GOLDENER HIRSCH für Filmemacher: Als überwältigendes Werk würdigte der OB den Beitrag, hier mit Frank König, Emre Özlü und Daniel Gerhard. | Foto: Roland Spether

Achern verleiht Filmpreis

„Goldener Hirsch“ für Illenau-Doku

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Von Roland Spether

„And the Oscar goes to …“ So einfach machte es sich Oberbürgermeister Klaus Muttach beim Neujahrsempfang der Stadt nicht, als er den ersten „Acherner Film-Award“ verlieh und die Macher des Films „Illenau – die Geschichte einer ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt“ Frank König, Emre Özlü und Daniel Gerhard auf die Bühne bat. Der Laudator machte es spannend, um welche Art von „Award“ es sich denn handeln würde. Nach einer Kunstpause präsentierte der OB den „Goldenen Hirsch“.

Absolut gelungenes Werk

In Deutschland werde jährlich der Medien- und Fernsehpreis „Bambi“ verliehen, der für „Menschen mit Visionen und Kreativität und deren herausragende Erfolge und Leistungen“ bestimmt sei. „Wir glauben, dass der Dokumentationsfilm über die Illenau mit einem noch etwas größeren Preis als dem Bambi ausgezeichnet werden sollte, weil er ein anspruchsvoller Dokumentarfilm mit hohem Unterhaltungswert und ein absolut gelungenes und überwältigendes Werk ist.“

Mehr als 4.000 Menschen sehen Film

„Mehr als 4.000 Menschen haben den Film gesehen und gezeigt, wie groß das Interesse an der sonst stigmatisierten Psychiatrie ist“, so Muttach, der eine kurze Einführung in den Film präsentierte. Er erinnere sich noch gut an das Gespräch, bei dem ihm Frank König erstmals dieses Projekt vorstellte. Er war sich nicht sicher, ob er König vor einem „zu großen Wagnis warnen oder bei seiner Vision ermutigen“ sollte.

Vielfältiger Blick auf Geschichte

„In jedem Fall war ich beeindruckt von dem Mut, später von dem großartigen Engagement mit ungezählten Stunden Arbeit und vor allem war ich über dieses Projekt dann völlig begeistert, als ich erstmals das Ergebnis sah.“ Im Jahr 2017 wurde auf vielfältigste Weise die Geschichte der Illenau beleuchtet, Künstler kamen neben Historikern zu Wort, aber auch der 75. Jahrestag des Eintreffens der verschleppten Mädchen aus Polen wurde mit einer eigenen Veranstaltung gewürdigt.

Südostflügel 2017 fertiggestellt

Die Fertigstellung des Südostflügels wurde mit einem Tag der offenen Tür im Beisein der Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer begangen. „Wir haben gefeiert und uns daran erinnert, dass mit der Gründung dieser Großherzoglichen Heil- und Pflegeanstalt psychisch kranken Menschen ihre Würde zugesprochen wurde. Wir haben aber auch reflektiert, dass die Illenau wie in einem Brennglas zeigt, wie unsere Gesellschaft immer wieder zwischen Humanität und Menschenverachtung gerungen hat.“
Er sei „sehr dankbar“, dass das Thema 2017 auch in den Medien breite Resonanz gefunden habe.