Als Gewinnerin des ersten Preises überzeugte Maren Henkel mit ihrer Klarinette die Jury und begeisterte das Publikum beim Preisträgerkonzert. | Foto: Michael Karle

Musikpreis Achern/Oberkirch

Maren Henkel überzeugt die Jury

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Maren Henkel ist die Gewinnerin des Musikpreises 2018. Mit ihr und weiteren jungen Künstlerinnen und Künstlern war im Preisträgerkonzert deutlich erlebbar, zu welchen Leistungen Kinder und Jugendliche fähig sind wenn sie über die Begabung hinaus hohes Interesse und förderliche Bedingungen haben. Die Stadt Achern hatte den Wettbewerb um 17. Musikpreis Achern-Oberkirch für junge Musiker ausgerichtet. Nicole Reuther, Leiterin des Fachgebiets Kultur der Stadt Achern überreichte die Preise zusammen mit Bürgermeister Dietmar Stiefel.

Engagement findet Anerkennung

„Die 42 jungen Künstlerinnen und Künstlern sind einzeln mit Soloinstrument, mit Streich- oder Blasinstrument, am Klavier oder im Ensemble angetreten“, erklärte Dietmar Stiefel zu Beginn des gut besuchten Abends in der Mensa des Gymnasiums. Anerkennung zollte der Bürgermeister den Jugendlichen für ihr Engagement, die zwei volle Tage um die beste Interpretation des jeweiligen Konzertstücks gekämpft hatten und sich zudem lange und engagiert für sich und mit den jeweiligen Musiklehrern vorbereitet hatten.

Sontraud Speidek an der Spitze der Jury

Ein besonders Kompliment galt der Jury. Die Vorsitzende der fünfköpfigen Kommission war Sontraud Speidel, Pianistin und Professorin an der Musikhochschule in Karlsruhe, so Rudolf Heidler als Leiter der Musik und Kunstschule Achern-Oberkirch. Zusammen mit Musikschulleiter Hans-Jörg Stürzel hatten die Lehrer der Acher und Renchtal verbindenden Ausbildungsstätte dem Nachwuchs viele Komplimente zu geben.

Konzert der Preisträger

Feine Vorträge gab es von den in den oberen Rängen bewerteten Musikerinnen und Musikern. Benedikt Kasper (Posaune) und Simon Dilger (Klavier) hatten den Abend mit „Rag Is Back“ musikalisch stimmungsvoll eingeleitet, Lia Sester brachte mit ihrer Flöte eine „Sonatine“ von Pal Jardanyi zu Gehör und die 17-jährige Obositin Charlotte Ross, von der Jury mit „sehr gut“, einer belobigenden Anerkennung und im Gesamtbewertung mit dem dritten Preis bedacht, begeisterte mit einer Fantasie von Eugene Bozza.

An Bundeswettbewerb teilgenommen

Wie weit man in der Kunst des Gitarrespiels kommen kann, demonstrierte Lukas Krüger mit der „Fuga No 1“ von Leo Brouwer. Auch er erhielt einen dritten Preis. Viel Beifall gab es beim kurzweiligen Preisträgerkonzert für Maren Ell, die mit dem Saxofon im Frühjahr noch am Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ teilgenommen hatte. Mit der Bestätigung einer „sehr guten“ Leistung und zusätzlicher Belobigung, erreichte die 16-jährige ebenso einen zweiten Preis wie Lia Sester (Querflöte) und das Duo Benedikt Kasper und Simon Dilger.

Perlig gespielte Passagen

Maren Henkel (Klarinette), 15 Jahre alt und bereits beim Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“ erfolgreich, erhielt großen Beifall für den Gewinn des Musikpreises, aber auch für gefühlvolle feine Linien und beeindruckend perlig gespielte Passagen beim „Concertino“ Carl Maria von Webers. „Wir haben echte Könnerinnen und Könner mit wertvoller Perspektive gehört“, lobte Nicole Reuther die Jugendlichen.

Förderpreise für junge Musiker

Perspektive hatte die Jury auch dem jungen Streichquartett Solveig Sonntag (Violine), Dorothea Dreiser (Violine), Jana-Tabea Lorenz (Viola) und Paula Klemm (Cello), mit einem Förderpreis bescheinigt. Die vier jungen Hornisten Johannes Noss, Arno Venter, Dominik Kist und Cedric Nosko durften ebenso einen Förderpreis für ihren gelungenen Ensemble-Auftritt entgegennehmen.

Michael Karle

Acherner Musikpreis
Seit 1985 schreibt die Musik- und Kunstschule Achern-Oberkirch den „Musikpreis Achern-Oberkirch“ für junge Musiker aus. Angesprochen sind junge Musiker bis zum vollendeten 21. Lebensjahr, die nicht in einer beruflichen Musik- oder Gesangsausbildung stehen und ihren Wohnort im Einzugsgebiet der Musik- und Kunstschule haben. Der Musikpreis 2018 war in den Kategorien Solovortrag und Kammermusikensemble (zwei bis zehn Mitwirkende) ausgeschrieben. Die Teilnehmer trugen jeweils zwei Werke unterschiedlicher Stilepochen vor. Dass die Förderung der musikalischen Breitenarbeit durch diesen Preis im Einklang mit herausragenden musikalischen Leistungen und auch beruflichen Entwicklungen steht, verdeutlicht die Liste bisheriger Preisträger. Zu ihnen gehören Musikerinnen und Musiker wie Jelka Weber, Christopher Döbler, Rudi Corbnett oder Roman Kühn. mk