Einen Wechsel gibt es zum Schuljahresende in der Leitung der Heimschule Lender: Lutz Großmann verlässt Sasbach für die Deutsche Botschaftsschule in Ankara, auf ihn folgt Petra Dollhofer. | Foto: Roland Spether

Von Sasbach in den Orient

Lender-Schulleiter Lutz Großmann geht nach Ankara

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Schulleiter Lutz Großmann verlässt nach mehr als zehn Jahren an der Spitze der Heimschule Lender die Region. Von August an wird er die Leitung der Deutschen Botschaftsschule in Ankara übernehmen. Eine Nachfolgerin ist bereits gefunden: seine bisherige Stellvertreterin Petra Dollhofer.

Von unserem Mitarbeiter Roland Spether 

„Ich steige in den Orientexpress in Richtung Ankara, um dort ab August 2019 die Leitung der Deutschen Botschaftsschule zu übernehmen“. Großmann informierte alle in der Schulgemeinde, er freue sich auf seine neuen Aufgaben und darüber, dass künftig sein Lebensmittelpunkt und der seiner Familie in der Türkei sein wird.

Fernweh-Gen auch bei Vorgängern

„Offensichtlich ist mit dem Chefsessel der Lender ein mysteriöses Fernweh-Gen verknüpft, denn auch die Amtsvorgänger waren erfahrene Schulleiter in Ägypten und Südamerika“. Die Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg habe seine Stellvertreterin Petra Dollhofer zur neuen Schulleiterin der traditionsreichen Heimschule Lender bestellt.

Ankara ist ein ganz besonderes Ziel

Von Berlin nach Baden

Vor 13 Jahren kam Lutz Großmann, Fachlehrer für Deutsch, Geschichte und Gemeinschaftskunde aus Berlin nach Baden, wurde zunächst stellvertretender Schulleiter und 2008 dann Direktor der Heimschule Lender. Nun gehe es weiter in die türkische Hauptstadt und dies sei sicher ein „ganz besonderes Ziel“. „Es waren vor allem die persönlichen Kontakte vor Ort und das Kennenlernen der Kollegen, die die Entscheidung der Bewerbung reifen ließen“.

„Kultureller Botschafter“ in der Türkei

Er verlasse Sasbach auch mit viel Wehmut, freue sich aber auf die neue Herausforderung, „kultureller Botschafter in einem fremden Land“ zu sein. Als einstiger Berliner Lehrer sei ihm die türkische Mentalität nicht fremd, er war auch schon mit einem Politik-Oberstufenkurs in Istanbul und Umgebung auf Studienfahrt. „Der interkulturelle Dialog und das Lernen einer neuen Sprache sind Herausforderungen, auf die sich die Familie freut“.

Die Schulleitung ist mit allen im Dialog

Nachfolgerin Dollhofer seit 1988 Lender-Lehrerin

Die künftige Direktorin Petra Dollhofer kennt die Heimschule bestens, denn zwei Söhne waren Lenderschüler und sie selbst ist hier seit 1988 Fachlehrerin für Französisch und Sport. Seit 2008 war sie stellvertretende Schulleiterin. Die Motivation, sich für die Stelle zu bewerben, lag für sie in der Schule selbst, in deren Geist aus der Tradition des Schulgründers, in ihrer Vielfalt, im guten Kollegium und in vielen engagierten Schülern, Eltern und Altsasbachern. „Die Schulleitung ist mit allen im Dialog und darin immer gut eingebettet“.

Christliche Werte wahren

Wichtig sei ihr, die Werte der Heimschule als christliche Schule zu wahren, Orientierung zu geben und als Schulgemeinde auf den Einzelnen mit seinen Bedürfnissen zu achten und sich um ihn zu kümmern. Es müsste aber auch den Schülern klar sein, dass jeder für sich und andere Verantwortung trage. Das beginne bei den jüngeren Schülern und führe dazu, dass sie später dann idealerweise mit dem Abitur als „selbstbestimmte und wertebewusste Persönlichkeiten“ entlassen werden, die ihrer Schule verbunden bleiben.

Bildung muss mehr sein als Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt

Die Digitalisierung im Blick

Im Bereich der Schulentwicklung müsse ein kritischer Blick auf die Digitalisierung geworfen und die Frage gestellt und beantwortet werden, worin der Mehrwert für die Schule und das Lernen der Schüler liege. Sicherlich müssten Schüler auf die digitale Welt in Wirtschaft und Industrie vorbereitet werden. „Dennoch muss in der Schule immer noch analog gearbeitet werden und je jünger die Schüler sind, umso mehr“.

Medienpädagogik weiterentwickeln

Deshalb werde das medienpädagogische Konzept mit Fortbildungen für Lehrer und Angeboten für Schüler und Eltern weiter entwickelt: „Bildung muss auch heute mehr sein als die bloße Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt. Hier spielt für mich nicht nur der Unterricht, sondern unsere Schule als Stätte der Kultur mit Konzerten, Theater, Vorträgen und Elternseminaren eine große Rolle“.