Geschätzter Gastturner bei der TG Hanauerland ist der Franzose Julien Saleur. | Foto: pr

Erstmals in Zweiter Liga

Klassenverbleib ist Primärziel der TGH

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Es war das mit über 500 Zuschauern bestens besuchte Mittelbaden-Derby gegen den TV Bühl, bei dem die TG Hanauerland den Aufstieg in die Zweite Bundesliga Süd klar machte. Nun planen die TGH-Verantwortlichen mit Hochdruck und Akribie für die Premiere in der zweithöchsten deutschen Turnliga, so Fritz Zimpfer, Kampfrichter und Presseverantwortlicher der Trainingsgemeinschaft.

Premiere in der Zweiten Bundesliga

Das erstmalige Abenteuer Liga zwei beginnt für die Hanauerländer am 14. September mit einem von zwei Baden-Derbys (Schiltach und Bühl). Zu Gast ist der TV Schiltach. Der Kader für die Herausforderung steht, wie Zimpfer weiter berichtet: „Die Aufstiegsmannschaft bleibt im Prinzip zusammen.“

Quotenbringer Juilen Saleur wieder dabei

Dazu kommen mit dem Franzosen Julien Saleur und dem Briten Elliott Cooper zwei bekannte und geschätzte Kräfte für den Ausländerplatz, des Weiteren haben sich die Hanauerländer die Dienste des Spaniers Joel Plata gesichert. Sieben Wettkämpfe muss die TG in der kommenden Saison turnen, laut Zimpfer habe Saleur für zwei bis drei Einsätze zugesagt, Cooper werde zweimal für die TG an die Geräte gehen, Plata turnt aller Voraussicht nach bei den restlichen Auftritten.

Wir haben einen breit aufgestellten Kader.

„Wir haben einen relativ breit aufgestellten Kader“, sagt Zimpfer, die personellen Alternativen seien sehr wichtig. Schließlich könne immer mal wieder ein Turner ausfallen, ob nun aus beruflichen oder familiären Gründen oder auch wegen einer Verletzung. Dazu komme bei den Gastturnern der ein oder andere mögliche Einsatz für die jeweilige Nationalmannschaft.

Der Jubel des Meisterteams: Die TG Hanauerland tritt nun in der Zweiten Bundesliga Süd an. | Foto: pr

Apropos Gastturner: Mit der Verpflichtung von Julien Saleur hat die Trainingsgemeinschaft einen Glücksgriff getan. Der Franzose, der seine Vereins-Heimat bei den Turnern in Bourges hat, lockt auch Zuschauer aus dem benachbarten Elsass, Tendenz steigend, berichtet Zimpfer: „Der hat toll eingeschlagen.“

Gute Kooperation mit französischen Turnern

Frankreich ist in vielerlei Hinsicht ein Thema bei der TGH. So darf der TG-Nachwuchs durch eine Vereinskooperation die exzellenten Trainingsbedingungen in Straßburg nutzen. Die Basisarbeit im Turnen genieße im Nachbarland einen sehr hohen Stellenwert. Und innerhalb dieser Zusammenarbeit gehen gar Hanauerland-Turner bei den französischen Mannschaftsmeisterschaften an den Start – das offene Liga-System der Nachbarn macht es möglich.

Heimwettkampf in Gambsheim geplant

Zudem planen die Hanauerländer einen Heimwettkampf in Gambsheim. „Die Deutsche Turn-Liga prüft derzeit die versicherungsrechtlichen Fragen“, sagt Zimpfer.

Saisonziel ist der Klassenverbleib

#Das Saisonziel 2019 der TGH heißt Klassenverbleib. „Wir wollen ein bis zwei Wettkämpfe gewinnen“, so der TG-Pressechef. Dass das nicht unbedingt gegen Platzhirsche wie Exquisa Oberbayern gelingt, sei klar. Siegchancen rechnen sich die Hanauerländer eher gegen die Mannschaften aus, die im Mittelfeld zu erwarten sind – den TV Schiltach zum Beispiel oder auch den TSV Buttenwiesen (Landkreis Dillingen/Donau).

Wir wollen verletzungsfrei durch die Runde kommen.

Und noch eines ist der TGH wichtig: „Wir wollen verletzungsfrei durch die Runde kommen.“ In dieser Hinsicht sei die Aufstiegssaison „sehr durchwachsen“ gewesen. Nicolas Heiland erlitt einen Kreuzbandriss und fiel aus. Der Leistungsträger, der seine Heimat beim TV Rheinbischofsheim hat, soll aber zur neuen Saison wieder fit sein. Ebenso konnte Neuzugang Florian Wissert verletzungsbedingt nicht turnen. Insofern sei der Aufstieg im weiteren Rundenverlauf nicht unbedingt zu erwarten gewesen.

Nach Sieg im Mittelbaden-Derby auf Rang eins

Auf drei gewonnene Wettkämpfe zum Auftakt folgten zwei Niederlagen, die TGH lag damit auf dem vierten Tabellenplatz. Mit dem 48:31-Sieg im Mittelbaden-Derby gegen Bühl allerdings sprangen die Hanauerländer an die Tabellenspitze. Die TGH mit ihren Stammvereinen TV Auenheim, TV Bodersweier, TB Freistett, Kehler Turnerschaft, TV Kork, TuS Marlen, TV Rheinbischofsheim und TV Scherzheim geht die Zweite Bundesliga mit einem sehr jungen Team an, der Altersschnitt liegt bei rund 20 Jahren.

Zwei Nachrücker aus der Landesliga

Zum gesetzten Aufstiegskader kommen noch zwei Nachwuchsturner aus der Landesligamannschaft, die an die großen Aufgaben heran geführt werden. Da bleibe der Verein seinem Konzept treu, selbst junge Turner für die Ligen auszubilden.

Turnen genießt im Hanauerland hohen Stellenwert

Das Turnen genießt im Hanauerland einen hohen Stellenwert, das macht sich auch bei der finanziellen Unterstützung bemerkbar. „Gerade haben wir noch einen großen Sponsor gewinnen können“, freut sich der Pressechef. Der Trainingsaufwand werde sich deutlich erhöhen, so Zimpfer, der von vier bis fünf Übungseinheiten pro Woche spricht. Doch der komplette Kader und alle Verantwortlichen „sind mit sehr viel Herzblut“ bei der Sache. Dass die Hanauerland-Turner in Sachen Schwierigkeitsgrad noch einen obendrauf setzen müssen, sei klar.

Gute Basis für höhere Schwierigkeitsgrade

Aber auch da äußert sich Zimpfer optimistisch: „Wir haben bereits in der Vergangenheit sehr sauber geturnt.“ Das sei eine gute Basis, bei der Qualität der Übungen weiter nach oben zu gehen. Dazu testete die TGH bereits in der Vergangenheit einige amtierende oder ehemalige Zweitligisten bei Freundschaftswettkämpfen, konnte so entsprechende Erfahrungen sammeln. Und wie es aussieht, bleibt die Sporthalweiter Austragungsort der Heimwettkämpfe. Die Kreisturnhalle in Kehl sei eine mögliche Alternative, weil sie schlichtweg größer ist.

Weiter im „Hexenkessel“ in „Bische“

Aber es sei eben nicht der „Hexenkessel“ in „Bische“ mit seinen 400 bis 500 Zuschauern im Schnitt. „Das Pendel schlägt schon stark Richtung Rheinbischofsheim aus“, so Zimpfer, der ausdrücklich den dortigen Turnverein als guten Veranstalter lobt.