Für Europa und den Klimaschutz tritt die 18-jährige Lenderschülerin Annika Huber ein, Hauptorganisatorin der Fridays For Future in Achern. | Foto: privat

Organisatorin im Interview

Fridays For Future in Achern: Grün ist die Hoffnung

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Am kommenden Freitag gehen die Schüler aus der Region wieder fürs Klima auf die Straße. Die Fridays-For-Future-Demo in Achern beginnt um 10.30 Uhr am Rathausplatz. Annika Huber organisiert die Demo, gemeinsam mit anderen Jugendlichen. Mit unserem Redaktionsmitglied Philipp Fess hat die 18-jährige Lenderschülerin über die aktuelle und zukünftige Entwicklung der Zukunftsdemos gesprochen.

 

Grün ist die Hoffnung. Gilt das auch für die Partei, die mit ihrem Wahlerfolg nun beste Voraussetzungen für eine politische Kursänderung geschaffen hat?

Huber: Ich kann nicht für alle sprechen, ich persönlich setze schon Hoffnung in die Grünen, weil sie von allen die Partei sind, die sich am meisten für Klimaschutz einsetzt. Es gibt auch einen Unterschied zwischen Europa- und Bundestagswahl. Ich denke aber, dass ein Umdenken, gerade auch bei älteren Leuten, stattfindet. Eltern gehen immer häufiger selbst mit auf die Demos.

Wie vielen anderen jungen Leuten fällt mir es schwer, mich mit den Parteien zu identifizieren

Ihr Schulabschluss steht bevor. Wie geht es weiter? Treten Sie nach dem Abi den Grünen bei?

Huber: Ich war vor den Fridays schon einmal Jungmitglied in einer Partei. Wie vielen anderen jungen Leuten fällt mir es schwer, mich mit den Parteien zu identifizieren, deshalb will ich mich lieber überparteilich engagieren. Das mache ich zum Beispiel bei den jungen europäischen Föderalisten. Nach dem Abi möchte ich erst mal eine Europa-Reise machen, bei der ich Leute von Kroatien und Ungarn bis Brüssel und Skandinavien nach ihrer Meinung zur europäischen Gemeinschaft frage und das dann in meinem Blog veröffentlichen.

Die FFF-Bewegung hat eine Handvoll konkreter Ziele festgelegt, etwa den Kohleausstieg bis 2030. Stellen Sie in Achern konkrete Forderungen an die Stadt oder die Gemeinden?

Huber: Die FFF-Bewegung konzentriert sich hier in der Region auf Achern, Offenburg, Kehl und Lahr. Die Offenburger haben einen konkreten Plan ausgearbeitet, in dem zum Beispiel ein 30-Euro-Monatsticket oder der Ausbau des ÖPNV nach 22 Uhr gefordert wird. In Achern sind wir seit Wolfgang Schäubles Besuch zum Grundgesetzjubiläum auch mit Oberbürgermeister Klaus Muttach im Gespräch, da wird also, hoffentlich nicht in allzu weiter Ferne, auch ein Austausch stattfinden.

In Achern sind wir auch mit dem Oberbürgermeister im Gespräch

Was ist für Freitag geplant?

Huber: Zuerst mal müssen wir uns mit der Polizei und dem Ordnungsamt noch um Straßensperren kümmern. Neben veganen Waffeln auf Spendenbasis, Redebeiträgen und Musik für die Stimmung soll diesmal die reine Demo im Vordergrund stehen. Die Kundgebung soll eine halbe, der Fußmarsch diesmal sogar eine Dreiviertelstunde dauern.

Wächst die Bewegung oder springen Leute ab?

Huber: Die Bewegung wächst auf jeden Fall. Viele Leute haben sich mittlerweile eine eigene Meinung gebildet und bringen sich mit ihren Beiträgen und Forderungen ein.

Was tun die Schüler selbst für eine bessere Zukunft?

Huber: Immer mehr Schüler vermeiden Plastikverpackungen. In meinem Freundeskreis sind immer mehr Vegetarier oder Veganer und ich selbst versuche so viel wie möglich, den ÖPNV zu nutzen, statt mit dem Auto zu fahren.

Ab 11 Uhr ziehen die Demonstranten in Achern vom Marktplatz zum Adlerplatz, dann über die Kirchstraße in die Rosenstraße, die Josef-Hund-Straße und wieder zurück zum Marktplatz. Für die Fridays-For-Future-Demo werden Haupt- und Kirchstraße aus Sicherheitsgründen zwischen 11 und 13 Uhr voll gesperrt. Wie die Stadt Achern mitteilt, sind die innerstädtischen Umleitungen frei, dennoch müssten die Verkehrsteilnehmer mit Verkehrsbehinderungen und Rückstaus rechnen.