Trainer Richard Drewniak beobachtet die Leistung seiner Baden Rhinos. Der gebürtige Düsseldorfer kämpft mit seinem Team um die Play-offs. | Foto: Collet

Interview

Hügelsheimer Baden Rhinos mit Eishockey-Trainer Richard Drewniak kämpfen um Play-offs

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Die Wintersportart Eishockey erfreut sich auch im sonnigen Mittelbaden großer Beliebtheit. Darauf deuten zumindest die Zuschauerzahlen beim ESC Hügelsheim hin. Die Baden Rhinos stehen vor dem Saison-Endspurt einen Rang hinter den Play-off-Plätzen, haben aber ein Spiel weniger als der Tabellenvierte Heilbronn absolviert. An den verbleibenden drei Spieltagen warten mit Ravensburg (2.), Eppelheim (6.) und Tabellenführer Zweibrücken drei Mannschaften auf die Rhinos, die sich ebenfalls Hoffnungen auf die Play-offs machen oder bereits qualifiziert sind. Vor allem das Heimspiel gegen Ravensburg an diesem Freitag (20 Uhr) sollte unbedingt gewonnen werden. Richard Drewniak ist seit 2018 Trainer und Teammanager in Hügelsheim. Im Interview mit unserem Redaktionsmitglied Marius Faller spricht der 46-jährige gebürtige Düsseldorfer unter anderem über die sportliche Situation.

Herr Drewniak, die aktuelle Spielzeit ist ihre zweite in Hügelsheim. Wie lautet Ihr Zwischenfazit?

Drewniak: Durch die Bank positiv. Der Verein ist sehr engagiert. Hier läuft vieles richtig. Der Vorstand ist mit Herzblut dabei und stark bemüht darum, dass die Mannschaft erfolgreich sein kann.

„Wichtig ist immer, dass man Ruhe bewahrt“

Nach einem guten Start in diese Saison gab es eine Schwächephase Ihrer Mannschaft mit fünf Niederlagen in Folge. Haben Sie damals Zweifel an Ihrer Person gespürt?

Drewniak: In jeder Saison geht es auf und ab. Ein Tief kommt bei jeder Mannschaft, die Frage ist nur, wie tief es dann geht. Wir haben uns natürlich Gedanken gemacht, was wir verbessern können, sowohl Mannschaft als auch Vorstand. Wichtig ist immer, dass man Ruhe bewahrt. Man hat zu jedem Zeitpunkt gesehen, dass die Mannschaft wollte, auch im Training. Wir haben zumindest bei Heimspielen die Kurve bekommen, aber auch auswärts sind Punkte nötig, um die Endrunde zu erreichen.

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„Die Tabellensituation ist prekär“

Wie zuversichtlich sind Sie, dass es für einen Play-off-Platz reicht?

Drewniak: Die aktuelle Tabellensituation ist prekär, aber wir sind zuversichtlich, haben noch alles in der eigenen Hand. Ein Platz unter den ersten Vier war von Anfang an das erklärte Ziel, das haben wir auch nie aus den Augen verloren. Die Liga ist in diesem Jahr enorm stark, da ist die Qualifikation für die Play-offs keine Selbstverständlichkeit.

In Baden-Württemberg fehlt ein Oberligist

Hügelsheim hat vor gut 15 Jahren bereits in der Oberliga gespielt, scheiterte dann jedoch auch an der Finanzierung. Was trauen Sie diesem Standort mittelfristig zu?

Drewniak: Der ESC Hügelsheim ist einer der wenigen Vereine der Region, der den Sprung in eine höhere Liga schaffen könnte. Der Verein arbeitet daran, jedoch ist die Finanzierung nicht einfach. In Baden-Württemberg fehlt ein Oberligist, auch als Kooperationsverein für die Profi-Clubs. Vereine wie Freiburg oder Schwenningen arbeiten mit zum Teil sehr weit entfernten Teams zusammen. Diese Lücke könnten wir schließen. Das ist jedoch alles Zukunftsmusik.

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„Neue Halle könnte die Lösung sein“

Bei Heimspielen sind 800 Zuschauer keine Seltenheit, das ist für diese Liga beachtlich. In welchen Bereichen sehen Sie bei den Rhinos noch Luft nach oben?

Drewniak: Im Nachwuchsbereich wird zwar bereits viel gemacht, der Zulauf muss aber noch stärker werden. Noch sind wir im Jugendbereich auf Kooperationen mit anderen Vereinen angewiesen. Wünschenswert wäre es, alle Jahrgänge mit eigenen Nachwuchsspielern zu besetzen. Da die Halle sehr kostenintensiv ist, ist man aktuell darauf angewiesen, die Eisfläche zeitweise zu vermieten. Eine große Nachwuchsabteilung benötigt diese Eiszeit jedoch für eine gute Ausbildung. Langfristig könnte eine neue Halle mit modernster Technik die Lösung sein.

„Ich sehe mich eher im Management“

Als Spieler waren Sie im Profibereich tätig, spielten unter anderem in Wolfsburg, Hamm und Zweibrücken. Wollen Sie auch als Trainer in diese Regionen vorstoßen?

Drewniak: Ich sehe mich eher im Management, auch wenn das Trainer-Sein viel Spaß macht, gerade die Arbeit mit den Jungs. Stand jetzt würde ich sagen: Nein. Ich habe ja auch noch einen Job. Diesen zusammen mit einer Tätigkeit als professioneller Eishockey-Trainer auszuführen, stelle ich mir sehr schwierig vor. Da würde ich eine Rolle im Teammanagement bevorzugen.

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