Blick aus der Vogelperspektive: Der Wochenmarkt soll nach dem Willen der Stadtverwaltung am 4. August zurück auf den Marktplatz, die Händler würden dagegen gerne auf dem Europaplatz bleiben. | Foto: Jörg Seiler

Diskussion um Bühler Markt

Für Händler ist Europaplatz erste Wahl

Wo soll künftig der Bühler Wochenmarkt abgehalten werden? Diese Frage wird intensiv diskutiert. Nachdem der Umbau des Markt- und Kirchplatzes einen Umzug auf den Europaplatz beim Bürgerhaus Neuer Markt notwendig gemacht hatte, wurden in den vergangenen Wochen immer mehr Stimmen laut, die einen Verbleib auf dem Europaplatz wünschten. Dem steht allerdings die bereits vor dem Umzug gemachte Ankündigung im Wege, dass nach der Fertigstellung des Markt- und Kirchplatzes der Markt wieder zurückkehren solle. Darauf hatte zuletzt Oberbürgermeister Hubert Schnurr im Gemeinderat hingewiesen und auch auf die Einzelhändler im Zentrum der Stadt verwiesen, die sehnsüchtig die Rückkehr des Wochenmarkts erwarteten.

Neue Erkenntnisse

Jetzt melden sich auch die Marktbeschicker zu Wort. Ihr Sprecher Hans-Georg Seipel und sein Stellvertreter Konrad Baumann haben sich mit einem Schreiben an die Gemeinderatsfraktionen gewandt. Darin bitten sie darum, die Positionen der Marktbeschicker zu bedenken und die Frage nach dem künftigen Marktstandort noch einmal zu diskutieren. „In zahlreichen Gesprächen mit unseren Kunden haben wir erfahren, dass der Standort auf dem Europaplatz sehr gut ankommt“, heißt es in dem Schreiben. Eine Umfrage habe ergeben, dass 90 Prozent der Marktbeschicker auf dem jetzigen Platz bleiben wollen. Es sei ihnen klar, dass der Europaplatz nur als vorübergehender Standort geplant war, und OB Schnurr habe den Marktbeschickern in einem Gespräch für den 4. August die Rückkehr auf den Markt- und Kirchplatz bereits angekündigt. Allerdings sehen sie neue Erkenntnisse, die ihrer Meinung nach vor der Entscheidung betrachtet werden sollten.

„Umsätze sind gestiegen“

Die Markthändler hätten auf dem Europaplatz neue Kunden gewonnen, „und auch die bisherigen Kunden sind sehr zufrieden mit diesem Platz. Das spiegelt sich in gestiegenen Umsätzen.“ Daneben gebe es eine Reihe technischer Aspekte, die in den Augen der Händler den Europaplatz deutlich günstiger erscheinen lassen als Markt- und Kirchplatz: „So ist zum Beispiel ein kinderfreundliches Einkaufen, etwa mit dem Fahrradanhänger oder Laufrad ist möglich; das Auf- und Abbauen der Marktstände wird erleichtert, durch die größere Grundfläche ist mehr Platz zwischen den Anbietern, was zu einer angenehmen und entspannten Atmosphäre der Kunden während ihres Einkaufs führt.“ Es gebe genügend Parkplätze in der Nähe, die Wege vom Parkplatz zum Markt seien kürzer. Zwei weitere Punkte seien bisher nicht ausreichend bedacht worden: „Sollte der Markt künftig dauerhaft auf dem Europaplatz stattfinden, bräuchte es künftig keine bis wenig Verlegungen mehr, und die Eisenbahnstraße mit dem behindertengerechten Einstieg für Busse bräuchte nicht mehr wegen eines verlegten Markts gesperrt werden.“

Frage der Kontinuität

Die Umgestaltung des Markt- und Kirchplatzes sei sehr gelungen und biete viel Aufenthaltsqualität. Für einen Wochenmarkt sei er aber nicht ganz geeignet. Als einen Grund führen die Marktbestücker die „ungenügende Zu- und Abfahrt“ an. Da im Vergleich zum Europaplatz deutlich weniger Platz für den Auf- und Abbau sei, werde es für die Kunden gefährlicher, sie könnten zum Beispiel leichter über Ladeschienen stolpern. Die Zufahrt im Bereich Stich sei sehr problematisch: „Die morgendliche Einfahrt ist noch möglich, die Ausfahrt ist dagegen in den meisten Fällen nicht möglich, weil Stich-Kunden den Weg versperren.“ Abschließend argumentieren die Marktbeschicker mit der Frage der Kontinuität: „Durch die Nutzung des Platzes bei der Kirche für viele Veranstaltungen ist eine häufige Verlegung des Markts unumgänglich. Dies führt zu einer Unruhe und einer Unbeständigkeit, was auch den Umsatz nicht unberührt lässt.