Gemeinsam mit der Gerstheimer Bürgermeisterin und Präsidentin des Gemeindeverbunds Canton d'Erstein, Laurence Muller-Bronn, startete Landrat und Eurodistrikt-Präsident Frank Scherer auf dem Tandem zur Rad- und Genusstour "Vélo Gourmand".
Gemeinsam mit der Gerstheimer Bürgermeisterin und Präsidentin des Gemeindeverbunds Canton d'Erstein, Laurence Muller-Bronn, startete Landrat und Eurodistrikt-Vizepräsident Frank Scherer auf dem Tandem zur Rad- und Genusstour "Vélo Gourmand". | Foto: Michael Brück

„Vélo Gourmand“

Grenzübergreifende Genüsse für Radfahrer in Achern

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Autos hatten am Sonntag rund um Achern ausnahmsweise keine Vorfahrt: Hier stand alles im Zeichen der Zweiräder. Der Eurodistrikt Straßburg-Ortenau hatte zur Rad- und Genuss-Tour „Vélo Gourmand“ eingeladen. Rund um Achern gab es drei Stationen, an denen man bei Musik und regionalen Leckereien wieder Kraft für die kommenden Etappen der insgesamt 60 Kilometer langen Tour schöpfen konnte. So auch in Großweier, wo in diesem Jahr der offizielle Startschuss fiel.

Von Michael Brück und Karen Christeleit

In einer Doppelfunktion war der Landrat Frank Scherer nach Großweier gekommen. Einerseits war es an ihm, als Vizepräsident des Eurodistrikts die gut 80 Teilnehmer der grenzüberschreitenden Radtour zu begrüßen, die sich schon in aller Frühe vor der Schloßfeldhalle versammelt hatten. Andererseits war er auch als begeisterter Radfahrer angetreten, um zumindest einen Teil der Strecke mitzuradeln.

Gemeinschaftsprojekt zahlreicher Helfer

Um 10 Uhr sollte der offizielle Start erfolgen. „Es ist eine Zeit, zu der am Sonntag viele Leute noch gemütlich am Frühstückstisch sitzen“, so Scherer in seiner Eröffnungsrede. Viele der Bürgermeister und Ortsvorsteher aus den teilnehmenden Städten und Gemeinden beiderseits des Rheins hatten sich dazu eingefunden. Der Tag stehe ganz im Zeichen der Lokalkultur. Möglich sei ein solch großes Gemeinschaftsprojekt nur durch die zahlreichen Mitstreiter und helfenden Hände aus Vereinen und Rathäusern.

Auch der Oberbürgermeister radelt mit

Unter die motivierten Radler hatte sich auch Acherns Oberbürgermeister Klaus Muttach gesellt. „Ich bin ein begeisterter Radfahrer und absolviere jedes Jahr gut 1.000 Kilometer im Sattel. Heute werde ich mit einigen Freunden die komplette Strecke abfahren.“ Nicht nur wegen der schönen Strecke und den kulinarischen Verlockungen sei er mit dabei. „Solche grenzüberschreitenden Aktionen sind auch enorm wichtig für das Miteinander. Gemeinsam unterwegs sein, an einer Station zusammenrücken und genießen, solche Momente können so viel mehr bringen als so manches politische Gespräch.“

Gamshurst feiert Freundschaft mit Ackenheim

Während man sich in Großweier erst am frühen Nachmittag auf den Ansturm der Zweirad-Enthusiasten vorbereitete, herrschte am Kirchplatz in Gamshurst bereits am frühen Mittag emsiges Treiben. Dort nutzte die Dorfgemeinschaft den Tag auch für ein Freundschaftsfest mit Achenheim im Elsass. Bei badischen Dinnete, Zwiebelfleisch und Kuchen unterhielten die Stadtkapelle Freistett, die Jugendkapelle Joga und der Musikverein Urloffen die Besucher, die hier nicht nur mit Zweirädern unterwegs waren: Der Oldtimerclub IDéalDS Achenheim hatte eine Ausstellung seiner historischen DS-Fahrzeuge organisiert.

Am Nachmittag unterhielt die Jugendkapelle Joga die Radler in Gamshurst.
Am Nachmittag unterhielt die Jugendkapelle Joga die Radler in Gamshurst. | Foto: Michael Brück

Volksfeststimmung auf dem Schollenhof

Volksfeststimmung erwartete die Radfahrer bei ihrer Station in Wagshurst: Der historische Schollenhof war einer der Haltepunkte, an dem sich die Teilnehmer mit Flammkuchen, Hirschgulasch und Merguez stärken konnten. Gleichzeitig feierte man am Schollenhof aber auch das 700-jährige Bestehen des alten Hofguts. Und so drängten sich hier am Nachmittag hunderte von Besuchern bei kühlen Getränken und zahlreichen Vorführungen wie etwa einem Schaudreschen des Vereins „Anno dazumal“.

Zeitgleich zur "Vélo Gourmand" hatte der historische Schollenhof in Wagshurst zum 700-jährigen Bestehen eingeladen. So erwartette die Genuss-Radler eine echte Volksfeststimmung mit Verkaufsständen, Blasmusik, Festzelt und jeder Menge Programm.
Zeitgleich zur „Vélo Gourmand“ hatte der historische Schollenhof in Wagshurst zum 700-jährigen Bestehen eingeladen. | Foto: Michael Brück

Teilnehmer wollen mehr Vorab-Informationen

„Eine schöne Strecke mit unterhaltsamen Stationen wie die Käserei in Memprechtshofen“, lobten auch die Familien Büttner und Volz. Sie waren von Achern aus zur 60 Kilometer langen Tour gestartet und freuten sich über die gute Beschilderung und daran, dass an allen Straßenquerungen die Geschwindigkeit für die Autofahrer reduziert worden war. „Einziger Kritikpunkt ist die magere Information via Internet, wir hätten die Tour gerne vorab besser geplant.“ Spontan hatte sich dagegen Thomas Gossner aus Diersheim dank des guten Wetters auf den Weg gemacht. Auf Tour war auch eine deutsch-französische Polizeistreife. „Da, wo wir fahren, passiert nichts“, sagte Polizist Peter Fischer lachend, der mit seinen Kollegen an der Fischtreppe Rast machte.

Wetter lockt auch Radler aus dem Elsass

Bei allerbestem Fahrradwetter hatten bis zum frühen Nachmittag allein 2.011 Radler aus Frankreich kommend den Fischpass am Rheinübergang in Rheinau-Freistett passiert. Nochmal gut 1.000 waren da nach Schätzungen der Veranstalter noch im gesamten Gebiet unterwegs. Auch viele Franzosen waren darunter, etwa Veronique Rohmer aus La Wantzenau, die mit Freunden den Verpflegungspunkt in Rheinbischofsheim für eine erste Rast nutzte. Oder Marieellen Bremont, die mit ihrer Freundin per E-Bike und ihren Männern, die noch selbst strampelten, unterwegs war.