Ungewöhnliche Krippen wie diese aus Fotomaterialien fertigten Jugendliche mit Hilfe badischer Handwerks- und Industriebetriebe.
Ungewöhnliche Krippen wie diese aus Fotomaterialien fertigten Jugendliche mit Hilfe badischer Handwerks- und Industriebetriebe. | Foto: Europa-Park

Betriebe helfen mit Krippenbau

Jugendliche zeigen bei Ausstellung im Europa-Park ungewöhnliche Weihnachtskrippen

Anzeige

Weihnachtszeit ist Krippenzeit. Den Kunst- und Stilrichtungen sind dabei nahezu keine Grenzen gesetzt: Ganz gleich, ob es sich um Natur-Materialien für die Ausgestaltung handelt oder Figuren, welche regionales Brauchtum verkörpern. Wenn jedoch erstmals badische Handwerk-Krippen in der Wintersaison des Europa-Parks in der norwegischen Stabkirche gezeigt werden, ist das eine völlig andere Art das Weihnachtsgeschehen zu verdeutlichen.

Von unserem Mitarbeiter Bernhard Wagner

Basierend auf dem Motto „Zukunft anpacken – Kirche. Jugend. Handwerk.“ sind in den vergangenen Monaten von Jugendlichen mit Hilfe badischer Handwerks- und Industriebetriebe aus ungewöhnlichen Materialien Krippen gefertigt worden. Das Projekt wurde von der Evangelischen Landeskirche in Baden initiiert und findet in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Freiburg, der Kreishandwerkerschaft Karlsruhe sowie der „Kirche im Europa-Park“ statt.

Auch interessant: Familie aus Blankenloch baut Weihnachtskripppen

Max Wejwer, Bildungsreferent „Kirche und Handwerk“ in Karlsruhe, erklärte: „Bei diesem Projekt sollten Jugendliche in ein Handwerk reinschnuppern, um für sich vielleicht ungeahnte Fähigkeiten zu entdecken. Für den Betrieb könnte andererseits sich aus dieser Begegnung eine künftige Zusammenarbeit als Auszubildende erschließen.“

Glühlampen, Stein und Metall werden in den Kribbenbau einbezogen

Ungewöhnlich ist die Zusammenarbeit mit Handwerksbetrieben deshalb, weil deren Materialien wie Glühlampen, Stein und Metallteile mit in den Krippenbau einbezogen wurde. Letztlich entstanden so eine „Fotokrippe“ („vom Himmel hoch“ mit Sternenhimmel), eine „Straßenkinder-Tonfiguren-Krippe“ und eine „stahlharte Krippe“.  „Die Krippe ,vom Himmel hoch‘ wurde von Mitgliedern des diesjährigen Konfirmandenjahrgangs zusammen mit dem Fotografen Sven Schiebel gebaut“, sagte Pfarrer Jörg Seiter aus Stutensee-Blankenloch.

Auch interessant: Gab es früher öfter weiße Weihnachten?

Dass Fotografieren ein vielfältiges „Handwerk“ ist, merkten die jugendlichen Krippenbauer bei den verschiedenen Aufnahmen der Sterne und der Tiere im Freien, bei den Fotoshootings im Studio des Fotografen und auch beim Aufziehen der Bilder auf Kartons.

Heilige Familie im Slum soll an soziale Ungerechtigkeit erinnern

Seelsorger Martin Lampeitl, von „Kirche im Europa-Park“: „Den Jugendlichen ist wichtig, dass die Weihnachtsgeschichte ganz persönlich mit ihnen zu tun hat. So kamen sie auch auf die Idee, ihre eigenen Tiere wie Meerschweinchen, Huhn, Hund und Pferd als Bilder in die Krippe zu stellen.“ Ganz anders die Krippe der Straßenkinder von Nairobi. Hierbei handelt es sich um Tonfiguren. Um an die soziale Ungerechtigkeit zu erinnern, wurde um die „heilige Familie“ eine Slum-Landschaft mit Recycling-Material geschaffen.

Die „stahlharte Krippe“ wurde von Jugendlichen aus der evangelischen Kirchengemeinde aus Mahlberg, Kappel-Grafenhausen und Rust gebaut. Mit Hilfe des Industriebetriebes Seisreiner Zerspanungstechnik entstand eine Krippe, welche durch ihre harten Materialien an die Härte und Kälte in der Welt erinnert. So besteht die Krippe aus nüchternem Stahl, das Heu samt Palmen ist das Produkt aus Metallspänen. Einen Kontrast setzen die Jugendlichen: Die „heilige Familie“ umgibt weiches farbiges Material – Sinnbild für Hoffnung und Wärme.

Die Krippenausstellung ist vom 1. Dezember bis zum 6. Januar 2020 in der norwegischen Stabkirche im Europa-Park (Skandinavischer Themenbereich) zu sehen.