Vorübergehende Bleibe: Bis zum Abbau der Container der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft campierten Landfahrer Ende November auf dem einstigen MSC-Gelände (Foto). Dann zogen sie auf den benachbarten Parkplatz beim Freistetter Tennisplatz. | Foto: BNN

Rheinau-Freistett

Landfahrer sind weitergezogen

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Die seit mehreren Wochen in der Nähe des Rheinübergangs Freistett campierenden Landfahrer sind an diesem Mittwoch weitergezogen. Dies bestätigt ein Polizeisprecher auf Anfrage von bnn.de. Allerdings hätten die Bewohner der Wohnwagenkolonne am Freistetter Tennisplatz eine nicht unerhebliche Menge an Unrat, Müll und Fäkalien hinterlassen, wie eine Polizeistreife die derzeitige Situation vor Ort beschreibt.

Beschwerden über Fäkalien

Zuletzt waren mehr als ein Dutzend Wohnmobile auf dem öffentlichen, mit Kies befestigten Parkplatz unweit der Sportanlage abgestellt. Die Stadtverwaltung bestätigt, dass sich in den vergangenen Tagen Beschwerden aus der Bevölkerung über Verunreinigungen des betroffenen Geländes häuften. Zuvor hatten die Landfahrer bis zum Abbau der Container der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft auf dem einstigen MSC-Gelände ihre vorübergehende Bleibe aufgeschlagen. Dann zogen sie offenbar auf den benachbarten öffentlichen Parkplatz um. Laut Stadtverwaltung ungenehmigt. Eine sofortige Räumungsverfügung ließen die Landfahrer verstreichen.

Stromdiebstahl aus Nachbargebäude

Vor Weihnachten drang ein 28-Jähriger aus dem Milieu der Landfahrer in ein benachbartes leer stehendes Gebäude ein, um Strom abzuzapfen und mittels einer 70 Meter langen Leitung die Wohnwagensiedlung zu versorgen. Nach Angaben der Rheinauer Stadtverwaltung handelt es sich bei diesem Gebäude um das ehemalige „Sunsetland“, das nun der Stadt Rheinau gehört. Die Verwaltung hat den Mann angezeigt, die Polizei ermittelt wegen Hausfriedensbruch und Stromdiebstahl. Weitere Delikte in Zusammenhang mit der Wohnwagenkolonne sind laut Polizeipräsidium Offenburg nicht bekannt.

Stadt sind Hände gebunden

Die Verwaltung kann gegen das Campen der Landfahrer nach eigener Darstellung wenig unternehmen: „Eine Beschlagnahme scheidet aus, da die Bewohner der Kolonne dann obdachlos werden würden“, heißt es aus dem Rathaus. Dann müsste die Stadt Unterkünfte stellen. Auch Bußgelder seien schwer einzutreiben. In Frage käme lediglich eine Ersatzvornahme. „Dies würde bedeuten, dass die Stadt die Wohnwagen mit eigenen Zugfahrzeugen an einen anderen Ort verbringt“, heißt es weiter. Der hierfür geeignete Landfahrerplatz in Kehl sei derzeit überfüllt. Die Verwaltung lehnt einen eigenen Landfahrerplatz ab. Dies sei nicht Aufgabe der Stadt Rheinau.

Landfahrer auch auf „Metropol-Gelände“

Auch auf dem Gelände der ehemaligen Discothek „Metropol“ campierten vor einigen Tagen Landfahrer. Nach bnn.de-Informationen hatte der Grundstücksbesitzer der Gruppe den Platz zur Verfügung gestellt.