Derzeit klafft im Fahrplan der Linie 403, die von Freistett aus die Ortschaften Diersheim und Honau bedient, eine mehrstündige Lücke. Nach Gesprächen der Stadtverwaltung könnte dies sich ändern. | Foto: asc

Buslinie 403 im Süden Rheinaus

Lückenschluss von April an?

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Eine Verbesserung der Taktung auf der Buslinie 403 über Diersheim und Honau strebt die Rheinauer Stadtverwaltung an. Das gab Bürgermeister Michael Welsche in der Gemeinderatssitzung bekannt. Sie reagiert auf Forderungen aus den südlichen Rheinauer Stadtteilen sowie auf einen Bericht des Acher- und Bühler Bote. Die Krux: Rheinau müsste dafür zusätzliches Geld ausgeben.

Wie ausführlich berichtet, klafft seit dem Fahrplanwechsel am 8. Dezember 2018 auf dieser Linie vormittags eine Lücke von bis zu vier Stunden. Samstags müssen Passagiere gar fünf Stunden auf den nächsten Bus warten. Hintergrund ist das neue Stadtbussystem in Kehl, das sich nachteilig auf die Linie 403 auswirkt. Entsprechend groß ist der Unmut einiger Rheinauer Bürgervertreter gegenüber der Stadt Kehl: „Es kann nicht sein, dass wir dafür zahlen müssen, damit in Kehl mehr Busse fahren“, ärgerte sich Helmlingens Ortsvorsteher Manfred Kreß. Bürgermeister Welsche unterstrich, dass die durch den Start des Kehler Stadtbussystems entstandene Lücke auf der Linie 403 der von der Stadt Rheinau angestrebten Verbesserung des Nahverkehrs nach Kehl deutlich widerspreche.

Drei zusätzliche Fahrten

Nun ist der Bürgermeister optimistisch: Nach intensiven Gesprächen mit dem Landratsamt, der Stadt Kehl, Vertretern der Ortschaften Honau und Diersheim und der SWEG sei wieder ein Stundentakt auf der Linie 403 möglich. Die SWEG stellt von April an vormittags von Montag bis Samstag drei zusätzliche Fahrten in beide Richtungen in Aussicht. Den Zuschussbedarf beziffert das Nahverkehrsunternehmen auf 43.060 Euro. Das Landratsamt prüft, ob der Kreis die Kosten zu 50 Prozent übernimmt. Der Umwelt- und Technikausschuss des Kreistags wird am 28. März darüber beraten.

Rheinau bleibt auf Kosten sitzen

Dann liegt der Ball im Feld des Rheinauer Gemeinderats. Das Gremium entscheidet, ob die Stadt bereit ist, die zusätzlichen Fahrten mit außerplanmäßigen Haushaltsmitteln zu finanzieren, wenn die tatsächlichen Kosten bekannt sind. CDU/FWG-Fraktionssprecherin Annette Fritsch-Acar gab zu bedenken, dass die Stadt Kehl nicht bereit sei, sich an den Kosten für die zusätzlichen Fahrten auf der Linie 403 zu beteiligen. „Dabei profitiert die Stadt Kehl von zusätzlichen Busfahrten, vor allem die dort wohnenden Schüler, die eine Rheinauer Schule besuchen“, meinte die Honauerin.

Verbesserungen auf anderen Linien

Welsche stellte daraufhin in Aussicht, dass die Rheinauer Verwaltung einen Brief an das Kehler Rathaus schreibt, um nochmals wegen einer etwaigen Kostenbeteiligung nachzufragen. „Doch wir müssen das Geld in die Hand nehmen und selbst entscheiden“, so Welsche. Der Rheinauer Rathauschef erklärte außerdem, dass es im Rheinauer ÖPNV bereits zu erheblichen Verbesserungen gekommen sei, als Reaktion auf eine 2014 erfolgte Studie der Nahverkehrsberatung Südwest. So wird die Linie 268 von Bühl über Lichtenau, Helmlingen und Memprechtshofen nach Freistett zwischen 5.30 Uhr und 20 Uhr mittlerweile stündlich bedient.

Verwaltung mit Rufauto zufrieden

Richtung Achern wurde die Linie 403 durch ein Rufauto ergänzt. Dieses sei, aus Sicht der Verwaltung, mit bis zu vier Fahrten täglich gut frequentiert. Welsche ging auf einen weiteren Bericht des ABB zur Bilanz des Rufautos ein: „Natürlich gibt es unterschiedliche Sichtweisen, als Unternehmer, der die Linie fährt, ist man nicht ganz zufrieden.“ Wie berichtet, verbindet das Rufauto seit November 2018 von Montag bis Freitag zwischen 9 und 16 Uhr Rheinau und Achern. Eine weitere Linie erschließt zusätzliche Haltestellen innerhalb Freistetts und zum Einkaufszentrum. Die Stadt bezuschusst diese Fahrten monatlich derzeit mit 1000 Euro. Auch auf der Linie 301 über Linx nach Kehl wurde durch eine Umstellung der Taktung eine Verbesserung des Vormittagsangebots erreicht. Das Abendangebot am Freitag und Samstag sei noch zu optimieren.