ES GEHT VORAN: Derzeit wird die Großbaustelle am Rheinübergang Freistett/Gambsheim eingerichtet. Zwischen Juni und Ende August folgt eine Vollsperrung, die sich auf den Arbeitsweg französischer Pendler auswirken wird. | Foto: Spether

Rheinübergang Freistett

Handelskammer sammelt Pendlerdaten

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Die dreimonatige Vollsperrung des Rheinübergangs Freistett/Gambsheim von 4. Juni bis Ende August wird erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsweg französischer Grenzpendler haben. Die französischen Behörden empfehlen deshalb, dass Pendler Fahrgemeinschaften bilden sollen. Die IHK Südlicher Oberrhein hat deshalb eine Umfrage bei Unternehmen gestartet, um die genaue Anzahl der betroffenen Pendler zu ermitteln.

Noch zahlreiche Fragen offen

Zahlreiche Fragen sind offen: zum Beispiel, wie viele Pendler tatsächlich die provisorische Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Gambsheimer Schleuse nehmen und somit im Umland ihre Autos parken werden. Weiterhin ist noch nicht geklärt, ob Unternehmen auf der deutschen Rheinseite Shuttlebusse einsetzen. Einen Durchbruch in dieser Frage gab es bei der vergangenen IHK-Infoveranstaltung zur Brückensanierung am 15. Januar nicht.

Unternehmen werden derzeit befragt

Nach offiziellen Angaben arbeiten 500 französische Grenzpendler in Rheinau, weitere 360 in Achern. Eine amtliche Statistik zu ihren Wohnorten gibt es nicht. Um Licht ins Dunkel zu bringen, einigten sich die IHK Südlicher Oberrhein mit teilnehmenden Unternehmen, die Anzahl der französischen Grenzpendler zu ermitteln. Insbesondere sind bei der Datenerhebung diejenigen Grenzpendler von Interesse, die die provisorische Brücke zwischen Gambsheim und Rheinau während der dreimonatigen Vollsperrung zu Fuß überqueren und Fahrgemeinschaften oder einen Shuttle-Bus auf deutscher Seite nutzen möchten.

Erstes Zwischenfazit wohl Ende Januar

Seit Montag erhalten Unternehmen in der nördlichen Ortenau eine Excel-Liste, um sie mit Angaben zu ihren französischen Arbeitnehmern zu füllen. Aus Gründen des Datenschutzes, sollen Namen nicht weitergegeben werden, empfiehlt die IHK. Die Kammer will Ende Januar ein Zwischenfazit ziehen. Abgefragt werden in der Tabelle, die bnn.de vorliegt, der französische Wohnort des Arbeitnehmers, die erforderliche Ankunftszeit am Betrieb und die Abfahrtszeit. Auch wird nach dem Interesse an Fahrgemeinschaften und Bus-Shuttles auf deutscher Seite gefragt sowie nach einem alternativen Weg zur Arbeit, falls kein Interesse an der Nutzung der provisorischen Schleusenbrücke besteht.

Rücklauf bislang von kleinen Unternehmen

Norbert Uphues, Experte für Verkehr und Infrastruktur bei der IHK Südlicher Oberrhein, teilt auf Anfrage mit, dass sich bislang vor allem kleinere Unternehmen an der Umfrage beteiligt haben. Weitere Details nennt er nicht, um „den Ergebnissen nicht vorwegzugreifen“. Von großen Unternehmen gebe noch nicht so viele Rückmeldungen, da diese hierfür noch Zeit bräuchten. „Bei 50 bis 60 französischen Beschäftigten in einem Betrieb sei es schwer, die entsprechenden Daten sofort von den Mitarbeitern zu erhalten“, so Uphues. Es sei schwer abzusehen, ob die Pendler tatsächlich über die Brücke laufen.

Mindestens 15 Minuten Zeitverlust

Die Kammer geht nach ersten Schätzungen von 150 bis 550 Personen aus. Das Parken auf französischer Seite, Laufen und Einsteigen in ein anderes Auto oder in einen Bus auf der deutschen Seite, würde den Weg zur Arbeit um mindestens 15 Minuten verlängern. „Wer nicht in Gambsheim wohnt und in Freistett arbeitet, könnte deshalb auch auf einen anderen Grenzübergang ausweichen“, so die Einschätzung des IHK-Verkehrsexperten.

Teilnahme an Umfrage weiterhin möglich

Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligen wollen, können sich direkt bei Norbert Uphues melden unter Telefon: (0 761) 3 85 81 17 und per E-Mail an norbert.uphues@freiburg.ihk.de.