Kryolipolyse Gericht
Schreck auf der Waage? Mit Kälte sollen bei der Kryolipolyse die Pfunde purzeln - das versprechen jedenfalls die Anbieter. | Foto: dpa

Hilft die Kryolipolyse?

Gewichtige Verhandlung vor dem Offenburger Landgericht

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Da bekommt jeder sein Fett weg – das jedenfalls versprechen Kosmetikstudios und allerlei andere Anbieter sich und ihren Kunden von der Kryolipolyse, die unerwünschten Pfunden mit Kälte zu Leibe rücken soll. Ob die Behandlungen, die auf den Internetseiten lokaler Anbieter zu durchaus happigen Preisen angeboten werden, auch die erhofften Erfolge zeigen, dies wird jetzt zum Thema für das Offenburger Landgericht.

Landgericht Offenburg befasst sich mit dem Fall

Dort knöpft sich ein Verein die Inhaberin eines Kosmetikstudios vor, die im Internet mit dieser Methode, aber auch mit einem Ultraschallverfahren zur lokalen Fettreduzierung, geworben hatte. Der Verein hält die Darstellung für unlauter, wie das Offenburger Landgericht jetzt in einer Pressemitteilung deutlich macht. Ob diese Sichtweise zutrifft, muss nun die Kammer für Handelssachen am Offenburger Landgericht am kommenden Mittwoch klären. Die Verhandlung findet am 13. Juni um 16.30 Uhr im Sitzungssaal 1 des Offenburger Landgerichts in der Moltkestraße statt.

Verein nennt Angebot eine „Marketingphantasie“

Bei der öffentlichen Verhandlung geht es ans Eingemachte. Der Verein sieht die Verringerung von Köperfett ohne die notwendige sportliche Anstrengung und entsprechende Ernährungsdisziplin als „Marketingphantasie“ an, die Behauptungen im Internet seien irreführend und unlauter. Man nehme nur ab, wenn man dauerhaft mehr Energie verbraucht als dem Köper in Form von Nahrung zugeführt werde, zitiert das Landgericht die Argumente des Vereins, es sei wissenschaftlich nicht erwiesen, dass die Kryolipolyse den erhofften Effekt habe. Auch die Wirksamkeit der beworbenen Ultraschallbehandlung sie nicht belegt. Es gelte weiter die Erkenntnis „ohne Schweiß kein Preis“.

Anbieter: Effizientes Verfahren beschädige Fettzellen

Das sieht die Betreiberin des Kosmetikstudios naturgemäß anders: Nach neueren Studien sei die Kryolipolyse effizientes Verfahren zur Beseitigung von Fettpolstern in Problemzonen, und auch die Ultraschallbehandlung funktioniere. Dabei würden kleine Bläschen im Gewebe erzeugt, die implodieren und dabei benachbarte Fettzellen beschädigen. Das Fett könne anschließend abgebaut werden. Im Übrigen halte sie sich bei ihrer Werbung ohnedies nur an Informationen, die ihr der Hersteller des Geräts überlassen habe. Die Kammer für Handelssachen muss jetzt entscheiden, ob die kritisierte Werbung weiter zulässig ist.