Für vier Krankenhausstandorte: Landrat Frank Scherer und Kinikchef Christian Keller. | Foto: fl

Gutachten bewertet

Landrat Scherer will Neubau eines Krankenhauses in Achern

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Das Acherner Krankenhaus soll erhalten bleiben. Landrat Frank Scherer und Klinik-Geschäftsführer Christian Keller sprechen sich bei der Umsetzung des „Agenda 2030“ für die Reduzierung von derzeit acht auf vier Klinikstandorte aus. Dieser Vorschlag lehnt sich eng an das Gutachten der Beratungsfirma Lohfert & Lohfert an und folgt den Signalen, die es bereits seit Wochen gibt – dass nämlich eine Streichung des Standorts Achern nicht nur politisch kaum durchzusetzen wäre, sondern dass sie auch zum einem Verlust von Fallzahlen und Patienten im nördlichen Ortenaukreis führen würde.

OB macht Standortvorschläge

Scherer und Keller sprachen sich am Dienstag – während gleichzeitig Oberbürgermeister Klaus Muttach der Presse im Acherner Rathaus seine Standortvorschläge präsentierte, dafür aus, dass in Achern neu gebaut wird. Diese Variante ist zwar teurer als Sanierung und Anbau an bestehenden Standort, biete aber bessere Voraussetzungen für optimale Arbeitsabläufe, machte der Landrat deutlich. Gleichzeitig präsentierte Muttach am Dienstagvormittag seinen Standortvorschlag im Brachfeld. Noch vor der Sommerpause soll der Kreistag eine Entscheidung treffen.

Optionen für Häuser auf Streichliste

Damit stehen weiter vier Klinikstandorte auf der Streichliste: Gengenbach, dessen Aus bereits beschlossen ist, sowie Oberkirch, Ettenheim und Kehl. Scherer machte aber deutlich, dass man sich so lange wie möglich alle Optionen für diese Häuser offenhalten werde: Sollten sich dort neue Schwerpunkte entwickeln – bis zur Umsetzung der Agenda 2030 werden ja mindestens zwölf Jahre ins Land gehen – dann könne man noch einmal umsteuern. Der Kreis werde auch weiter in die Häuser investieren, da sie ja noch mindestens eine Dekade lang funktionieren sollen. Später sollen sie als Notfallstandorte, Portale und Gesundheitszentren genutzt werden.

Muttachs Vorschläge bleiben unkommentiert

Scherer äußerte sich am Dienstag auf Nachfrage dieser Zeitung nicht näher zu den Standortvorschlägen von OB Klaus Muttach. Achern wie Offenburg, wo ja bekanntlich ebenfalls neu gebaut werden soll, hätten hervorragende Grundstücke offeriert, deren Eignung im Blick auf die vielfältigen Anforderungen eines Klinikums nun aber noch detailliert bewertet werden müsse. Auch hier liege natürlich das letzte Wort beim Kreistag.

Zusammenlegung der Geburtsbeihilfe Achern und Oberkirch

Noch einmal nachbessern will Scherer die als „Modell Landrat“ vom Kreistag beschlossene Zwischenlösung für die verbliebenen acht Häuser. Geplant ist unter anderem eine Zusammenlegung der Geburtshilfen Oberkirch und Achern bis 2020 – ein in den vergangenen Jahren hoch emotional diskutiertes Thema. Wo diese sein werde, ob in Achern oder in Oberkirch, steht noch dahin und sei erst dann zu entscheiden, wenn der Kreistag eine Grundsatzentscheidung zur Zukunft der Kliniken gefällt hat.

 

Ausführliche Berichte zur Pressekonferenz und zu einem möglichen Standort in Achern in der Mittwochsausgabe des Acher- und Bühler Bote