Lückenhaft ist die Immunisierung gegen Masern vor allem bei jungen Erwachsenen in der Ortenau. Nun sind weitere Infektionen aufgetreten.
Lückenhaft ist die Immunisierung gegen Masern vor allem bei jungen Erwachsenen in der Ortenau. Nun sind weitere Infektionen aufgetreten. | Foto: Pleul

Krankheiten

Masern sind im Ortenaukreis auf dem Vormarsch – fünf Erkrankte im Raum Kehl

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Die Masern haben sich im Ortenaukreis weiter ausgebreitet. Wie das Gesundheitsamt im Offenburger Landratsamt am Freitag mitteilte, gehe man inzwischen von fünf Erkrankten im Raum Kehl aus. „Die Laboranalyse hat zwei der drei neuen Fälle bereits eindeutig bestätigt“, so Evelyn Bressau, Leiterin des Gesundheitsamtes.

Darüber hinaus wurde ein neuer Verdachtsfall von Masern im Kinzigtal gemeldet, in dem nun weiter ermittelt wird. „Folgefälle können nicht ausgeschlossen werden“, erklärte Bressau. „Deswegen empfehlen wir weiterhin generell allen nach 1970 Geborenen eine Impfpasskontrolle und gegebenenfalls eine Ergänzung fehlender Impfungen gegen Masern.“

Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass die Erkrankung von Straßburg aus eingeschleppt wurde. Dort wurden 36 Masernfälle seit dem vergangeneren Spätherbst gemeldet.

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Infizierte in Notaufnahmen

Alle fünf im Raum Kehl erkrankten Personen wurden im Zeitraum vom 16. bis 29. Januar in medizinischen Notaufnahmen behandelt. Das Gesundheitsamt ermittelt zurzeit potentielle Kontaktpersonen und rät den Menschen im Ortenaukreis, ihren Impfschutz zu überprüfen.

Hautausschlag erst später

Weiterhin gilt: Wer sich im Zeitraum vom 16. bis 29. Januar unter anderem in einer Notaufnahme aufgehalten hat und über keinen oder einen unzureichenden Impfschutz verfügt, sollte auf Symptome wie Fieber, Husten, Schnupfen und Bindehautentzündung achten, die bei Masern schon einige Tage vor dem Hautausschlag auftreten. Dieser sei frühestens eine Woche nach Ansteckung zu erwarten.

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Arzt sollte vorgewarnt werden

Bei einem entsprechenden Verdacht sollte der Arzt vorab telefonisch informiert werden, beziehungsweise gleich an der Anmeldung der Verdacht geäußert werden, damit vorbeugende Maßnahmen getroffen werden können.

Für Personen, die vor 1970 geboren sind, zweimal gegen Masern geimpft wurden oder nachweislich diese Erkrankung durchgemacht haben, bestehe höchstwahrscheinlich keine Ansteckungsgefahr.

Impflücken im Kreis

Bressau weist darauf hin, dass zwar die Impfquote bei Kindern zuletzt zugenommen habe, aber vor allem bei jungen Erwachsenen weiterhin erhebliche Lücken bei der Immunisierung zu befürchten seien.