Erdbeben
Symbolbild | Foto: Oliver Berg/dpa

Bis 2,1 auf der Richter-Skala

Erdbeben schreckt Rheinauer auf

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Zwei Erdbeben haben die Bewohner Rheinaus aufgeschreckt. Die Erdstöße hatten eine Stärke von 1,7 und 2,1 auf der Richterskala. Über Schäden ist nichts bekannt. Straßburger Forscher gehen von einem natürlichen Ursprung aus.

Das erste Beben ereignete sich am Donnerstagabend um 21.36 Uhr. Nach Angaben des Französischen Erdbeben-Überwachungsnetzes der Universität Straßburg (Renass) hatte das Beben eine Stärke von 1,7 auf der Richterskala. Das Epizentrum befand sich zwischen Freistett und Gambsheim. Das Hypozentrum, der Ursprung der Bruchfläche, lag in einer Tiefe von sieben Kilometern. Die Straßburger Erdbebenforscher gehen mittlerweile von einem seismischen, also natürlichen Ereignis aus. Geothermiebohrungen seien unwahrscheinlich.

Epizentrum zwischen Freistett und Gambsheim

Stärker und spürbarer war in Rheinau das zweite Beben mit 2,1 auf der Richterskala am Freitagmorgen um 7.40 Uhr. Das Epizentrum lag diesmal nach Renass-Angaben ebenfalls zwischen Freistett und Gambsheim – und das Hypozentrum acht Kilometer unter der Erdoberfläche. Das Beben war wiederum seismischen Ursprungs. Eine Minute später kam es laut Renass zu einem Nachbeben mit 1,5 auf der Richter-Skala. Über Schäden ist nichts bekannt und es gab keine Einsätze, teilen Polizeipräsidium Offenburg und die Feuerwehr Rheinau auf Anfrage von bnn.de mit.

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Zeuge berichtet: Erstes Beben war wie ein Überschall-Flugzeug

Zeugen schildern in sozialen Netzwerken am Donnerstagabend einen lauten Knall wie von einem Donner und ein leichtes Vibrieren. BNN-Mitarbeiter Alexander Schütt aus Freistett berichtet, dass sich das erste Beben angefühlt habe, wie wenn ein Flugzeug mit Überschallgeschwindigkeit die Schallmauer durchbricht, „ein massives Dröhnen und Stampfen“.

Das zweite Beben am Freitagmorgen hat so manchen Zeugen offenbar aufgeweckt, die Vibration sei spürbar stärker gewesen. Andere berichten via Facebook von schepperndem Glas und von einem Knacken im Dachstuhl.

Seismische Beben am Oberrhein nicht ungewöhnlich

Erst am 12. November 2019 gab es eine spürbare Erdbeben-Serie nördlich von Straßburg mit teils leichten Gebäudeschäden in Schiltigheim. Seinerzeit machten französische  Erdbebenforscher umstrittene Bohrungen eines Geothermiekraftwerks auf dem Gelände der stillgelegten Erdölraffinerie bei Reichstett verantwortlich. Der Betreiber Fonroche weist dies zurück. Die Behörden untersagten nach einem weiteren Beben am 13. November weitere Bohrungen.

Unabhängig davon können im Oberrheingraben nach KIT-Angaben durch die globale Plattenbewegung sich immer wieder tektonische Erdbeben ereignen. Die dabei entstehenden Spannungen im Gestein lassen die Erde erzittern. Am 26. Oktober 1356 zerstörten mehrere Erdstöße die Stadt Basel.