Bürgermeister Wolfgang Jokerst will die grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit ausbauen. | Foto: kpm

Interview mit Bürgermeister

Kulturtage „Novemberlicht“ in Bühl: „Etwas über den Tellerrand hinausschauen“

Anzeige

Die badisch-elsässischen Kulturtage „Novemberlicht“ stehen vor ihrer zwölften Auflage. Zwölf Veranstaltungen mit Musik und Poesie, Kabarett und Theater gibt es vom 10. November bis 1. Dezember in elf Städten und Gemeinden auf beiden Rheinseiten.

Der elsässische Liedermacher René Egles und der Bühler Kabarettist Jörg Kräuter eröffnen am kommenden Samstag (20 Uhr, Bürgerhaus Neuer Markt, Bühl) die badisch-elsässischen Kulturtage „Novemberlicht“. Zwölf Veranstaltungen locken bis zum 1. Dezember auf beiden Seiten des Rheins. Unser Redaktionsmitglied Klaus-Peter Maier sprach mit Bürgermeister Wolfgang Jokerst über die bevorstehende zwölfte Auflage und die Zukunftsperspektiven des Festivals.

Das „Novemberlicht“ kommt fast ohne kommunale Zuschüsse aus, das spricht für ein treues Stammpublikum. Wie gestaltet sich der Vorverkauf für die jetzt bevorstehende Auflage?

Jokerst: Wir sind bisher sehr zufrieden mit dem Vorverkauf. Die eine oder andere Veranstaltung ist auch ausverkauft. Für die Konzerte im Elsass darf der Zuspruch noch etwas steigen.

Die badisch-elsässischen Kulturtage spiegeln mit Musik, Kabarett und Theater das Kulturschaffen auf beiden Rheinseiten. Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstlerinnen und Künstler für die Reihe aus?

Jokerst: In den Jahren zwischen den Festivals beobachten wir intensiv die Szene im Elsass und auf der badischen Seite. Es gibt immer wieder interessante Konzerte und Auftritte auf beiden Seiten des Rheins, die wir wenn möglich auch besuchen.

Es gibt zwar dieses Mal auch einige neue Gesichter, aber doch sehr viele Beteiligte, die das „Novemberlicht“ schon seit vielen Jahren begleiten. Wie schwierig ist es, im Bereich Mundart junge Künstler zu finden und damit neue Akzente zu setzen?

Jokerst: Es ist in der Tat schwierig, neue oder junge Künstlerinnen und Künstler für die Mundart unserer Region zu finden. Das gilt allerdings nicht für jede Mundart. Schaut man zum Beispiel nach Bayern, sieht man, dass sich die Mundart-Kunst dort mit jungen Künstlern immer weiterentwickelt.

Vor geraumer Zeit wurde seitens der Verwaltung eine Neukonzeption der Kulturreihe angekündigt. Wie ist es darum bestellt?

Jokerst: Wir sind noch dabei, darüber nachzudenken – unter anderem darüber, ob wir das „Novemberlicht“ nicht auch für Mundartkünstler aus anderen Regionen öffnen. Also etwas über den Tellerrand hinausschauen.

Sieben badische und vier elsässische Kommunen sind aktuell beim „Novemberlicht“ mit im Boot. Wie gestaltet sich diese grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit?

Jokerst: Die grenzüberschreitende Kulturarbeit funktioniert sehr gut. Aus Hagenau und Drusenheim haben wir dieses Jahr zwei sehr interessante und neuartige Beiträge.

Gibt es darüber hinaus Kontakte mit weiteren Gemeinden, um den Kreis zu erweitern?

Jokerst: Aktuell gibt es keine Pläne, den Kreis der elsässischen Kommunen zu erweitern, wir sind jedoch sehr froh, dass Lichtenberg auch nach dem Tod von Bürgermeister Sand weiterhin mit dabei ist.

Wird auch an eine Wiederaufnahme der Kooperation mit dem Festival „Summerlied“ in Ohlungen gedacht?

Jokerst: Hier wollen wir im nächsten Jahr einen neuen Anlauf zur Zusammenarbeit machen. Im dortigen Organisationsteam gab es personellen Wechsel – wir wollen einfach den Gesprächsfaden wieder aufnehmen.

Dieses große Musikfestival im Département Bas-Rhin war ja ursprünglich ein Podium für elsässische Künstler, hat sich jedoch darüber hinaus geöffnet für Kulturen aus der ganzen Welt. Könnte dies auch ein Vorbild sein für die Entwicklung des „Novemberlichts“?

Jokerst: Warum nicht. Ich habe ja vorhin schon vom Blick über den Tellerrand gesprochen. Bleibt die Frage, wie weit der Blick dann gehen soll.

Was erhoffen Sie sich von der weiteren kulturellen Zusammenarbeit?

Jokerst: Kulturelle Zusammenarbeit öffnet und weitet immer den Blick. Es ist meine Überzeugung, dass beide Seiten davon profitieren. In diesem Sinne werden wir, wo immer es möglich ist, die Zusammenarbeit ausbauen.

Karten für die Veranstaltungen gibt es im Bühler Bürgeramt, Telefon (0 72 23) 93 55 33, und im Bürgerhaus Neuer Markt, Telefon (0 72 23) 9 31 67 99. Der Programmflyer für die Novemberlicht-Reihe ist im Internet abrufbar unter www.buehl.de.