Eine Lösung aus einem Guss bietet der Kehler Architekt Jürgen Grossmann dem Acherner Gemeinderat am Achernsee: Er möchte hier 20 Millionen Euro für ein neues „Seehotel“ und einen modernisierten Campingplatz investieren. | Foto: Roland Spether

Seehotel und Campingplatz

Grossmann will am Achernsee 20 Millionen Euro investieren

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Er möchte eine Gesamtlösung für den Achernsee. Der Kehler Architekt und Investor Jürgen Grossmann will hier 20 Millionen Euro investieren – für ein neues Seehotel und einen modernisierten Campingplatz. Grossmann, der im Raum Achern unter anderem für sein planerisches Engagement in der Illenau, in Gamshurst (Kasto) und in Obersasbach („Villa Erlenbad“) bekannt ist, präsentierte seine Vorstellungen jetzt im Acherner Gemeinderat.

Präsentation im Gemeinderat

Die Zukunft des Campingplatzes ist eines der zentralen kommunalpolitischen Themen in diesem Herbst. Es geht letztlich um die Frage, ob das seit 1991 im Besitz der Stadt Achern stehende Areal verkauft oder verpachtet werden soll. Wie Oberbürgermeister Klaus Muttach kürzlich dem ABB berichtete, gibt es für beide Varianten Interessenten, die sich auch bereits dem Ortschaftsrat Großweier als mitentscheidendem Gremium vorgestellt haben (ABB vom 1. September).

Das „Seehotel“ war einst ein florierender Gastronomiebetrieb. Heute steht hier nur noch eine Ruine. | Foto: Roland Spether/Archiv

Um welche Investoren oder Pächter es sich handelte, sagte Muttach nicht. Von Jürgen Grossmann ist allerdings bekannt, dass er Interesse daran hat, das seit vielen Jahren leer stehende und zur hässlichen Ruine verkommene einstige „Seehotel“ durch einen Neubau zu ersetzen und zu neuem Glanz zu führen. Wie er dem ABB auf Anfrage sagte, stehe er mit der gegenwärtigen Besitzer-Gesellschaft in Verhandlungen, die bereits weit fortgeschritten seien. Großmann sieht sein Projekt am Achernsee denn auch als Gesamtpaket: „Ein Kauf des Campingplatzes ohne das Hotel ergibt für mich keinen Sinn.“

Zur Ruine verkommen ist das einstige Seehotel | Foto: Rainer Obert

Das Grossmann’sche Gesamtpaket dürfte bei der weiteren Diskussion im Gemeinderat denn auch eine gewichtige Rolle spielen. Er will das bisherige Strandbad unangetastet lassen, hat aber für das Seehotel konkrete Vorstellungen: Er spricht von einem „Restaurant auf dem Wasser“ und sieht dafür ebenso wie für einen Hotelbetrieb an dieser Stelle gute Entwicklungschancen. Auch zur Beseitigung von Standort-Nachteilen – „es ist zu laut hier“ – hat er bereits Ideen entwickelt: Er will – Stichwort „Soundmasking“ – Schall mit Schall überlagern, konkret: Wasserfontänen im See sollen den Verkehrslärm von Autobahn und Landesstraße so geschickt kompensieren, dass gewissermaßen „Ruhe“ entsteht. Allein für die Beseitigung der „Akustikprobleme“ möchte Grossmann 360000 Euro ausgeben.

auf „Soundmasking“ mit Hilfe von Wasserfontänen setzt Jürgen Großmann zur Eindämmung des Verkehrslärms am Achernsee – hier eine Visualisierung. | Foto: Grossmann Group

Mit Investitionen möchte Grossmann auch den Campingplatz attraktiver machen. Er hat einen ganzen Katalog von Maßnahmen entwickelt, der vom Hüttendorf über einen Mobilhome-Park bis hin zum Aufbau von „Mini-Häusern („Tiny-Houses“) reicht.

Sachverständigen eingeschaltet

Ideen wie diese hatte bereits der von der Stadt beauftragte Sachverständige für Camping- und Ferienparkwirtschaft Heinrich Lang (Tübingen) zusammengetragen, um eine Steigerung der Attraktivität des Campingplatzes durch mehr Qualität und zusätzliche Freizeitangebote anzustoßen. Unabhängig von Verkauf oder Verpachtung will die Stadt die Anlage mit den rund 350 Parzellen für Dauercamper und 200 Plätzen für Durchgangsgäste so umgestalten, dass der Campingplatz von den Gästen nicht nur als Durchgangsstation, sondern tatsächlich auch als Urlaubsort wahrgenommen wird. Bei 13000 Übernachtungen auf dem vom ADAC bislang mit drei von fünf Sternen bewerteten Platz sieht die Stadt als bisherige Eigentümerin durchaus noch „Luft nach oben“.

Entscheidung noch in diesem Jahr

Ob Jürgen Grossmann oder ein anderer Investor zum Zug kommt, wird sich zeigen. Oberbürgermeister hat bereits signalisiert, dass die Entscheidung noch in diesem Jahr getroffen wird.