Gegen die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners arbeitet die Freiwillige Feuerwehr Rheinau im Bereich Badesee in Freistett, Grenzübergang Freistett-Gambsheim und bei der Fischtreppe. | Foto: Freiwillige Feuerwehr Rheinau

Eichenprozessionsspinner

Feuerwehr Rheinau bekämpft „Prozessionen“ mit natürlichen Mitteln

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Seine zunehmende Ausbreitung gilt Naturschützern als Folge des Klimawandels. Die giftigen Raupen des Eichenprozessionsspinners versetzen die Bevölkerung in Unruhe. Auch Rheinau muss gegen die Raupenpopulation vorgehen. In den vergangenen Tagen war die Feuerwehr Rheinau zum Teil mehrmals täglich unterwegs, um den Eichenprozessionsspinnern entgegenzuwirken.

Wie die Feuerwehr in einer Pressemitteilung berichtet, sei es an mehreren Bäumen notwendig gewesen, die giftigen Larven der Eichenprozessionsspinner zu entfernen. Nachdem die Bäume unter Schutzkleidung abgeflammt wurden, mussten deren Stämme mit „Raupenleim“ eingepinselt und die Flächen großzügig bewässert werden, um die für Mensch und Tier giftigen Insekten entfernen zu können.

Nachtfalter auf Wanderung

Der Eichen-Prozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Nachtfalter, der in (Prozessions-) Zügen auf Nahrungssuche geht. Er bevorzugt warm-trockenes Klima und breitet sich im Zuge der Klimaveränderungen immer stärker in Deutschland aus. Die Brennhaare der Raupen sind für Mensch und Tier gefährlich und können allergische Reaktionen wie Hautirritationen und Atemnot auslösen.

Häutungsnester ganzjährige Gefahr

Eine Gefährdung besteht laut der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) besonders bei direktem Kontakt mit den Raupen, die während der Fraßzeit am größten ist. Eine ganzjährige Gefahrenquelle seien die Häutungsnester und die an Baum oder Boden verbleibenden Verpuppungsgespinste.

Brennhaare jahrelang aktiv

Die Brennhaare blieben an Kleidung und Schuhen haften und lösten bei Berührung immer neue Reaktionen aus. Ihr Gift sei jahrelang aktiv, sogar Brennholz aus betroffenen Gebieten stelle einen Risikofaktor dar. Gesundheitliche Beschwerden durch Eichenprozessionsspinner könnten daher während des gesamten Jahres entstehen.

Prozessionen stoppen helfen soll der Baumleim, den die Feuerwehr nutzt. | Foto: Freiwillige Feuerwehr Rheinau

Naturschützer uneinig über Gesundheitsschäden

In öffentlichen Mitteilungen von Nabu und BUND, die bis 2013 zurückreichen, herrscht Uneinigkeit darüber, ob bei den gesundheitlichen Folgen einer allergischen Reaktion auf die Brennhaare der Raupen nur von einer Beeinträchtigung der Gesundheit gesprochen werden muss, oder schon von einer akuten Gefährdung gesprochen werden kann.

Mechanische Verfahren statt Insektizide

Einig sind sich die Naturschutzvertreter, dass Insektizide nur im absoluten Ausnahmefall einem mechanischen Verfahren vorzuziehen sei, bei dem, wie in Rheinau, etwa Raupenleim eingesetzt wird, um die Wanderungen am Baum zu stoppen oder auch ganze Rauppennester abgesaugt werden, um auch die Brennhaare zu beseitigen, bevor der Wind sie in der Umgebung verteilt.