. In Zeiten der Ganztagsschule spielen auch Schulkooperationen eine große Rolle. Projektwochen tragen ebenso wie Schülerkonzerte an besonderen Plätzen zur Positionierung der Schule im öffentlichen Raum bei. Derzeit werden rund 2 000 Schüler von 45 Lehrerinnen und Lehrer unterrichtet.

Freude am Musizieren wichtig

Nach wie vor erreichen nicht wenige Jugendliche aus den Verbandsgemeinden Erfolge bei den Wettbewerben von „Jugend musiziert“ und schlagen gegebenenfalls auch den Weg in eine professionelle Musikerlaufbahn ein. „Das Entscheidende bleibt neben der geforderten Qualität, dass die Jugendlichen die Freude am Musizieren behalten und sich über ihre Auftritte im Orchester, in Ensembles und solistisch, sowie beim nach wie vor notwendigen Üben zu Hause auch persönlich gut entwickeln. Bei zahlreichen öffentlichen Auftritten dürfen wir dies überzeugend erleben“, sind sich die Musikschulleiter Hansjörg Stürzel und Rudolf Heidler einig.

Jubiläumsfeier am 9. November

Gefeiert wird das Jubiläum am Donnerstag, 9. November, um 19 Uhr in der Alten Kirche Fautenbach. Den Festvortrag hält Gerd Eicker zum Thema „Musikschulen in Europa“.