Blick in einer Klinik durch das Fenster von einem Operationssaal (Symbolbild). | Foto: dpa

Klinikleitung widerspricht

Hygienemängel im Klinikum Ebertplatz?

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Gibt es in den Operationssälen des Klinikums Ebertplatz in Offenburg Hygienemängel? Das behauptete jedenfalls Kreisrat Fritz Preuschoff bei einer Mitgliederversammlung der Ortenauer Linken in Kehl. Klinik-Geschäftsführer Christian Keller weist die Vorwürfe entschieden zurück. Die Kreisverwaltung als Träger des Ortenau Klinikums will rechtliche Schritte gegen Preuschoff einleiten.

Die Vorwürfe des Linken-Kreisrats wiegen schwer: Im Klinikum am Ebertplatz werde operiert, obwohl die Türen zu den Operationssälen nicht richtig schlössen – mit negativen Auswirkungen auf die Klimaanlage. Sie falle teilweise sogar aus. Mögliche Keime im OP seien die Folge. Zudem sei dieses Jahr mehrmals die zulässige Höchsttemperatur überschritten worden, ferner komme es an Steckdosen zu Ausfällen. Preuschoff beruft sich dabei unter anderem auf die Vorlage zur Kreistagssitzung am 18. Dezember. Dann werden die Kreisräte über die Sanierungspläne für den Standort Ebertplatz abstimmen.

„Unverantwortliche Falschinformation“ über Hygienemängel

Klinik-Geschäftsführer Christian Keller und Landrat Frank Scherer wiesen diese Vorwürfe in der jüngsten Sitzung des Ausschusses des Kreistags für Gesundheit und Kliniken sowie in einer Stellungnahme an die Presse scharf zurück. Die Äußerungen Preuschoffs seien „unverantwortliche Falschinformation und Panikmache“. Keller betont: „Wir haben kein Keimproblem im OP am Standort Ebertplatz, und zu keiner Zeit besteht eine Gefahr für die Gesundheit der Patienten.“ Die Behauptung, die Türen zu den OP-Sälen würden nicht schließen, sei sachlich falsch. „Die Luftreinheit und die Einhaltung der hygienischen Vorgaben für die Raumlufttechnik in den OP-Sälen werden in vorgeschrieben Intervallen geprüft“, wird Keller in einer Pressemitteilung des Ortenau Klinikums zitiert. „Die Prüfergebnisse zur Luftreinheit und Partikelzahl im OP geben keinen Anlass zur Beanstandung. Auch von Seiten der Aufsichtsbehörden liegen keine Beanstandungen vor.“ Zudem sei allen Beteiligten bekannt, dass der OP der Klinik saniert werden müsse.

Kreisverwaltung prüft juristische Schritte

Die Kreisverwaltung als Träger des Ortenau Klinikums prüft, gegen den Linken-Kreisrat rechtliche Schritte wegen Verleumdung und Rufschädigung einzuleiten. Der Kreisrat habe mit dieser „Falschaussage“ eine Grenze überschritten, so Landrat Frank Scherer vor dem Ausschuss. Klinik-Sprecher Christian Eggersglüß bestätigt das Vorhaben auf bnn.de-Anfrage. Zu einzelnen technischen Details will er sich nicht äußern, ob zum Beispiel tatsächlich die Klimaanlage des OPs ausfalle. Der Sprecher verweist auf die Stellungnahme seines Hauses zu den Vorwürfen Preuschoffs.

Linke steht hinter Preuschoff

Das Vorgehen der Kreisverwaltung bezeichnet die Linke Ortenau in einer Presseerklärung wiederum als „Angriff auf unsere Demokratie“. Die Partei stehe uneingeschränkt hinter Fritz Preuschoff. „Das jahrelange Kaputtsparen der Ortenauer Krankenhäuser lässt sich nicht mehr länger verbergen“, meint Lukas Oßwald, Vorsitzender der Kreis-Linken. Die Klageandrohung sei der Versuch, Kritiker mundtot zu machen.