Eine unerwünschte Fleischbeilage in einem Döner (Symbolbild) hat jetzt juristische Konsequenzen. | Foto: Steffen/dpa

Klage in Offenburg

„Insektenähnliches“ Tier im Döner gefunden

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Um „tote Tiere im Essen“ geht es an diesem Freitag in der Unterlassungsklage eines Döner-Imbisses vor dem Landgericht Offenburg. Der Imbissbetreiber wehrt sich damit gegen die Video-Veröffentlichung eines Kunden auf Facebook und die Behauptung, in einem nach Hause ausgelieferten Dönerteller seien „ein lebendes und ein totes Tier“ gewesen. Wie ein Gerichtssprecher auf Nachfrage mitteilte, verberge sich hinter dem Begriff „Tier“ wohl etwas „Insektenähnliches“. Genau sei dies nicht zu benennen. Der Imbiss liege „in der Ortenau“.

„Insektenähnliches“ Tier

Der Antragsteller nimmt laut einer Mitteilung des Landgerichts Offenburg den Antragsgegner im Wege des Eilrechtsschutzes auf Unterlassung von Äußerungen in Anspruch. Der Antragsteller ist Inhaber und Betreiber eines Imbisses; die von ihm zubereiteten Speisen liefert er auch nach telefonischer Bestellung aus. Im vorliegenden Fall bestellte ein Mann bei ihm im Februar 2018 einen sogenannten Döner-Teller – bestehend aus Dönerfleisch, Soße, Salat und Pommes Frites. Die Speise wurde ihm anschließend geliefert. In der Folge beschwerte sich der Kunde beim Imbissbetreiber über lebende und tote Tiere, die er in dem Döner-Teller vorgefunden habe. Hierauf erhielt er den Rechnungsbetrag erstattet.

Auf Facebook veröffentlicht

Der Kunde veröffentlichte laut Landgericht kurze Zeit später auf seinem Facebook-Konto eine von ihm kommentierte Videodatei, auf der ein regungsloses und ein lebendes Tier in einer Styroporwarmhaltebox zu erkennen seien. Unter anderem sei bei der Betrachtung der Videosequenz Folgendes zu vernehmen: …hier krabbeln irgendwelche Viecher drin rum. Des sind tote Viecher, des isch ja eklig. Ich weiß nicht, was das für Viecher sind, aber es lebt noch. Also – hier wird der Imbiss genannt – nie wieder was holen.“ Um welche Tiere es sich genau handelt, war am Mittwoch nicht zu erfahren und wird wohl erst in der Verhandlung Thema. Laut Gerichtssprecher Rüdiger Moll gehe es aber nicht um größere Tiere wie etwa Mäuse, sondern eher um „Insekten- oder Wurmähnliches“.

Unterlassung beantragt

Über Kunden und Bekannte erfuhr der Imbissbetreiber Kenntnis von diesem Video-Beitrag, woraufhin er den Antragsgegner vergeblich abmahnen ließ. Nun will er vor Gericht eine Unterlassung entsprechender Äußerungen durchsetzen.
In dem ausgelieferten Dönerteller seien keine toten und/oder lebenden Tiere gewesen. Eine behördliche Überprüfung seines Betriebs habe in Bezug auf Sauberkeit und Hygiene keine Beanstandungen ergeben. Durch das Verbreiten solcher Behauptungen entstehe ihm großer Schaden, zumal seine Umsätze seit Veröffentlichung des Videos drastisch eingebrochen seien. Ohnehin habe der Antragsgegner den Döner-Teller bis auf wenige kleine Reste aufgegessen.

Den Döner aufgegessen

Der Kunde wiederum behauptet unter anderem, dass sich in dem bestellten Essen tatsächlich ein totes und ein lebendes Tier befunden hätten. Er ist laut Landgericht zudem der Ansicht, dass er diesen Missstand auch anprangern dürfe. Die Speisen hätten bei ihm und seiner Familie starkes Unwohlsein und Erbrechen ausgelöst. Ohnehin habe er das Video zwei Stunden nach seiner Veröffentlichung auf Facebook gelöscht und Leute, die es geteilt hätten, um Löschung gebeten.
Die Verhandlung um den Unterlassungsanspruch findet am Freitag, 23. März, um 9 Uhr im Sitzungssaal 1 des Landgerichts in der Moltkestraße statt.