Noch nicht abgeschlossen: Die Kreisstraße zwischen Rheinbischofsheim und Wagshurst ist bereits freigegeben, doch die Sanierung einer Brücke dauert an. | Foto: Christeleit

Kreisstraße 5311

Freigabe ist „ein Schildbürgerstreich“

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Die frisch sanierte Kreisstraße 5311 zwischen Wagshurst und Rheinbischofsheim ist seit einer Woche offiziell freigegeben. Doch durchgängig befahrbar ist sie noch nicht. Der Grund: Noch bis zum 18. August dauert die Sanierung der Rench-Flut-Kanal-Brücke an. Entsprechend verunsichert sei laut Michael Helmer, Ortschaftsrat in Rheinbischofsheim, die Bevölkerung bezüglich der Verkehrsfreigabe der neu angelegten und mit einem Radweg ergänzte Kreisstraße.

Stoff für kommende Fastnachtsreden

„Offiziell freigegeben, ist die Straße nach wie vor für Rad- und Autofahrer nicht passierbar“, stellte Helmer während der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats Reinbischofsheim fest. Damit sei nach einhelliger Meinung die Eröffnung seitens des Landratsamts ein Schildbürgerstreich, der reichlich Stoff für kommende Fastnachtsreden biete.

Ortsvorsteher unglücklich über bereits vollzogene Freigabe

Laut Ortsvorsteher Robert Reifschneider hieß es dazu im Vorfeld, dass die Straße zwar erst Mitte oder Ende August fertig sei. Lediglich der Radweg sei freigegeben und Radfahrer könnten trotz noch andauernder Brückenarbeiten die Strecke befahren. Letztlich sehe es aber so aus, dass die Radfahrer bis zur Brücke auf dem neuen Radweg fahren könnten, dann aber eine Umleitung über den Damm nehmen müssen, um bis nach Wagshurst zu gelangen. „Für die Leute ist es sicherlich schwierig zu verstehen, aber so ist das Leben“, bedauerte Reifschneider. Er selbst sei unglücklich über die bereits vollzogene offizielle Freigabe.

Frühere Freigabe aus Termingründen

Auf BNN-Anfrage teilt das Landratsamt mit, dass die offizielle Freigabe aus Termingründen bereits am 24. Juli vollzogen wurde. Es sei schwer, für alle Beteiligten einen passenden Termin zu finden, der August sei immerhin Ferienzeit.

Brückensanierung verschoben

Ursprünglich sollte die Sanierung der Brücke über den Rench-Flut-Kanal während des Baus des Radwegs und der Erneuerung des Belags der Kreisstraße erfolgen, heißt es von Seiten des Straßenbauamts. „Aber aus Rücksicht auf Anwohner haben wir den Termin nach hinten verschoben“, erklärt Sabrina Schrempp, Sprecherin des Landratsamt gegenüber den BNN.

Zufahrten zu kleineren Höfen

Entlang der Straße zwischen Rheinbischofsheim und Wagshurst befinden sich Zufahrten zu kleineren Höfen. Deren Anlieger hätten sonst weite Umleitungsstrecken in Kauf nehmen müssen. Da die Straße von beiden Seiten der Rench-Flut-Kanal-Brücke saniert ist, sind die Höfe weiterhin direkt erreichbar. Die empfohlene Umleitung zwischen Wagshurst und Rheinbischofsheim über die L 87 und die Maiwaldkreuzung bleibt bis zur Freigabe der Brücke weiterhin bestehen.

Fertigstellung ursprünglich im April vorgesehen

Eigentlich war die Fertigstellung des neuen Radweges samt sanierter Straße und Brücken bereits im April vorgesehen. „Wegen der winterlichen Witterung und des Vetos einiger Anlieger kam es zu Verzögerungen“, erklärte Landrat Frank Scherer während der Freigabe vor einer Woche. Ortschaftsrat Frank Schadt sprach in der jüngsten Sitzung des Rheinbischofsheimer Gremiums etwaige Geschwindigkeitsbeschränkungen an: „In der Planungsphase war an einigen Stellen Tempo 70 angedacht. Was wird nun davon verwirklicht?“, fragte Schadt mit Blick darauf, dass auf der verbreiterten Straße sicherlich noch schneller gefahren würde als bisher.

Tempo 100 nach kompletter Freigabe

Hierzu teilt das Landratsamt auf Anfrage der BNN mit, dass auf der gesamten Strecke zwischen Wagshurst und Rheinbischofsheim mit 100 Kilometern pro Stunde gefahren werden darf. Bis zur endgültigen Freigabe gelte auf der befahrbaren Strecke jedoch Tempo 50.

Straße nicht „überbreit“ angelegt

Das Straßenbauamt des Ortenaukreises habe die Straße speziell so angelegt, dass sie nicht „überbreit“ sei. Damit wolle man mögliches Rasen der Verkehrsteilnehmer einschränken. „An manchen Stellen ist die Straße so ausgebaut, dass sich landwirtschaftliche Fahrzeuge im Begegnungsverkehr nicht behindern“, erläutert Sabine Schrempp, Sprecherin des Ortenaukreises.

Mitarbeit: Karen Christeleit