Millioneninvestition: Mit zwei großen Pressen fertigt das Renchen-Ulmer Unternehmen Erdrich in der neuen "Halle Zwölf" Automatikgetriebe für Fahrzeuge an. | Foto: Christian Schäfer

Standort Renchen-Ulm

Erdrich investiert 14 Millionen Euro in neue Halle

Es ist ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Ortenau: Die Firma Erdrich hat nach neun Monaten Bauzeit ihre neue Produktionshalle Zwölf feierlich eröffnet. Insgesamt 14 Millionen Euro investierte der Ulmer Automobilzulieferer in die 2000 Quadratmeter große Halle samt Maschinen.

Bis zu 160 Tonnen schwere Servopressen

Herzstück der neuen Anlage sind zwei 160 Tonnen schwere und bis zu acht Meter große Servopressen. Der neue Bau ist so konzipiert, dass künftig zwei weitere Großpressen Platz haben werden. Das Unternehmen will mit der Erweiterung des Kernstandorts Ulm neue Abläufe im Materialfluss ermöglichen. „Wir sind hier in der Lage, auch sehr komplexe Teile für die Automobilindustrie zu fertigen – und dies schnell, flexibel und in sehr hoher Qualität“, sagt Geschäftsführer Nicolas Erdrich.

Jahresumsatz steigt auf 300 Millionen Euro

15 Mitarbeiter fertigen mittels der beiden Pressen aus bis zu 15 Tonnen schweren Metallrollen kleine Automatikgetriebe. Diese werden schließlich in Fahrzeuge aus dem Hause Daimler verbaut. Pro Jahr verlassen insgesamt 120 Millionen Teile das Werk. Erdrich kündigt an, dass sich der Jahresumsatz 2017 von 270 Millionen auf 300 Millionen Euro verbessern werde. In mehreren produzierenden In- und Auslandsgesellschaften wie in den USA, Tschechien und China beschäftigt das Unternehmen weltweit mehr als 1600 Mitarbeiter. Am Ulmer Hauptsitz sind es 600.

Erdrich investiert weitere 85 Millionen Euro

In den nächsten drei Jahren wird der Ulmer Automobilzulieferer an allen Standorten nach eigenen Angaben insgesamt 85 Millionen Euro investieren. Derzeit entsteht im chinesischen Werk eine weitere Produktionshalle. Und auch auf das amerikanische Werk setzen die Ulmer. Trotz der „America-First“-Rhetorik des US-Präsidenten Donald Trump: „Bislang haben wir in den USA keine Veränderungen festgestellt“, beschreibt Unternehmenssprecherin Carmen Renkel das wirtschaftliche Klima für die Ulmer auf der anderen Seite des Atlantiks.

Heftige Kritik an Bundesverkehrsministerium

Sorgen bereitet eher die Infrastrukturpolitik aus dem Bundesverkehrsministerium für den südlichen Oberrhein, wie Landrat Frank Scherer in seiner Grußrede unterstrich: „Um Firmen wie Erdrich im Ortenaukreis halten zu können, braucht es Investitionen in Breitband, Straße und Schiene.“ Scherer kritisiert deutlich, dass eine moderne und reiche Industrienation wie Deutschland es sich nicht leisten könne, dass sich der Ausbau der Rheintalbahn auf „2035 plus x“ verzögert und der Ausbau der sechsspurige Ausbau der A5 zwischen Offenburg und Freiburg weiter auf sich warten lässt.

Firmen ermöglichen sozialen Frieden

Der Landrat appelliert an das Bundesverkehrsministerium, künftig gemeinsam mit den Kommunen Straße und Schiene an einem Stück zu planen. „Denn Firmen wie Erdrich ermöglichen im Ortenaukreis Arbeitsplätze und somit sozialen Frieden.“

Bürgermeister lobt soziales Engagement

Renchens Bürgermeister Bernd Siefermann hob die sozialen Verdienste des Unternehmens hervor: „Sie sind nicht nur ein Global Player, sondern bringen sich auch in der Kommune ein und unterstützen Vereine vor Ort“, lobt der Renchner Schultes.