Für die künftige Entwicklung der Illenauwiesen wurden in einem Wettbewerb die ersten Weichen gestellt. | Foto: Achim Keiper

Stadtentwicklung in Achern

Entscheidung für die „neue Illenau“

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Mag sein, dass der ungetrübte Blick von außen entscheidend war: Ein Fachbüro aus Dresden hat den Interdisziplinären Ideenwettbewerb zur „Städtebaulichen Neuordnung der Illenauwiesen“ gewonnen. Landschaftsarchitektin Annegret Stöcker vom Büro „Quefeldeins“ stellte den preisgekrönten Entwurf am Montag im Rathaus Am Markt vor. Er ist ebenso wie die anderen eingereichten Arbeiten noch bis zum 19. Juli zu den üblichen Öffnungszeiten im ersten Obergeschoss zu besichtigen.

Mit diesem Entwurf siegte das Büro aus Dresden | Foto: Büro Querfeldeins

Sieben Arbeiten

Acht Teams, bestehend aus Architekten, Stadtplanern sowie Landschaftsplanern, hatten sich mit sieben Arbeiten an dem Wettbewerb beteiligt, den die Stadt Achern unter Federführung von Christine Halfmann (Planungsbüro B-Plan in Appenheim) startete. Erklärtes Ziel war es, Ideen für die Nachnutzung des 5,4 Hektar großen, einst militärisch genutzten Areals zwischen Illenauer Straße und Mühlbach zu gewinnen, das teilweise bebaut wird, zu einem erheblichen Anteil aber auch den Bürgern als Grünfläche zur Verfügung stehen soll. Neben der Wohnnutzung mit Einzel- und Mehrfamilienhäusern galt der denkmalgeschützten ehemaligen Reithalle ein besonderes Augenmerk.

Reverenz an die Geschichte

Für dieses Gebäude hatten die Wettbewerbsteilnehmer unterschiedliche Ideen entwickelt. Vorgeschlagen wurde eine „Aktionshalle für Sport und Freizeit“, ein „Brauhaus“ oder eine Halle für einen regionalen Obst- und Bauernmarkt“ in Kombination mit einem „Marktplatz“ im Vorfeld der Halle. Stadtplaner Rolf Bertram stellte die besten Entwürfe vor und erläuterte die Argumente, von denen sich das Preisgericht bei seiner Entscheidung für den Beitrag aus Dresden leiten ließ. Was der Jury am Siegerentwurf besonders gefallen habe, war die optische Anlehnung der Wohnbebauung an die historische Illenau: Angesichts der Anordnung der Wohngebäude sprach Bertram von der „neuen Illenau“ und von einer „Reverenz an deren Geschichte“.

Bezüge zur Illenau

Tatsächlich hatten die preisgekrönten Planer von „Querfeldeins“ – Büro für Landschaft, Städtebau und Architektur – die städtebaulichen Bezüge zwischen der Illenau und den zentralen Bereichen der Stadt als das größte Potenzial für die Entwicklung des Plangebiets gesehen. Das Konzept greift diese Möglichkeiten auf und definiert einen „grünen Korridor“ – den Mühlbachpark – als Rückgrat, in den sich die ehemalige Reithalle, das prägnante Tankstellengebäude, aber auch das Sandsteinbecken der ehemaligen Bademöglichkeit der Illenau als identitätsstiftende Orte integrieren. Um diesen Freiraum zu begrenzen, sind im Süd-Osten des Plangebietes klare Stadtfelder mit Stadtvillen und Geschosswohnungen vorgesehen, welche sich zwischen Illenauer Straße und dem Park aufspannen und die von der Illenauer Straße her erschlossen werden sollen. Geparkt wird straßenbegleitend und auf der jeweiligen Parzelle, für den Geschosswohnungsbau sind Tiefgaragen vorgesehen. Für die öffentlichen Funktionen, insbesondere die umgenutzte Reithalle und die Illenau, sind im Norden des Gebietes 72 Stellplätze ausgewiesen.

Annegret Stöcker stellte den preisgekrönten
Entwurf vor.
| Foto: Michael Moos

Gemeinderat entscheidet

Ob der Entwurf aus Dresden verwirklicht wird, entscheidet letztlich der Gemeinderat. Die Vorberatung erfolgt am kommenden Montag im Bau- und Umweltausschuss. Eine erste Modifizierung steht jedoch bereits fest: Der Verzicht auf vier in den Park „vorgelagerte“ Stadtvillen soll als Auflage festgeschrieben werden.