Konzept Rheinau-Mitte

Erster Schritt zum neuen Stadtzentrum

In der geografischen Mitte Rheinaus sollen im Zuge des Stadtentwicklungsplans „Rheinau 2030“ Freistett und Rheinbischofsheim zusammenwachsen. Das Stuttgarter Ingenieurbüro „Schreiberplan“ hat seit 2014 aus Anregungen sowie Wünschen der Bevölkerung ein erstes Strukturkonzept zusammengestellt. Der Gemeinderat, Bezirksbeirat Freistett und der Rheinbischofsheimer Ortschaftsrat haben in einer gemeinsamen Sitzung am Mittwochabend nun den ersten Schritt auf dem langen Weg zur neuen Rheinauer Mitte gewagt.

Stadtzentrum: Arbeitskreis mit 15 Personen

Die drei Gremien einigten sich einstimmig auf die Bildung eines mit 15 Personen umfassenden Arbeitskreises, der das Strukturkonzept in den kommenden Jahren vertiefend diskutieren und verfeinern wird. Neben sieben Gemeinderäten werden jeweils zwei Vertreter aus dem Bezirksbeirat und Rheinbischofsheimer Ortschaftsrat sowie je ein Teilnehmer aus dem Jugendgemeinde- und Seniorenrat involviert sein. Welche Personen dem Arbeitskreis angehören, soll erst in den kommenden Monaten entschieden werden.

Aufgabe mehrerer Generationen

„Das Projekt ist eine Aufgabe von mehreren Generationen“, betonte Stadtplaner Wolfgang Schreiber, als er den Gremien das Strukturkonzept präsentierte. Er sei als Auswärtiger beeindruckt, dass es eine Rheinauer Identität gebe und die Bürger in den vergangenen drei Jahren konstruktive Vorschläge einbrachten. Nun gehe es schrittweise an die Umsetzung des neuen Zentrums, das nicht bereits 2030 vollendet sein müsse.
Auf dem Gelände zwischen dem Freistetter Friedrich-Stephan-Stadion und dem nördlichen Ortsrand von Rheinbischofsheim soll ein neues Viertel mit zentralstädtischen Einrichtungen und Sportangeboten entstehen (siehe Hintergrund).

Aufwertung des Rheinbischofsheimer Ortsrands

Schreiber verspricht eine Aufwertung des „unfertigen“ Ortsrands von Rheinbischofsheim. Problematisch sei dort der bislang „eigenartige Mix aus Wohnbau und Gewerbe“. Da sich auch ein Gymnasium in der Nähe befindet, sollte der Lieferverkehr über die geplante Stichstraße an die L 75 geführt werden, regt Schreiber an. Die Hungerfeldstraße wird bis zu dieser Stichstraße erweitert. An der Ecke gegenüber der neuen Rettungswache könnte ein markantes Gebäude für junge Unternehmen, so genannte Startups entstehen, alternativ ein Hotel. Auf Höhe der neuen Parkplätze ist eine zusätzliche Bushaltestelle angedacht.

Landesgartenschau in Rheinau?

CDU/FWG-Fraktionsvorsitzender Christian Dusch bezeichnet die Vorschläge als „visionärer Blick nach vorne“. Er geht sogar einen Schritt weiter: „Bis zu fünf Millionen Euro Fördergelder könnte Rheinau abgreifen, wenn sich die Stadt für eine Landesgartenschau ab 2025 bewerben würde“, betonte Dusch. Gerade als Unterzentrum sei dies ein weiterer Beitrag zur Stadtentwicklung. Eine Aufgabe, die der Regionalverband Südlicher Oberrhein der Rheinauer Verwaltung bei der Aufstufung mit auf dem Weg gab.

Meilenstein in der Stadtentwicklung

Rheinbischofsheims Ortsvorsteher Reifschneider ist ebenfalls zufrieden: „Allerdings gibt es noch einige Diskussionspunkte, die in dem Arbeitskreis besprochen werden sollen“, räumt er ein. Achim Willems von der IG Handel regt an, den Arbeitskreis angesichts der Kommunalwahlen in zwei Jahren so zu besetzen, dass es keinen ständigen Wechsel gibt. Für Bürgermeister Michael Welsche ist der Plan und die Bildung eines Arbeitskreises ein „Meilenstein in der Stadtentwicklung Rheinaus“. SPD/FW-Fraktionsvorsitzender Horst Siehl schließt sich dem Lob an: „Die Visionen sind nun für uns greifbar.“

Rheinau-Mitte
Das neue Stadtzentrum zwischen Freistett und Rheinbischofsheim wird voraussichtlich in drei Bauabschnitten realisiert. Der Baubeginn ist noch offen. Zuerst sollen ein neuer Bauhof und ein Kindergarten entstehen, ebenso eine gemeinsame Feuerwache der Abteilungen Freistett und Rheinbischofsheim sowie eine Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes.
In einem zweiten Bauabschnitt ist ein Platz der Begegnung mit Wasserbecken und ein Pavillon für ein Café geplant. Noch nicht definierte Sport- und Freizeitangebote werden in einer Halle untergebracht. Herzstück der Rheinauer Mitte wird in einem dritten Bauabschnitt das so genannte Rheinaukarree Eine von Linden gesäumte 1.000 Meter lange Joggingstrecke umfasst einen Sport- und Freizeitpark. Zwischen dem Rheinaukarree und dem Kindergarten sind zwei Sichtachsen von der L 75 aus in Richtung Schwarzwald vorgesehen samt Wasserpark, Grillwiese, Abenteuerspielplatz und Labyrinth.