Sicherheitsabstand: Zwischen Tor und Frachtschiff befindet sich ein Puffer. Sollte dort eine Behelfsbrücke für Autofahrer sein, könnten Schiffe beim Schleusen mit dem Bauwerk kollidieren. | Foto: Christian Schäfer

Grenzübergang Rheinau

Keine Ersatzbrücke bei Vollsperrung

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Eine Ersatzbrücke für Autofahrer ist offenbar vom Tisch: Wenn von Juni 2018 an auf französischer Seite der Rheinübergang Gambsheim voraussichtlich drei Monate lang saniert wird, bleibt es bei der vorgesehenen Vollsperrung. Einen Behelfsübergang für Autofahrer ist aus sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich, so der Tenor der französischen Behörden.

Ersatzbrücke: Mehrere Optionen geprüft

Eric Friedrich, Projektleiter der Brückensanierung, betonte nach Informationen dieser Zeitung, dass die Départementverwaltung bereits mehrere Optionen geprüft habe. Das Ergebnis: Technisch sei eine Ersatzbrücke für Autofahrer an der Südseite der Schleusentore tatsächlich machbar.

Französische Behörden haben Sicherheitsbedenken

Nach BNN-Informationen würde das Bauwerk etwa 500000 Euro kosten. Doch ein derartiges Behelfskonstrukt sei aus Sicht des französischen Wasserschiffahrtsamtes aus Sicherheitsgründen nicht zu genehmigen.

Fußgängerbrücke bis zu neun Meter hoch

„Deshalb ist die stattdessen vorgesehene Brücke für Fußgänger und Radfahrer bis zu neun Meter hoch, damit der Schiffsverkehr keinesfalls behindert wird“, erklärt ein Verantwortlicher der Schleuse Gambsheim auf BNN-Anfrage.

Schiffe könnten mit Bauwerk kollidieren

Innerhalb der Schleuse müsse zwischen dem Tor und einem Schiff ein Sicherheitspuffer sein. Würde sich an dieser Stelle eine niedrige Überfahrt für Autos befinden, könnte ein Schiff unter Umständen mit dem Bauwerk kollidieren, wenn es innerhalb der Schleuse flussaufwärts nach oben gehoben wird oder flussabwärts in die Kammer fährt.

„Shuttle-Service“ für Pendler?

Stattdessen könnten an den Brückenköpfen Stationen eingerichtet werden, damit ein „Shuttle-Service“ Pendler zu den Arbeitsplätzen bringt. Nach BNN-Informationen prüft die Industrie- und Handelskammer diese Option.

Weitere Infoveranstaltung im September

Auf französischer Seite ist die Gemeindeverwaltung Gambsheim dabei, mit der Départementverwaltung entsprechende Parkplätze zu planen. Außerdem wollen die französischen Behörden im September bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung in Gambsheim weitere Details bekannt geben.

Einzelhändler fürchten massive Umsatzverluste

Wie berichtet, befürchten Acherner und Rheinauer Einzelhändler bei einer Vollsperrung massive Umsatzeinbußen wegen ausbleibender Kundenströme aus dem Elsass. Pendler müssten auf die Übergänge Kehl und Iffezheim sowie die Fähre Greffern ausweichen.