Hochspringerin Jossie Graumann könnte auch in diesem Jahr wieder in Bühl starten. | Foto: Thomas Steuerer

Meeting in Bühl am 19. Juli

Einige Hochsprung-Stars auf dem Zettel

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Der Hochsprung-Überflieger des Karlsruher Indoor-Meetings, der Japaner Naoto Tobe, wird wohl nicht nach Bühl kommen. Aber der Goldmedaillen-Gewinner der Leichtathletik-EM in Berlin hat sein Interesse bekundet. Mateusz Przybylko, 2,35 Meter Bestleistung im Freien, will am Freitag, 19. Juli, beim Internationalen Hochsprung-Meeting in Bühl starten. Wenn nichts dazwischen kommt, wenn er fit ist, wenn sich nicht doch noch ein attraktiverer Wettkampf anbietet.

Job mit vielen Unabwägbarkeiten

Athletenmanagement ist, wie auch der Umgang mit Künstler-Persönlichkeiten, ein Job, der von vielen Unabwägbarkeiten begleitet wird. Uli Geis kann ein Lied davon singen, sorgt er doch dafür, dass in der Zwetschgenstadt bei Frauen wie Männern alljährlich ansprechende Teilnehmer an den Start gehen.

Planungen für Hochsprung-Meeting am 19. Juli laufen

Die Planungen für das nächste Meeting in Bühl laufen auf Hochtouren, viel mehr als eine Wunschliste hat Geis allerdings (noch) nicht. Mateusz Przybylko ist darauf zu finden, er will ja auch, wenn er denn kann. Marie-Laurence Jungfleisch steht ebenfalls auf dem Zettel, samt einer Absichtserklärung. Aber dass sie am 19. Juli im Jahn-Stadion aufläuft, bedeutet das noch lange nicht. Das sei eben nicht wie im Fußball, wo es die Ersatzbank und zur Not die B-Elf gebe.

Die Springerinnen und Springer gibt es nur im Original!

„Die Springerinnen und Springer gibt es nur im Original. Wenn einer zusagt und sich kurz vor dem Wettkampf verletzt oder krank wird, kann er nicht starten“, so Geis, der neben Bühl auch für das Meeting in Sinn (Hessen) verantwortlich zeichnet.

Erinnerungen an die 1990-er Jahre

Noch gut erinnert er sich an die Zeit Mitte der 90er Jahre, als er erstmals das Meeting in Sinn organisierte. Mit Kerstin Schlawitz (Dresden) hatte Geis eine 1,90-Meter-Springerin verpflichtet. Kurz vor ihrem Auftritt rief die Athletin an, erklärte, sie könne aus privaten Gründen nicht starten. Geis konnte die Springerin auch in einem 45-minütigen Telefongespräch nicht umstimmen, Schlawitz blieb hart, und der Athletenmanager durfte zudem noch eine gesalzene Telefonrechnung blechen.

Uli Geis ist die Stimme des Hochsprung-Meetings in Bühl. Zudem ist er Athletenmanager. | Foto: Thomas Steuerer

„Ich hatte damals relativ neu ein Mobiltelefon. So etwas gab es ja Mitte der 1990er Jahre noch nicht so häufig.“ Schlawitz hatte bei Geis auf dem Festnetz angeläutet, war über die Rufumleitung auf seinem „Handy“ gelandet. So rief sein Festnetz-Telefon das mobile an und generierte knapp zwei Mark an Kosten – pro Minute.

Topveranstaltung in Eberstadt ist Geschichte

Geschichten aus dem Hochsprung-Zirkus, der gerade in Deutschland seine wichtigste Station verloren hat. Wie berichtet, erlebte das Meeting in Eberstadt mit der 40. auch seine letzte Auflage. Der Hauptsponsor hat sich zurück gezogen, und so geht der Australier Brandon Starc mit übersprungenen 2,36 Metern als letzter Sieger von Eberstadt in die Sportgeschichte ein.

Gianmarco Tamberi war schon in Bühl am Start | Foto: Thomas Steuerer

Zweiter wurde der Italiener Gianmarco Tamberi mit 2,33 Metern, womit wieder der Bogen nach Bühl geschlagen wäre. Tamberi startete am 28. Juni 2015 in Bühl und wurde mit 2,28 Metern Zweiter hinter Eike Onnen, der damals mit 2,32 Metern Stadionrekord sprang. Der Italiener wäre für Geis schon ein Wunschkandidat, „doch zu so einem frühen Zeitpunkt steht noch nichts fest“.

Einige deutsche Talente im Fokus

Und überhaupt sehen die Macher, zu denen auch Meeting-Direktor Wolfgang Lorenz gehört, natürlich auch gerne deutsche Athletinnen und Athleten am Start. Tobias Potye (USC München) ist da so ein Kandidat, der Schützling von Coach Sebastian Kneifel sprang in Eberstadt voriges Jahr 2,27 Meter. Falk Wendrich (LAZ Soest) steht ebenfalls auf der Bühler Wunschliste. Er überquerte 2017 in Bühl die 2,26 Meter.

Freiluftsaison hat noch nicht mal begonnen

Für die Frauenkonkurrenz hat Geis ebenfalls schon einige Ideen auf dem Zettel: Jossie Graumann (LG Nord Berlin, 1,92 Meter Freiluft) und Imke Onnen (Hannover, 1,93 Meter Freiluft) zum Beispiel. Doch auch hier stehen momentan die Fragezeichen. „Wir haben ja noch nicht einmal die Freiluftsaison begonnen“, so Geis.

Bühl will wieder Möglichkeit zur WM-Quali bieten

Fakt sei, Bühl will den Athletinnen und Athleten wieder die Möglichkeit zur Qualifikation zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft Ende September/Anfang Oktober in Qatar bieten. „Terminlich liegen wir mit dem 19. Juli nicht schlecht“, bekundet Meeting-Direktor Lorenz.

Termin liegt günstig

14 Tage nach Sinn und vor der deutschen Meisterschaft in Berlin könnte Bühl einige interessante Springerinnen und Springer locken – mit allen bekannten Unabwägbarkeiten eben. Eine davon ist auch das Diamond League Meeting am 20./21. Juli in London, das für Mateusz Przybylko interessant sein dürfte. Aber auch das ist alles noch mit dem berühmten Fragezeichen versehen, das das Athletenmanagement für Geis so spannend macht.