Gute Resonanz spüren die Marktbeschicker auch am traditionell ruhigeren Montag.
Gute Resonanz spüren die Marktbeschicker auch am traditionell ruhigeren Montag. | Foto: Andreas Bühler

Mehr Kunden als gewohnt

Erzeuger auf dem Bühler Markt sorgen sich um Spargelernte

Anzeige

Gesund ist angesagt: Auf dem Wochenmarkt berichten die Beschicker bei einer Umfrage von gestiegenen Umsätzen, Kartoffeln zum Einlagern sind gefragt und „vor allem Ingwer und Meerrettich sind der absolute Renner“, stellt Markthändler Knosp aus Urloffen auf dem Kirchplatz fest. „Am Samstag war hier regelrecht die Hölle los.“

„Die Leute lockt nach dem langen Regen die Sonne nach draußen und sie wollen vor allem regionale frische Sache im Freien kaufen“, sagt Knosp mit Blick auf die zunehmenden Corona-Infektionen. Der Virus sorge bei den Kunden für tiefgreifende Verunsicherung.

Bange vor der Erdbeersaison

Thomas Wörner kann das bestätigen. „Die Nachfrage nach Obst und vor allem frischem Gemüse ist sehr gut“, bilanziert der Landwirt. Er baut auf seinem Obsthof, wie er seinen Betrieb bezeichnet, selbst an. „In der aktuellen Situation setzen die Kunden besonders auf die regional angebauten Lebensmittel.“ Vor allem Ingwer und Kartoffeln seien der Hit. „Aber auch die Äpfel aus heimischem Anbau sind als zuverlässiger Vitaminlieferant gefragt“ ergänzt der Erzeuger.

Es ist jedoch nicht alles toll an diesem sonnigen Frühjahrsmorgen auf dem Markt. „Zur Zeit kann sich alles ganz schnell ändern. Das geht Stück um Stück, wie die zunehmenden Einschränkungen in den vergangenen Tage gezeigt haben. Und was die nahe Zukunft bringt ist für uns Erzeuger leider mehr als fraglich“, kommt der Landwirt auf seinen Betrieb und die bevorstehende Erntesaison zu sprechen.

Auch interessant: Das sind die grünsten Großstädte Baden-Württembergs

„Wenn das mit den warmen Temperaturen so weiter geht, dann beginnt die Erdbeerente bei uns spätestens in drei Wochen. Dann brauche ich genügend Helfer, um die ersten Erdbeeren aus dem Tunnelanbau zu pflücken und zeitnah hier auf den Markt zu bringen“, betont er und schaut dabei sorgenvoll.

Corona hält Erntehelfer aus Rumänien und Polen fern

Erste Kontakte zu den bewährten Arbeitskräften, die jahrelang in seinem Betrieb zuverlässig mit angepackt haben, wenn die kleinen, schnell verderblichen Früchte reif waren, seien „gelinde gesagt frustrierend“ gewesen. Die zwei fest angestellten Kräfte hätten selbstverständlich zugesagt. „Aber der Rest ist wirklich nicht erpicht, hier zur Ernte zu erscheinen. Das liegt in diesem Fall nicht an der Bezahlung, sondern an den Corona-Umständen“, schildert Landwirt Thomas Wörner.

Auch interessant: Kirschblüten in Karlsruhe – Die schönsten Orte entdecken und erleben

Die Grenze zu Polen und Rumänien seien so gut wie dicht. „Raus geht offensichtlich. Aber wenn die Helfer dann zurück in ihre Heimat wollen, steht einen für eine Dauer von zwei Wochen eine Quarantäne bevor.“ Sie berichten, dass hierfür extra in den Wäldern spezielle Container aufgestellt worden sind, um die Rückkehrenden dort erstmal zu isolieren, berichtet Wörner von der neu eingeführten Praxis in diesen Staaten.

Das Problem wird sich ausweiten, je näher das Frühjahr rückt, sagt Wörner. Denn bald schon geht es an die Spargelernte. „Wer soll dann auf die Felder, wenn die Spargelköpfe soweit sind und die Decke des Dammes durchbrechen wollen?“, schildert er die drohende Situation für die Erzeuger in der Rheinebene. Die gefragte Spitzenqualität muss möglichst kurz vor dem Durchbruch gestochen werden.

Marktbetreiber zufrieden mit Resonanz

„Die Leute greifen zu der tollen Knolle Ingwer, weil die bei Erkältungen hilft und allgemein als ein bewährtes Hausmittel zur Stärkung für den Organismus angesagt ist“, ergänzt nebenan Eva Menzer. Sie verkauft an einem Stand vom Erzeuger Baumann aus Sasbach.

„Bei den Leuten ist frische und gesunde Kost in diesen Zeiten hoch im Kurs. Wir sind mit einer Eigenproduktion von 80 Prozent unserer angebotenen Ware hier und jetzt wirklich gut aufgestellt“, zeigt sich Erzeuger Ottmar Serr aus Renchen-Ulm zufrieden. Traditionell werden am Montag weitaus weniger Besucher registriert als auf dem Samstag-Markt. „Und wir haben frische Frühlingsblumen, die zu Hause für einen fröhlichen Farbtupfer sorgen.“