Seehotel Grossmann Campingplatzt
Was passiert mit dem Seehotel? Der Acherner Gemeinderat muss entscheiden zwischen dem Weiterbetrieb des Campingplatzes wie bisher als Eigenbetrieb, der Verpachtung oder dem Verkauf an einen Investor. | Foto: Archiv Rainer Obert

Debatte in Achern

Grossmann nennt erstmals Zahlen für Campingplatz und Seehotel

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Der Kehler Architekt und Investor Jürgen Grossmann hat in der nichtöffentlichen Acherner Gemeinderatssitzung am Montagabend erstmals eine Kaufsumme für Seehotel und Campingplatz genannt. Dies sei Grundlage, um noch in diesem Jahr eine Grundsatzentscheidung über das Gelände am Acherner Stadteingang herbeizuführen, wie Oberbürgermeister Klaus Muttach auf Anfrage dieser Zeitung deutlich machte.

Gemeinderat muss zwischen drei Möglichkeiten entscheiden

Dabei muss sich der Gemeinderat einerseits zwischen drei grundsätzlichen Möglichkeiten entscheiden – dem Weiterbetrieb des Campingplatzes wie bisher als Eigenbetrieb, der Verpachtung oder eben dem Verkauf an einen Investor. In den ersten beiden Fällen müsste die Stadt für die anstehenden Investitionen aufkommen, letztere Variante würde, wenn die komplizierten Eigentumsverhältnisse dem nicht im Weg stehen, Geld in die kommunale Kasse spülen. Die zweite anstehende Entscheidung dreht sich um die Frage, wer gegebenenfalls den Zuschlag erhält. Bei einer Pachtlösung sei man bereits sehr weit in den Gesprächen gekommen, bei einem Verkauf gebe es zumindest eine Priorisierung, zu der sich der OB nicht äußern wollte. Doch Grossmann hatte bekanntlich nicht zum ersten Mal seine Pläne vor den politischen Gremien vorstellen dürfen.

Grossmann sieht „etwas gehobene touristische Nutzung“

Der Investor veröffentlichte am Dienstag eine Pressemitteilung, in der neuerdings von Investitionen von bis zu 30 Millionen Euro die Rede ist – damit, so heißt es, könne man das Seehotel abreißen und von Grund auf neu bauen, den Campingplatz überplanen und ein Hütten-Hotel sowie ein Feriendorf errichten. Damit habe der Achernsee, lässt sich Grossmann in dem Schreiben zitieren, das Potenzial, „zu einer der attraktivsten touristischen Destinationen am Oberrhein zu werden“. Für die Gesamtfläche von rund 80 000 Quadratmetern schwebe ihm eine „etwas gehobene touristische Nutzung“ vor.

Strandbar, Plattformen und Hüttenhotel am Achernsee

Die Rede ist von einer „weitläufigen Strandbar“, schwimmenden Plattformen auf dem See sowie einem „Hüttenhotel mit viel Holz und heimeliger Atmosphäre“ und einem Feriendorf mit bis zu 85 kleinen Häusern. Wer will, so wirbt Grossmann in seiner Pressemitteilung, „kann seinen Gin Tonic mitten auf dem Wasser genießen“. Die Pläne zielten darauf ab, eine längere Saison am Achernsee zu ermöglichen. Doch vor so viel Euphorie steht das Jonglieren mit nüchternen Zahlen: Die Verwaltung werde die verschiedenen Varianten jetzt durchrechnen, kündigte der Oberbürgermeister am Dienstag auf Anfrage an, und dann eine Vorlage dem Verwaltungsausschuss sowie dem Großweirer Ortschaftsrat unterbreiten: „Wir wollen uns die Zeit nehmen, das anzusehen“, so Muttach.

Wir wollen uns die Zeit nehmen, das anzusehen

Auf die Frage, ob die Planungen nicht von einigen Kommunalpolitikern als etwas groß dimensioniert angesehen würden – nach der ersten Vorstellung der Pläne hatte es entsprechende Andeutungen gegeben – verwies Muttach auf die hohe Investitionssumme. Dies habe natürlich auch die Auswirkung, dass der Bereich grundlegend umgestaltet werde: „20 Millionen Euro muss man ja sehen“. Aufgabe in den weiteren Verhandlungen werde sein, falls die Entscheidung für einen Verkauf und für den Investor Grossmann fällt, „sehr genau hinzuschauen was Grossmann will und wozu man ja oder nein gesagt hat“.

Hier der Link zur Homepage des Investors: http://grossmann-group.eu/de/grossmann-group/